Löwenköpfchen, Blasenauge & Co – wenn Qual zur Zierde wird

Der Goldfisch zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Zierfischen überhaupt. Bereits vor rund 1000 Jahren habe man im alten China seine Vorliebe für die eleganten Kaltwasserfische im orange-goldenen Schuppenkleid zelebriert, in dem man diese, zu primär dekorativen Zwecken, in Tongefäßen oder flachen Becken hielt und sie zudem, auf züchterischem Wege, modekonformer optischer Präferenzen anglich.
So entstanden im Laufe der Zeit nicht nur intensive Farbvariationen und besonders ausladende Flossenformen- sondern auch extrem kompakte, skurril anmutende Körper und groteske „Missbildungen“, welche züchterisch etabliert wurden.

Besonders die Position und Formung der Augen, spiele im Goldfisch-Zuchtwesen eine übergeordnete Rolle…

„Als *Teleskopaugen* werden Goldfische mit seitlich weit aus den Augenhöhlen hervorstehenden, bei großen Exemplaren durchaus Glasmurmelgröße erreichenden Augäpfeln bezeichnet. Sind die Augen senkrecht nach oben gerichtet, nennt man solche Goldfische *Himmelsgucker*. Beim *Blasenauge* oder *Bubble Eye* befinden sich flüssigkeitsgefüllte Hautsäcke unter den Augen, die bei älteren Exemplaren durchaus die Größe von Taubeneiern erreichen können und die Augen nach oben drücken.“

– Zuchtinduzierte Missbildungen, welche mit immensen visuellen Einbußen für die Fische einhergehen- sie in ihrer Orientierung behindern und zudem äußerst empfänglich für Verletzungen sind!

„Kennzeichen diverser anderer Goldfischrassen sind Wucherungen der Kopfhaut von teilweise bizarrer Form und Größe. Bei *Löwenköpfen*, *Büffelköpfen* und anderen Zuchtformen können auch die Kopfseiten und die Kiemendeckel von „brombeerartigen“ Hautauswüchsen bedeckt sein.“

– Diese krankhaft anmutenden Wucherungen schränken das Gesichtsfeld der Tiere erheblich ein- und fungieren außerdem als struktureller Nährboden für infektiöse Veränderungen und Verletzungen!

Nur mit der züchterisch gezielten Stauchung und Verkrümmung der Fischwirbelsäule, entstehen gedrungen- kugelige Goldfischkörper, wie sie bspw. bei Zuchtformen wie dem *Schleierschwanz* erkennbar sind. Aus dieser physischen „Kompaktisierung“ resultieren muskuläre Fehlstellungen, welche die Funktion der Muskulatur erheblich irritieren und verfälschen.

Fische mit gedrungenem Körper sind in ihren Schwimmfähigkeiten stark behindert und taumeln meist unbeholfen durchs Wasser, was auch eine Vergesellschaftung mit anatomisch unbeeinträchtigten Fischen unmöglich macht und ein Leben in einem Teich nicht erlaubt. Fische mit „Kugelbauch“ neigen außerdem häufig zu Verdauungsstörungen und Fehlfunktionen der Schwimmblase, was eine instabile Positionsfindung im Wasser zur Folge hat und die Tiere nicht selten in buchstäblich „missliche Lagen“ zwingt.

Schleierartige Beflossungen erfreuen sich, aufgrund ihrer optischen Eleganz, größter Beliebtheit. Als Antriebsorgan allerdings, taugen die verlängerten, in ihrer Form meist extrem ausladenden Flossen nur bedingt. Auch das natürliche Fortpflanzungs- und Balzverhalten derart übertrieben bestückter Fische, kann, aufgrund der defizitären Wendigkeit, nicht mehr ungehindert und authentisch ausgeführt werden. Zudem ist die Stabilisierung der Schwimmlage signifikant gestört.

Auch die optisch „optimierte“ Beschuppung diverser Goldfischarten, birgt große Gefahren. „Die Zuchtform der *Perlschupper* beim Goldfisch besitzt abstehende, stark gewölbte Schuppen, die keinen hinreichenden Schutz des Körpers mehr gewährleisten. Die abstehenden Schuppen, manchmal auch Kiemendeckel, können sich in der Aquarieneinrichtung verfangen und ausreissen. Durch Beschädigung der Schleimschicht, die beim gesunden Fisch über den Schuppen liegt, und Verletzungen der Haut können Bakterien und Pilze in den Organismus eindringen und Infektionen verursachen.“


http://www.tierschutz.com/publikationen/heimtiere/infothek/zucht/zucht06.pdf

Dekorativer Anreiz vor Lebensfähigkeit – Da ein Großteil der optisch motivierten Zuchtmerkmale betroffene Goldfische beinahe gänzlich untauglich für ein Leben in großräumigeren Gewässern macht und diese daher in gläserne Gefängnisse zwingt, landen unzählige der armen Seelen in sogenannten „Kugelaquarien“- auch Goldfischglas genannt, wo sie ein unsagbar trauriges stupides Dasein in beengender Tristesse fristen müssen.

Die Qual im Glas
https://praxistipps.focus.de/goldfisch-im-glas-das-sollten-sie-wissen_114287

Verzichte auf tierische Dekorations-Elemente – Boykottiere Qualzucht im goldenen Schuppenkleid ❗️



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