Der verlorene sechste Sinn – Nacktkatzen

„Nach §11b ist es ausdrücklich verboten, Tiere zu züchten, die erblich bedingt Schmerzen, Leiden oder Schäden haben“.

Mit Haut und Haar? Wohl kaum…

Im Kontext Qualzucht & Katzenrassen sei vor allem die beinahe gänzlich haarlose Sphynx-Katze genannt, die im Laufe der zuchtbedingten Übertypisierung um ein ganzes Sinnesorgan beraubt wurde.

Die Schnurrhaare- auch Vibrissen oder Tasthaare genannt, die sich vornehmlich im Wangen- Kinn und Augenbereich der Katze befinden, bilden im Zusammenspiel mit den äußerst sensitiven Haarfollikeln, welcher sie entwachsen, den unverzichtbaren sechsten Sinn der Katze.

Dieser (Tast)-Sinn dient primär der Orientierung. Da die Vibrissen mit unzähligen Nervenenden verbunden sind, ist die Katze dazu in der Lage, selbst kleinste Luftzüge in ihrer Umgebung wahrzunehmen und unabhängig von Witterung oder Sicht, über die, mittels der Vibrissen gewonnen Informationen, einen eingehenden Eindruck ihrer Umgebung zu gewinnen.

Auch dienen die Tasthaare der Kommunikation… ihre Stellung – eng angelegt oder breit ausgefächert – kann u.a. den Gemütszustand der Katze verraten und Ausdruck für emotionale Regungen sein.

Dieses hochspezifische Sinnesorgan, welches sich im Schnitt durch 24 Tasthaare bildet, ist eine unverzichtbare absolut essenzielle physische Ressource, welcher sich die Katze in beinahe jeder Situation bedient, da diese fest in das Orientierungs-Repertoire der Katze eingebaut ist, ihre hochspezialisierten physischen Abläufe komplettiert und ihren naturgegebenen Defizit hinsichtlich der Kurzsicht kompensiert.

Abgesehen vom Fehlen der Tasthaare ist anzumerken, dass die Haut grundsätzlich ein Organ ist, welches nur mit den arttypischen Drüsen, Rezeptoren und Haaren seine volle Funktionalität gewährleisten- und entfalten kann. Nicht selten haben haarlose Katzen mit diversen Hautproblemen zu kämpfen, die aufwändiger Pflegemaßnahmen bedürfen, wie regelmäßiges Baden und Cremen. Auch laufen haarlose Katzen schnell Gefahr, einen schmerzhaften Sonnenbrand zu erleiden oder sehr schnell und stark zu frieren. Zudem fehlen ihnen Tasthaare an den Extremitäten, die essenzielle Informationen für Bewegung und Stellreflexe liefern. Ebenfalls fehlen Vibrissen an den Augen, die u.a. den Schutzreflex zum Lidschluss auslösen.

Da das Fehlen dieses Sinnesorgans als Schaden für das haarlose Tier angesehen werden muss und keine rein optische Abweichung darstellt, ist dieser Rassetypus als Qualzucht einzustufen.

Bereits im September 2015 beschloss ein Berliner Gericht, dass es sich beim Rasse-Typus Nacktkatze um eine Qualzucht handele und deren Nachzucht tierschutzwidrig sei.

https://www.wir-sind-tierarzt.de/…/gericht-entscheidet-nac…/

Stubentiger? Gerne…. Aber bitte nur mit Haut UND Haar!



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