“Initiative Tierwohl”? – eher Initiative “Gewissensberuhigung”!

Schon bei meiner ersten Begegnung mit dem Label der “Initiative Tierwohl” habe ich erkannt, wie leicht Menschen einem derart transparenzlosen Label Vertrauen schenken und ihnen ein gutes Gewissen suggeriert wird. Ich sah die Sticker der Initiative an den Fleischregalen und gleichzeitig die immer noch sehr niedrigen Preise; dabei dachte ich mir schon, dass dieses Label wohl ausschließlich dem Marketing dienlich ist. Da ich gemeinsam mit meiner Mutter einkaufen war, tat ich ihr gegenüber Gedanken diesbezüglich kund. Sie hingegen war davon überzeugt, meine Aussage als unrealistischen Pessimismus zu entlarven und meinte, dass diese Inítiative sicher etwas bringe; vielleicht nicht viel, aber immerhin etwas.

Was ist die “Initiative Tierwohl”?

Seit 2015 werden im Supermarkt pro verkauftes Kilogramm Schweine- oder Geflügelfleisch 0,04€ an die “Initiative Tierwohl” weitergegeben. Dieses Geld soll folglich an Betriebe gehändigt werden, die zur Initiative gehören, um die eigens verlautbarten Verbesserungen finanziell zu unterstützen. So soll jedes Schwein mehr Platz haben als in herkömmlichen Betrieben. Auf der Website der “Initiative Tierwohl” werden schillernde “Wahl-” bzw. “Wahlpflichtkriterien” für Schweine vorgestellt, wie “Komfortliegeflächen”, “Auslauf”, Angebot von “Raufutter” und “Saufen aus offener Fläche”.

Schillernde Versprechungen – die Realität sieht anders aus

Auch aktuelle Recherchen zeigen eindeutig, dass die “Initiative Tierwohl” kaum eine Besserung für die Tiere in Geflügel- und Schweinebetrieben darstellt. “Mehr Platz” bedeutet für Schweine lediglich ein Zugewinn von 0,1 m2 ; ob das als nennenswerte Besserung zu erachten ist, ist wirklich fragwürdig. Zudem leben Schweine immer noch in Ställen mit Spaltenböden, voller Exkremente; sodass Gelenkprobleme, ein hohes Infektionsrisiko und beißender Ammoniakgeruch vorhanden sind. Weibliche Tiere verbringen den größten Teil ihres Lebens in engen Kastenständen, in denen ihnen ihre Ferkel viel zu früh entrissen werden. Ebenso sind Rangkämpfe und herumliegende tote Tiere keine Seltenheit.

Folglich besteht kein nennenswerter Unterschied zwischen dem Ausmaß des Leidens der Tiere in Betrieben der “Initiative Tierwohl” und herkömmlichen Intensivtier”haltungen”. Selbst wenn sie Raufutter zur Beschäftigung erhalten und minimal mehr Platz haben, schmälern diese Aspekte nicht die Intensität des Leidens. Dass sich hier “immerhin etwas” ändert, nutzt also keinem der Leidtragenden; höchstens den Verbraucher_innen, die mit vermeintlich gutem Gewissen weiterhin ihr Fleisch konsumieren können.

Letztlich erfahren alle Tiere in jedem dieser Betriebe, wenn sie nicht schon zuvor an Krankheiten oder Verletzungen gestorben sind, das selbe Schicksal: Sie werden gegen ihren Willen geschlachtet und verzehrt. Das Dasein der Tiere ist von Schmerz, Leid und Angst geprägt. Diese barbarische Seite unserer Gesellschaft versucht die “Initiative Tierwohl” zu vertuschen oder besser gar buntzumalen und hinter einer rosaroten Traumwelt zu verbergen. Somit wird das aufkommende Bewusstsein für Tierschutz unter der Bevölkerung zugunsten der Fleischlobby missbraucht. Aufklärung über die tatsächlichen Zustände ist daher von höchster Priorität!

Schaut nicht länger zu, ändert etwas!

Jedes Jahr werden über 60 Milliarden sogenannter „Nutz“tiere getötet, um sie zu verzehren. Hinzu kommen Milliarden Fische und andere Meeresbewohner_innen. Die meisten dieser Tiere finden einen grausamen Tod nach einer kurzen und meist qualvollen Existenz – denn ein Leben ist es nicht. Dabei steht längst fest, dass der Konsum tierischer Produkte Tier, Mensch und Natur schadet. Knapp 100 Tiere rettet jährlich, wer sich für eine vegane Ernährung entscheidet. Jede_r hat die Wahl – jeden Tag am Supermarktregal! Probiert rein pflanzliche (vegane) Lebensmittel – für Tier, Mensch, Natur und euch! Informiert euch & andere!



Laura

Laura

"Solange die Menschen Tiere quälen, foltern und erschlagen, werden wir Krieg haben. Wie können wir irgendwelche idealen Zustände auf Erden erwarten, wenn wir die lebenden Gräber getöteter Tiere sind?" (George Bernard Shaw)
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