Mauscheleien auf Kosten der Tiere

Mauscheleien auf Kosten der Tiere

Die Wogen rund um den Wildtierpark Johannismühle werden immer größer. Berichteten wir über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen der Tierhaltung, auffällige Tiere, qualitativ schlechtes Futter, u.v.m., so stießen wir auch auf dubiose Vorgänge und Verflechtungen zwischen Wildtierpark und Politik.

Der Hauptgesellschafter des Wildparks Johannismühle GmbH & Co KG konnte den Wildtierpark im Jahr 2014 übernehmen. Die Kuriosität bei der Übernahme, in Verbindung mit der Stadt Baruch, die eigentlich diesen Park übernehmen wollte und dieses dann doch nicht vollzog, hatten wir in der 31. KW schon aufgezeigt (https://www.facebook.com/AnimalsUnited.eV/posts/2459158144105625).

Im Jahr 2013 stieg die Stadt aus dem möglichen Kauf des Wildtierparks aus, der spätere neue Eigentümer, Herr Stubbe, saß im Stadtrat und diversen Gremien. Er kündigte schon damals an, dass er einen Investor an der Hand hätte. Tatsächlich wurden 2013 sowohl die Ehefrau, wie auch die Schwiegermutter des aktuellen Hauptgesellschafter in die Gerus GmbH als Gesellschafter eingebracht – diese Anteile sind inzwischen weitergegeben worden an den Hauptgesellschafter der Wildtierpark GmbH & Co KG.

Was hat die Gerus GmbH mit der Wildtierpark GmbH & Co KG zu tun?

Die Wildtierpark GmbH & Co KG verfügt nicht über den kompletten Grundbesitz des Wildtierparks, einzelne Stücke sind in Privatbesitz und wurden seinerzeit durch die Gerus GmbH gepachtet und werden aktuell weiterverpachtet an die Wildtierpark GmbH & Co KG, wofür nach unseren Kenntnissen 60.000 € jährlich an Pacht gezahlt werden.

Animals United e.V.​ war vor gut einer Woche nochmals selber vor Ort und konnte nicht feststellen, dass trotz Anzeige beim Amt, große Verbesserungen umgesetzt worden wären.

Neben unseren bereits vorgetragenen Kritikpunkten wie der qualitativ unzureichenden Futtergewährung an einzelnen Tieren, der mangelnden Wasserversorgung innerhalb einiger Gehege, der mangelnden Haltung der Wisente, der leidenden Ziege im Wildtierpark, den mangelnden Sicherheitsvorkehrungen u.v.m. haben wir auch einen neuen Fall entdeckt – den armen Turmfalken Krümel!

So konnten wir u.a. eine Voliere finden, welche aus unserer Sicht vollkommen ungeeignet zur Haltung von Greifvögeln ist. Hier lebt jedoch der Turmfalke „Krümel“, laut Beschreibung an der Voliere.

Diese Voliere ist nicht nur äußerst knapp bemessen. Der Turmfalke Krümel hat keine Möglichkeit, sich den Besuchern zu entziehen und sucht permanent Deckung in einem, an die Volierenwand montierten, max. 10 cm breiten hohlen Baumstamm, der keine wirkliche Deckung bietet. Nach aktuell gültigen Anforderungen für die Haltung von Turmfalken, nicht nur in zoologischen Einrichtungen, ist diese Haltung reine Tierquälerei.

Es macht den Anschein, dass nun krampfhaft versucht wird sich durch politische Verbindungen über Wasser zu halten, was jedoch langfristig keine zuverlässige und adäquate Versorgung der Tiere darstellt.

Nach Informationen von Leser_innen wurde uns mitgeteilt, dass Fördergelder über die LAG geflossen sind, bzw. fließen sollen. Hierbei fiel immer wieder der Name des parteilosen Bürgermeisters Ilk, der eng mit der Wildtierpark GmbH & Co KG verbandelt ist. Sein Sohn arbeitet schon länger dort, seine Ehefrau soll dem Vernehmen nach dort angefangen haben, bzw. anfangen zu arbeiten.

Der Bürgermeister Ilk, der ebenfalls Vorsitzender der LAG ist, und von dessen Seite aus bereits Fördergelder geflossen sind oder fließen sollen.

Es wurden auch direkt nach der Übernahme 2014 Fördermittel zur Verfügung gestellt.

Dieses ist deswegen aufschlussreich, weil der Wildtierpark die Verlängerung der Zoogenehmigung und die Waldumwandlungsplanung mit der Forstbehörde erfüllen muss, was wiederum einiges an Geld verschlucken wird.

Festzuhalten bleibt somit, dass die notwendige Genehmigung zur befristeten Fortführung des Wildtierparks an die Stellung einer Sicherheitsleistung gebunden ist, der Wildtierpark jedoch aktuell (laut Aussagen gegenüber Medien zu den aktuellen Zuständen) in einer finanziellen Schieflage ist. Dennoch ist der Ausbau der Raubtiergehege geplant und hat augenscheinlich schon Fördermittel zugesagt bekommen.

Wundert es bei diesen Verflechtungen tatsächlich jemanden, dass die Behörden hinsichtlich Sicherheit und Tierhaltung nicht genauer hinschauen?



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