Lockdown die Zweite

Das große Hungern der Stadttauben

Wie bereits im Frühjahr, sorgt der erneute Lockdown für leere Kröpfe bei den zahllosen Stadttauben des Landes…

Wo im letzten Winter noch reges Treiben auf den vielzähligen Weihnachtsmärkten der Dörfer und Städte herrschte, und die vielen Marktstände für üppige Stadttauben-Mahle sorgten, dominiert diesjährig bedrohliche Leere die einst so gut gefüllten Straßen, Abfallkörbe und Pflasterritzen…

Unerbittliche Kälte und Futterknappheit: Die Härte des Winters ist für die gefiederten Schönen per se immens strapaziös und verlangt von den vielgehassten Vögeln, hinsichtlich ihres kältebedingten Mehrbedarfes an Energie, alles ab- die Lockdown-bedingte Hungerproblematik, nebst der vielerorts herrschenden Fütterungsverbote, potenziert diesen saisonal bedingten Überlebenskampf ins Unermessliche!

Stadttauben sind Haustiere und keine invasiven Wildvögel !

„Was viele nicht wissen: Unsere Stadttauben sind Nachkommen von Brieftauben oder Haustauben, die der Mensch einst zur Fleischgewinnung gezüchtet hat. Im Gegensatz zu ihren wilden Namensvettern liegt es ihnen nicht in den Genen, selbstständig nach Nahrung zu suchen. Kein Wunder also, dass sie vor allem an Stellen anzutreffen sind, wo sie Essensreste finden.“

Entgegen aller Annahmen sind Tauben keine passionierten “Müllschlucker”, sondern Körnerfresser mit einer großen Vorliebe für getrockneten Mais, Sonnenblumenkerne und getrocknete Erbsen. Verarbeitete Lebensmittel mit hohem Kohlenhydrat- und Salzgehalt sind für Vögel grundsätzlich absolut ungeeignet und werden von den Stadttauben nur aus ihrer Not heraus vertilgt.

„Das Image des Krankheitsüberträgers hält sich hartnäckig. Dabei hat das Bundesgesundheitsamt bereits vor Jahren klar gestellt: Eine Taube ist nicht gefährlicher als andere Nutz- oder Liebhabertiere.“

Quelle: https://www1.wdr.de/…/tiere…/themen/stadttauben-100.html

Die geltenden Fütterungsverbote stehen derzeit konträr zu geltendem Tierschutzgesetz:
§ 1 Grundsatz: „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. “

Eine temporäre Verbotslockerungs-Planung der Stadt Hannover erfährt unverständlicherweise Spott und Hohn: https://www.ndr.de/…/Stadt-will-Taubenfuetterung…

Wir sprechen uns deutlich für eine zumindest temporäre Lockerung bzw. Aufhebung der Fütterungsverbote aus!
Abgesehen davon, dass die Fütterungsverbote aktuell mit einer tierschutzgesetzeswidrigen Inaktivität gleichzusetzen sind, ist es nicht vertretbar, der lebensbedrohlichen Situation der Stadttauben mit Ignoranz zu begegnen!

Wir fordern volle Stadttaubenkröpfe – und zwar über den Lockdown hinaus!



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