Bayern – Ungarn – Kasachstan

Bayern – Ungarn – Kasachstan – Rinder-Zuchtverband initiiert Qualtransporte in Drittländer

 

„Wir haben alles getan, damit solche Transporte nicht mehr stattfinden“ – Umweltminister Thorsten Glauber.

Ihre Fahrt in den Tod scheint endlos… 31 trächtige Kühe aus dem oberbayerischen Miesbach mussten vor einigen Tagen ihre letzte Reise in tierschutzfreie Gefilde antreten, nachdem der Verwaltungsgerichtshof München den zu autorisierenden Veterinär dazu angehalten hatte, die transportrelevanten Papiere auszustellen und die trächtigen Tiere, wider besseren Wissens, auf ihre schier endlose Reise gen grausamen Tod zu schicken.

Besagter Miesbacher Veterinär, welcher sich der Ausstellung der Papiere zu verweigern versuchte, „berief sich darauf, dass er nicht überblicken könne, dass auf der Strecke nach Kasachstan die Tierschutzvorgaben eingehalten werden. Zudem führte er an, dass Kasachstan auf der Negativliste des Freistaats mit 18 Drittstaaten in Zentralasien, Afrika und dem Nahen Osten steht, in die keine Rinder exportiert werden dürfen.“

„Bei ihren Entscheidungen argumentierten beide Gerichte formaljuristisch. Danach ist der Amtsveterinär nur für Beurteilung durchgängiger Transporte zuständig, die nicht länger als 48 Stunden unterbrochen werden. Im aktuellen Fall sollen die Rinder aus Miesbach 30 Tage in Ungarn verbringen. Daher handle es sich bei dem Export rechtlich um zwei Transporte: einen von Miesbach nach Ungarn und einen von Ungarn nach Kasachstan. Der Miesbacher Amtsveterinär sei nur für den Tierschutz auf der Strecke bis Ungarn zuständig. Der Weitertransport nach Kasachstan sei Sache der ungarischen Behörden.“

Grünen-Abgeordnete Rosi Steinberger, sehe bzgl. der Durchführung derartiger Qualtransporte eine eklatante Mitschuld bei den bayerischen Rinderzucht-Verbänden: „Schließlich sind die Bauernhöfe, von denen die Tiere für die Ausfuhren stammen, in der Regel Mitglieder der Zuchtverbände. Außerdem starten die Transporte zumeist von den Betriebsstätten der Organisationen aus.  Die Vorsitzende der Umweltausschusses „erwartet deshalb von der Staatsregierung, dass sie Zuchtverbänden, die nicht von den Exporten lassen, die staatliche Unterstützung streicht. Steinberger moniere: „Der Freistaat fördert die Organisationen nicht nur mit viel Geld. Sondern er stellt außerdem Personal für sie ab.“

Auch seitens der Amtsveterinäre werde Kritik laut. So seien die Zucht-Organisationen bereits 2019 im Rahmen eines Aufklärungsgespräches darüber unterrichtet worden, „dass es auf den Routen der Rinderexporte nach Zentralasien zwangsläufig zu massiven Verstößen gegen Tierschutz komme. Weiter mangle es an „vorgeschrieben Versorgungsstationen. Ebenso sei dokumentiert, dass die Transporte oft tagelang an Grenzen warten müssen. Auf den Rinderexporten in ehemalige Sowjetgebiete, nach Nordafrika und in die Türkei müssen die Rinder nicht nur tagelang Kälte oder Hitze erdulden. Sondern sie sind auf den Lastwagen auf engstem Raum eingepfercht und bekommen zu wenig zu trinken und zu fressen. An den Zielorten werden die Tiere früher oder später unter meist grausamen Bedingungen geschlachtet.“

Aufgrund des Wissens über die tierschutzwidrigen Praktiken und Missachtungen, welche zu transferierende Tiere auf ihren tage- und wochenlangen Todesfahrten erwarte, „weigern sich deshalb seit Anfang 2019 Amtstierärzte, die Papiere für solche Transporte auszustellen.“

Thorsten Glauber „kündigte an, beim Bund und der EU auf die Schließung der Schlupflöcher für die höchst umstrittenen Exporte zu drängen.“

Quelle: Miesbach nach Ungarn: Gericht erlaubt Rinder-Export – Bayern – SZ.de (sueddeutsche.de)

Die Meldungen über derartige letztinstanzlich autorisierte Langstrecken-Qualtransporte häufen sich – zu unserem großen Entsetzen – zusehends und auf bundesweiter Ebene…

Wie ist es möglich, dass durch Zucht-Lobbyisten initiierte Lebendtier-Langstrecken-Transporte, welche die hiesigen Tierschutzauflagen mit Füßen treten und durch tiermedizinisches Fachpersonal als untragbar erachtet werden, letztinstanzlich und wider besseren Wissens, rückautorisiert werden?

Für fordern den sofortigen Stillstand aller Tiertransporter des Landes und das Ende des tierquälerischen in- und ausländischen Lebendtiertransfers!

 

 

 

 

 

 



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