Bauer Willi Landwirt oder Lobbyist

Eine Meinung von
Peter Hübner

Die Landwirtschaft versucht sich ein sauberes Image zu verschaffen, zu groß wird der öffentliche Druck aufgrund jahrzehntelanger Misswirtschaft im Bereich Ökologie und Tierschutz.

Bauernproteste medienwirksam und umweltschädlich mit großen Treckeraufmärschen durchgeführt finden mediale Beachtung, doch tatsächlich geht es nicht um Land, Tier und Umwelt, sondern um die Freigabe Raubbau an Tier und Natur weiterhin betreiben zu dürfen.

Es geht um das neue Agrarpaket, welches das Kabinett verabschieden möchte. Es geht um die Verteilung von Subventionen, die aktuell nach einem Flächenverteilungsplan erfolgt, also die Großlandwirtschaften bevorzugt, während Umweltprojekte vernachlässigt werden.
Es geht um unwürdige Tierhaltungsbedingungen, die jegliche Form der Empathie vermissen lassen. Tiere in engsten Gefängnissen dem Tod geweiht.
Es geht ums schnöde Geld!

Längst findet man vermeintlich transparente Höfe und Landwirtschaften, die sich bemühen via Facebook einen „Tier- und Umweltfreundlichen“ Look zu verpassen.

Eine Gallionsfigur der Landwirte ist der sehr sympathische und eloquente „Bauer Willi“ geworden, der gegen Umwelt- und Tierschützer wettert und das Bild der modernen Landwirtschaft in ein märchenhaftes Licht stellen möchte.

Es stellt sich die Frage, wer Bauer Willi eigentlich wirklich ist?
Bauer Willi heißt eigentlich Dr. Wilhelm Kremer-Schillings und ist Pensionär, der den Hof seines Vaters weiterführt. Dieser idyllische, 40 Hektar großer landwirtschaftliche Betrieb Steinbrückerhof in Rommerskirchen, ist jedoch nicht seine hauptberufliche Tätigkeit, er bewirtschaftet diesen, ebenso wie sein Vater, nebenberuflich. Naja, das wäre ja etwas, doch tatsächlich erfährt man, dass auch das nicht so richtig ist, denn vielmehr wird die Bewirtschaftung durch den Nachbarn durchgeführt und Bauer Willi unterstützt nur, wenn Manpower gerade knapp ist. Ein Landwirt im eigentlichen Sinne ist Bauer Willi nicht.

Im Juni 2019 wütete Bauer Willi gegen die Aktivisten von „Ende Gelände“, die sein Feld überquert haben sollen ( siehe Anlage). Der Grund wird eindeutig sein und veranlasste unseren „Bauern“ zu seinem nächsten Coup, als er für das grüne Kreuz auf den Feldern geworben hat, siehe Anlage.
Zu hunderten folgten die Landwirte seiner Idee und feierten unseren „Bauern Willi“, der längst bei Politikern und Journalisten ein- und ausgeht.

Tatsächlich jedoch verdingte sich Bauer Willi seinen Lebensunterhalt durch die Vermarktung des Unkrautvernichtungsmittel „Betanal“, welches durch seinen damaligen Arbeitgeber, dem Schering-Konzern“ verkauft wurde. Betanal steht im Verdacht krebserregend zu wirken.
In seiner späteren Arbeit, beim Zuckerhersteller Pfeifer & Langen beriet er Landwirte und ermutigte sie dazu nicht nur gentechnisch verändertes Saatgut zu nutzen, sondern auch zum Einsatz von Pestiziden.
Es verwundert wohl niemanden, dass er in seinem Buch seitenweise Bayer und Monsanto lobt.

Aktuell ist Bauer Willi stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft., welcher ca. 50.000 to. Dünger pro Jahr vermarktet, davon 1.100 to Pflanzenschutzmittel.

Wie glaubwürdig also sind die Bekundungen eines „Nicht-„ Bauerns“, der eigentlich durch Umsätze und Gewinne seines Unternehmens „Bui-Bliesheimer Agrargenossenschaft“ mit Dünger und Pestiziden in einem Interessenskonflikt mit Umwelt- und Tierschutz stehen müsste?

Gegenüber der TAZ sagte „Bauer Willi“ dazu:
„ Was die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln angeht, so verlasse ich mich auf die entsprechenden Warnhinweise.“

Meine persönliche Meinung zur Person des „Bauern Willi’s“ möchte ich mit seinem Buch in Verbindung bringen, welches heißt „Sauerei“.
Bauer Willi ist aus meiner Sicht kein Bauer, sondern ein Funktionär der Chemie und sollte sich entsprechend auch betiteln – somit verwundert es mich wenig, dass sich die Landwirte wieder einmal unglaubwürdig machen, einem solchen „Nicht-Bauern“ sogar noch in den „agrarheute digital future awards 2020“ wählen – peinlicher geht es kaum noch.

Als „Bauer Willi“ vermarktet mit einem Landimage, siehe Link „Agrar Heute“ aus dem Jahre 2015, ist diese Fassade des Bauerns nicht mehr aufrecht zu erhalten.

Anlage:

Bauer Willi Wikipedia:
https://www.focus.de/panorama/zerstoertes-feld-bauer-willi-aus-rommerskirchen-wuetet-gegen-klimaaktivisten-sie-zerstoeren-mein-feld_id_10858035.html

Bauer Willi gegen Ende Gelände
https://www.focus.de/panorama/zerstoertes-feld-bauer-willi-aus-rommerskirchen-wuetet-gegen-klimaaktivisten-sie-zerstoeren-mein-feld_id_10858035.html

Bauer Willi wirbt für das „Grüne Kreuz“:

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