Leere Städte und Straßen – das große Hungern der Stadttauben
Aufgrund der Corona-Krise herrscht aktuell Totenstille in vielen deutschen Städten.
Die einst so belebten Stadtplätze, mit ihren zahlreichen Cafe`s und Restaurants, werden zu Orten der Stille. Die Straßen sind buchstäblich leergefegt… Da findet sich kein Brotkrumen mehr, zwischen den Pflastersteinen. Kein Kuchenkrümel, unter den zahlreichen Tischen der Bäckereien und Eisdielen. Selbst die städtischen Abfallkörbe sind lang nicht mehr so üppig gefüllt, wie noch vor einigen Tagen.
Der Futterquell unzähliger Stadttauben scheint versiegt. Da auch das Zufüttern in zahlreichen Städten Deutschlands mittlerweile einem strengen Verbot unterliegt, droht den einst so ungeliebten Stadtbewohnern vielerorts nun der Hungertod.
„Da Tauben sehr standorttreu sind, werden sie die Innenstädte nicht verlassen und verhungern, wenn ihnen nicht bald Nahrung zur Verfügung gestellt wird. Da gerade Brutsaison ist, werden auch viele Jungtiere in den Nestern sterben, wenn ihre Eltern sie nicht mehr füttern können.“
Stadttauben sind Haustiere und keine invasiven Wildvögel
„Was viele nicht wissen: Unsere Stadttauben sind Nachkommen von Brieftauben oder Haustauben, die der Mensch einst zur Fleischgewinnung gezüchtet hat. Im Gegensatz zu ihren wilden Namensvettern liegt es ihnen nicht in den Genen, selbstständig nach Nahrung zu suchen. Kein Wunder also, dass sie vor allem an Stellen anzutreffen sind, wo sie Essensreste finden.“
Entgegen aller Annahmen sind Tauben keine passionierten “Müllschlucker”, sondern Körnerfresser mit einer großen Vorliebe für getrockneten Mais, Sonnenblumenkerne und getrocknete Erbsen.
Verarbeitete Lebensmittel mit hohem Kohlenhydrat- und Salzgehalt sind für Vögel grundsätzlich absolut ungeeignet und werden von den Stadttauben nur aus ihrer Not heraus vertilgt.
„Das Image des Krankheitsüberträgers hält sich hartnäckig. Dabei hat das Bundesgesundheitsamt bereits vor Jahren klar gestellt: Eine Taube ist nicht gefährlicher als andere Nutz- oder Liebhabertiere.“
Die geltenden Fütterungsverbote stehen derzeit konträr zu geltendem Tierschutzgesetz:
§ 1 Grundsatz: „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. “
Wir sprechen uns deutlich für eine zumindest temporäre Lockerung bzw. Aufhebung der Fütterungsverbote aus!
Abgesehen davon, dass die Fütterungsverbote aktuell mit einer tierschutzgesetzeswidrigen Inaktivität gleichzusetzen sind, ist es nicht vertretbar, der lebensbedrohlichen Situation der Stadttauben mit Ignoranz zu begegnen!


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