Covid-19 & die skandalösen Machenschaften der Fleischlobby

Ein Kommentar von Peter Hübner, Kampagnenleiter – Animals United e.V.

Trotz steigender Corona Infektionen in Schlachthofbetrieben wehrt sich die Branche gegen Schließungen dieser Tötungsfabriken.

Schleswig-Holsteins SPD-Fraktionschef Ralf Stegner hat die Arbeitsbedingungen in großen Schlachthöfen angesichts der vielen Corona-Fälle unter den Beschäftigten gegenüber der dpa scharf kritisiert. “Die Arbeits- und Wohnbedingungen, die große Fleischkonzerne diktieren, sind schon lange ausbeuterisch und müssen endlich mit staatlicher Gewalt konsequent unterbunden werden”, twitterte er am Sonntag. Gleichzeitig warnte er: “Katastrophale Zustände in großen Schlachthöfen verstärken Coronagefahren.”


https://www.n-tv.de/…/Stegner-Zustaende-in-Schlachthoefen-v…

Die Hauptgeschäftsführerin des Verbands der Deutschen Fleischwirtschaft, Heike Harstick, erklärte hierzu gegenüber der “Süddeutschen Zeitung”-
“Wenn etwa die Einzelunterbringung von Mitarbeitern vorgeschrieben und damit höhere Wohnungsmieten verursacht würden, seien viele Betriebe nicht mehr wettbewerbsfähig. Teile der Branche würden dann abwandern.”

Diese Aussage muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Es wird ein moderner Sklavenhandel durch die Zuschaltung von Subunternehmen betrieben. Letzterer entbindet den eigentlichen Schlachthofunternehmer von der Haftung, dieser jedoch duldet wohlwissend um die menschenunwürdigen Arbeits- und Unterbringungssituationen.
Wir wundern uns über die Brutalität der Schlachthofmitarbeiter, vergessen dabei jedoch, dass oft ungenügend ausgebildete Kräfte in den Tötungsanlagen tätig sind. Dass diese Menschen mit Grausamkeiten konfrontiert sind, die sich viele von uns kaum vorstellen können, vergessen dabei, dass viele Mitarbeiter*innen gerade einmal EUR 1.500,- netto verdienen, davon noch diverse Abzüge für Transporte zur Arbeit, Mieten für Sammelunterkünften und sogar Provisionen für die Vermittler im Ausland zahlen müssen.
Diese Menschen werden wie Dreck behandelt und haben zu viel Geld zum Sterben und zu wenig Geld zum Leben.
Was die Schlachthofbranche dort betreibt ist ein ausbeuterisches Geschäftsmodell an Menschen, Tieren und Umwelt.
Die Infektionszahlen aus einzelnen Schlachthofbetrieben erschrecken uns, doch wie hoch sind die Zahlen tatsächlich? Wurden in anderen Betrieben Kontrollen durchgeführt? Gehen die Mitarbeiter*innen – trotz fehlender Krankenversicherungen – zum Arzt oder arbeiten sie bis zum Umfallen weiter?

Es gilt unverzüglich alle Schlachthäuser zu schließen und alle Bediensteten zu untersuchen !



Sag was dazu

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht