Chaosgarten statt Laubbläser

So hilfst Du Igel & Co durch Herbst und Winter

Der Spätsommer befindet sich in seinen Endzügen… kühle Nächte und buntes Blattwerk läuten den Herbst ein… Höchste Zeit, im heimischen Garten klar Schiff zu machen und diesen von den längst welken Überresten des Sommers zu befreien – mag sich da so manch übereifrige*r Gärtner*in denken…

Doch genau diese Überreste – wie Laub, Fallobst, Reisig und welke Blüten – sind es, die unseren tierischen Freunden naturnahen Unterschlupf und Nahrung bieten und sie die gnadenlose Kälte und saisonal bedingte Futterknappheit des Winters im Schutze unserer heimischen Gärten überstehen lassen…

„Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern zum Beispiel bestes Vogelfutter: Körnerfresser wie Finken, Ammern und Zeisige bedienen sich an den Samenständen und Blumen. Heimische Sträucher wie Schneeball und Heckenrosen bieten ebenfalls Nahrung für hungrige Vögel. Alte Blüten und Pflanzenstängel bieten außerdem vielen Insekten Möglichkeiten zur Überwinterung. Wildbienen etwa legen ihre Eier in hohle, trockene Pflanzenstängel. Dort überwintern dann die Larven und schlüpfen im kommenden Jahr.“

Aufgeschichtet mit Laub, fungieren Reisighaufen als ideales Winterschlafgemach:

„Äste und Zweige, die beim Zurückschneiden von Bäumen und Stauden entstehen, können in einer Gartenecke zu einem Reisighaufen aufgeschichtet werden. Darauf kann zusätzlich altes Laub geschichtet werden. Das ist ein idealer Platz für den Winterschlaf der Igel. Aber auch Kröten oder Eidechsen finden zwischen den Zweigen Schutz und Nahrung.“

❄️Organisches Material wie Mulch wird zur idealen Wärmedämmung für Boden und Wurzeln:

Gartenabfälle wie „Rasenschnitt, Laub und zerkleinerte Zweige ergeben Mulch. Eine circa drei bis fünf Zentimeter dicke Mulchschicht verteilt auf die Beete schützt Boden und Pflanzenwurzeln. Das organische Material bietet außerdem Regenwürmern und Bodenlebewesen reichlich Nahrung, die es so in wertvollen Humus und letztlich wieder in Pflanzennährstoffe umsetzten. Im Frühjahr kann es als natürlicher Dünger in den Boden eingearbeitet werden.

Wer Insekten wie Hummeln und Bienen nach dem Winter frühzeitig mit nahrhaften Blüten überraschen will, sollte bereits im Herbst mit dem Setzen von Blumenzwiebeln und Frühblühern beginnen… besonders Frühlingsboten wie Schneeglöckchen, Krokusse, Märzenbecher und Tulpen sichern Fluginsekten reichlich Energie zum Saisonstart:

„Es ist sinnvoll, kleine Frühblüher wie Schneeglöckchen und Krokusse in größeren Gruppen zu setzen. Wer möchte, kann die Zwiebeln einfach auf den Boden werfen und dort dann unterheben. Sie sollten etwa fünf Zentimeter tief in die Erde gesteckt werden. Im Frühjahr können sie sich dann zu einem schönen Blütenteppich entwickeln. Größere Zwiebelblumen wie Tulpen sehen schön in kleinen Gruppen mit bis zu 15 Pflanzen aus und können bis in den Mai hinein blühen. Bei der Aussaat sollten die Zwiebeln etwas tiefer in die Erde eingearbeitet werden – mindestens die doppelte Zwiebelgröße.“

❌Auf den Einsatz von Laubsaugern ist in jedem Fall zu verzichten! Diese schädigen nicht nur die Umwelt und unser Gehör, auch stoßen sie bei Inbetriebnahme gesundheitsschädliche Abgase aus und stellen weiter eine große Gefahr für allerlei Kleingetier dar:

„Auch die Bodenbiologie wird durch Laubsauger gravierend beeinträchtigt. Die Geräte saugen mit den welken Blättern auch Kleintiere wie Spinnen und Insekten auf, häckseln und töten sie dabei. Außerdem zerstören sie Pflanzensamen. Da die abgesaugten oder mit einer Luftgeschwindigkeit von bis zu 220 Stundenkilometern weggeblasenen Blätter und Äste nicht mehr auf dem Boden verrotten, wird die Humus- und Nähstoffbildung behindert. Die am Boden lebenden Kleiniere wie Würmer, Insekten, Spinnen und Kleinsäuger verlieren Nahrung und Lebensraum, der Boden wird der Dreck-Schicht beraubt, die ihn vor der Austrocknung und bei extremer Kälte schützt.“


https://www.bund.net/…/den-garten-naturnah-winterfest…/

❌Wer also ein optimales naturnahes Winterquartier für unsere tierischen Freunde schaffen will, lässt Rechen, Harke und Laubbläser größtenteils im Schuppen stehen und buntes „Herbst-Chaos“ im heimischen Garten walten…

Sei Chaos-Gärtner*in – hilf Igel & Co durch den Winter ❗️❤️



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