Fleisch-Paradox

Das „Fleisch-Paradox“ & die vielgehegte Antipathie gegen den Veganismus

Wer sich der veganen Lebensweise verschrieben hat, wird oft belächelt oder gar mit Wut gestraft… Doch woher rührt diese Antipathie gegen den ethisch motivierten Veganismus eigentlich?

Der Veganismus erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. „Pro Vegan“ ist für viele mehr, als nur eine moralkonforme Anpassung der Ernährungsgewohnheiten oder gar ein kurzlebiger Öko-Trip… Für sehr viele ist „Vegan“ eine Lebensphilosophie, die sich durch die absolute Kompatibilität mit dem Bestreben nach speziesübergreifender Leidreduktion definiert. Doch wie jede progressive Bewegung, ruft auch der Veganismus eine Vielzahl an Spöttern und Antipathisanten auf den Plan.

Zunächst verwunderlich wenn man bedenkt, dass sich ein Großteil der Bevölkerung deutlich gegen Tierleid ausspricht und in aller Regel intendiert, dieses auch innerhalb des eigenen Handelns zu vermeiden.

Dass die Nutztierhaltung immenses Leid für jene bedeutet, die unseres Genusses wegen unfreiwillig versklavt werden, ist mittlerweile hinreichend bekannt. Trotzdem scheint es für viele ein unüberwindbares Unterfangen darzustellen, die eigenen Konsum-Präferenzen dahingehend anzupassen und dem eigenen Hedonismus reflektiert und konsequent zu begegnen und diesen zu überwinden.

Dieser vermeintlich unauflösbare Widerspruch – die kognitive Dissonanz – wird als „Fleisch-Paradox“ definiert.

Um derartigen inneren Konflikten beizukommen, bedient sich die menschliche Psyche diverser Strategien. Wider besseren Wissens wird dem „Konsumgut“, also den Tieren, ihre Leidensfähigkeit abgesprochen oder man blendet die Perfidie, die der Nutztierindustrie innewohnt einfach gänzlich aus. Eine andere Möglichkeit liegt in der aktiven Beschönigung des eigenen Verhaltens. Mit Worten wie „ich esse nur ganz selten Fleisch“, versucht man die eigene Inkonsequenz, derer man in aller Regel durchaus gewärtig ist, zu relativieren.

Sobald diese selbstbetrügerischen Strategien nicht mehr funktionieren, indem die Widersprüchlichkeit in Form einer direkten Konfrontation Kritik erfährt und offen gelegt wird, reagiert der „Ertappte“ mit Stress und Wut, weil er die Bewusstwerdung des eigenen konfliktären Handelns scheut. Diese ungeliebten Emotionen projiziert er dann auf den vermeintlichen „Veganen Gegner“, der diesen Konflikt, mittels konsequenter Anpassung des eigenen Konsumverhaltens, bereits überwunden hat.

Durch eine konsequente Korrektur und Anpassung im Verhalten, ist einer derartigen kognitiven Dissonanz beizukommen. Selbstreflexion hinsichtlich der individuellen Konsumpräferenzen ist dabei der Schlüssel-Skill der es uns ermöglicht, innerkonfliktäre Prozesse bzgl. unserer Fleischesgier auszumerzen und unserer Identifikation mit einer tierleidfreien Lebensweise einen unverfälschten Weg zu ebnen.

Begegne deiner Wut mit Konsequenz – verzichte auf tierische Produkte !



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