Gassi-Pflicht & Ausstellungsverbote

Die politische Peripherie der „Tierschutz-Optimierung“
*Ein Ausstellungsverbot reicht nicht aus, Frau Klöckner!*

Bundeslandwirtschafts-Ministerin Julia Klöckner plane aktuell tierschutzoptimierende Anordnungen in Punkto Hundehaltung- und Ausstellungen…

Darunter die Einführung der sogenannten „Gassi-Pflicht“, welche Hundehalter künftig dazu anhalten soll, ihrem Vierbeiner täglich mindestens eine Stunde Auslauf im Freien, außerhalb eines Zwingers, zu gewähren. Auch die „Kettenhaltung“ solle, mit wenigen Ausnahmen, verboten werden.

Auch für den Zucht-Sektor seien strengere Auflagen geplant: „Hundezüchter müssten sich täglich mindestens vier Stunden um Welpen kümmern. Außerdem soll gelten, dass eine Person höchstens drei Würfe gleichzeitig betreuen darf.“

Weiter sei ein Ausstellungsverbot für Hunde geplant, die sogenannte „Qualzuchtmerkmale“ aufweisen. Jene Rassen, die „erblich bedingt Schmerzen oder Schäden erleiden.“ „Dazu gehören etwa Rassen wie der Mops, die oft unter Atemproblemen leiden, da ihre Schnauze kürzer gezüchtet wurde.“

Klöckner wolle dadurch eine artgerechte Hunde-Haltung sicherstellen: „Haustiere sind keine Kuscheltiere – ihre Bedürfnisse müssen berücksichtigt werden“, so die Landwirtschaftsministerin.

Eine Überprüfung hinsichtlich der Einhaltung dieser Auflagen, sei nur „begrenzt möglich“. „Eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums hatte bei der Vorstellung des Entwurfs eingeschränkt, dass die für die Kontrollen zuständigen Behörden der Länder wohl nicht bei jedem Hundebesitzer klingeln und fragen würden, ob er schon mit dem Hund draußen gewesen sei.“


https://www.spiegel.de/panorama/gassi-pflicht-fuer-hunde-was-sie-zu-den-plaenen-von-julia-kloeckner-wissen-muessen-a-dbb0b88d-94f7-4fe9-8025-f661a6182108

Wir von ANIMALS UNITED begrüßen grundsätzlich das politische Augenmerk auf den Haustiersektor und die Hundehaltung. Regelhafte Überprüfungen hinsichtlich der Einhaltung der geplanten Auflagen, dürften sich jedoch äußerst schwierig gestalten, wenn man bedenkt, dass behördliche Kontrollen noch nicht einmal in zentralisierten Bereichen wie der Nutztierhaltung in aller Regelmäßigkeit und Konsequenz stattfinden.

Wir erachten es als fragwürdig, dass die politische Obrigkeit Optimierungspläne in vornehmlich privaten, schwer kontrollierbaren Bereichen anstellt, wo diese sich doch bereits in der industriellen Nutztier-Sparte überfordert sieht. Da eine konsequente Einhaltungs-Durchsetzung der Pläne mangels behördlicher Kontrollinstanzen nicht zu erwarten ist, ist in diesem Fall von einer rein kosmetischen „Scheinoptimierung“ auszugehen.

Mit dem geplanten Verbot hinsichtlich der Ausstellung von Qualzucht-Rassen, welches eine vermeintliche Reduktion des Zuchtaufkommens dieser Rassetypen intendiert, verwirkt die Politik vollends ihre Intentions-Glaubhaftigkeit. Des Weiteren bedarf die Kategorie “Qualzucht” einer klaren Konkretisierung.

Anstatt konsequent die „faule Wurzel“ zu ziehen und die Produktion von Qualzuchten mit sofortiger Wirkung zu verbieten, schnippelt man ziellos am „welken Blattwerk“ der kapitalorientierten Tierleiderzeugung herum und betreibt kosmetische Image-Pflege!

Ein Ausstellungsverbot von Qualzuchten reicht nicht aus, Frau Klöckner❗️

Diese politische „Optimierungs-Kosmetik“ muss endlich ein Ende haben! Anstatt ewig in der Peripherie des systemischen Tierleids zu stochern um den „Ambitions-Schein“ zu wahren und seinen kapitalistischen Fürsprechern gerecht zu werden, muss sich die Politik endlich gezielt und konsequent der wahren Kernproblematiken annehmen!

 



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