Gequollene Mägen & verschmutzte Gewässer

❌ Futterbrot = Ententod

Brot gilt unglücklicherweise als absoluter Klassiker und Futtermittel erster Wahl, wenn es darum geht, heimische Wasservögel wie Enten und Schwäne mit ein paar Krumen zu erfreuen…

Schnell die trockenen Brötchen, Stullen und Brezen der vergangenen Tage in eine Tüte gepackt und zum nächsten Weiher getragen, um sie klein gebrochen und zerbröselt an das wasserliebende Federvieh zu verteilen und sich an vollen Schnäbeln und freudigem Quaken zu erfreuen… Für viele Entenfreunde gleicht dies einer sinnigen „Resteverwertung“ welche die Chance mit sich bringt, den gefiederten Sympathieträgern ganz nahe zu sein…

Was viele Brotfütterer nicht wissen: Das Vertilgen von Brot kann Wasservögel krank machen und diese beim Verzehr größerer Mengen sogar das Leben kosten – schnell wird den Tieren ihre unselektierte Fresslust da zum Verhängnis – Enten gelten als „Allesfresser“.

So warnt eine Vogelschutzexpertin vom „LBV“: „Brot ist kein geeignetes Futter, denn es enthält für die Vögel zu viel Salz und Zucker – und es quillt im Magen auf. Die Enten haben zwar vom Brot ein Völlegefühl, aber es enthält für sie keine Nährstoffe.“

Natürlicherweise besteht der Speiseplan von Ente & Co vornehmlich aus (Wasser)Pflanzen, Früchten, Sämereien, Insekten, Froschlaich, Kaulquappen, Würmer und Schnecken – ein naturgegebenes facettenreiches und nahrhaftes Futterangebot, welches heimische Gewässer das ganze Jahr über zu bieten vermögen.

Sonja Dölfel vom „Landesbund für Vogelschutz Bayern“ betont: „Die Fütterung von Wasservögeln ist eigentlich unnötig, sie finden in ihrer Umgebung genug zu fressen.“ Dölfel warnt: „Falsches Füttern schadet mehr als es nützt!“

Nicht nur Entenmägen nehmen durch die Gabe von Brot Schaden- auch ihre heimischen Gewässer werden durch übermäßige „Brotverschmutzung“ in ihrem natürlichen Gleichgewicht gestört – so weichen die Brotstücke und Krumen auf, sinken zu Boden und beginnen dort zu faulen. Die dabei entstehenden biologischen und chemischen Abbau-Prozesse verbrauchen enorme Mengen an Sauerstoff, welcher für Fische und andere Wassertiere unabdingbar ist. Das durch den Zersetzungsprozess entstandene Übermaß an Organismus-fremden Nähstoffen, fördert unweigerlich das Wachstum von Algen – Das Wasser droht zu „kippen“!

Ein weiterer negativer Aspekt der Fütterung aus Menschenhand stellt der Verlust der Scheu der Tiere dar: „Durch regelmäßiges Füttern werden sie zutraulicher und entfernen sich weiter aus dem Wasser oder dem geschützten Gebiet – und können dadurch dann leichter Opfer von Straßenverkehr, von Katzen oder Hunden werden.“ – warnt LBV-Expertin Sonja Dölfel.

Die an den zahlreichen Weihern, Flüssen und Seen ausgewiesenen Fütterungsverbote stellen also keine reine Schikane gegenüber passionierter Enten-Fütterer dar, sondern basieren auf empirischen Erkenntnissen, welche dem Schutz unserer heimischen Wasservögel- sowie dem Schutz ihrer Habitate – den zahlreichen Gewässern dienen.

Wer sich an verbotsfreien Stellen die Fütterfreude dennoch nicht nehmen lassen- und die Enten, Schwäne und Gänse mit verträglicher Kost erfreuen möchte, der beschränkt sich bei seiner Futter-Gabe auf spezielle Wasservogelfuttermittel (zu finden im Fachhandel), Haferflocken und schnabelgerecht portioniertes Obst und Gemüse. „Besonders beliebt sind wohl Salat oder Salatstrünke; gekochte Kartoffeln schmecken ihnen auch. Auch klein geschnittene Trauben, Bananen, Tomaten sind als Futter geeignet“- weiß Sonja Dölfl vom „LBV“.

Auch bei der Gabe von bekömmlichem und artgerechtem Futter ist stets darauf zu achten, dass die Futtermittel nur in geringen Mengen verteilt- und ausschließlich an Land verstreut werden damit diese nicht in die empfindlichen Gewässer gelangen.

Quelle: Enten füttern: Kein Brot: Diesen gesunden Snack für Enten hat jeder Zuhause | Bayern 1 | Radio | BR.de

 

 

 

 

 

 



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