Menschliche Invasivität & Denaturierung

Das Massensterben der Insekten

 

Das einst so farbenreiche ökologische „Big Picture“ ergraut zusehends…

Die multifaktoriellen Ursachen des Massensterbens der Insekten haben allesamt eines gemein:

„Allen Faktoren gemeinsam ist allerdings, dass sie mit Aktivitäten des Menschen zusammenhängen. In der Nähe des Menschen sei das Insektensterben besonders auffällig, schreiben Autoren des PNAS-Schwerpunkts. Die meisten dieser schädlichen Einflüsse machen nicht nur den Insekten zu schaffen, sondern auch vielen anderen Tieren und Pflanzen. Es scheint aber einige zu geben, unter denen Insekten besonders leiden. Dazu gehört neben dem Einsatz von Pestiziden und Herbiziden auch die Lichtverschmutzung. Es gebe immer mehr Hinweise darauf, dass diese vor allem in Städten eine wichtige Rolle beim Schwund der Insekten spielt, schreibt unter anderem David Wagner in PNAS.“

56 Wissenschaftler aus aller Welt begaben sich auf Spurensuche, um das Phänomen der exponentiellen Populationsdezimierung von Schmetterling, Käfer, Biene & Co zu eruieren:

„In der aktuellen Ausgabe des Fachjournals PNAS fassen jetzt 56 Wissenschaftler zusammen, was man bislang über den Schwund der Insekten weiß – und was nicht.“

Vor allem einst populationsstarke Arten, scheinen von dem globalen Schwund betroffen:

„Anders als bei vielen anderen Tieren schwinden bei Insekten nicht vor allem seltene Arten, sondern auch solche, die früher stark verbreitet waren.“ – Die „Biomasse aller fliegenden Insekten“ Deutschlands sei binnen 27 Jahren um ganze „76 Prozent zurückgegangen.“

Sämtliche Ökosysteme seien aufgrund des Wegfalls unverzichtbarer geflügelter Akteure von empfindlicher Instabilität bedroht: „Zum einen sind Insekten Nahrungsgrundlage für viele andere Tiere, deren Überleben ebenfalls gefährdet ist, wenn sie nicht mehr genug zu fressen finden. Zum anderen spielen Insekten eine essenzielle Rolle dabei, dass die Böden fruchtbar und das Wasser sauber bleiben. Ohne sie würden die Stoffkreisläufe in der Natur zusammenbrechen.“

Überraschender Weise habe man im Rahmen der Studien auch solche Spezies ausmachen können, welche sich die menschengemachten klimatischen und weitere restriktive Bedrohungen zu Nutze machen oder diese zumindest kompensieren: „Einzelne Spezies schaffen es nämlich, dem Trend zu entgehen und sich zu vermehren oder den Bestand zumindest stabil zu halten. Einige Arten, denen es bisher in bestimmten Regionen zu kalt war, profitieren vom Klimawandel und können ihren Lebensraum aufgrund der ansteigenden Temperaturen ausweiten.“

Als einer der Primärfaktoren bzgl. des Insektensterbens mache man die intensive Landwirtschaft aus:

„Wir gehen davon aus, dass die Ausbreitung und Intensivierung der Landwirtschaft direkt mit dem Schwund zusammenhängt.“- erklären die studienführenden Wissenschaftler. „Intensive Landwirtschaft beeinträchtigt Insekten aus verschiedenen Gründen: Monokulturen verringern sowohl das Nahrungsangebot als auch die Zahl ihrer Lebensräume; der Einsatz von Dünger erhöht Nitratgehalt in Gewässern und Böden, was allen Insekten schadet, die an eine nährstoffarme Umgebung angepasst sind; und viele Pestizide dezimieren nicht nur Schädlinge, sondern auch viele andere Insekten. Dazu kommt, dass vor allem in den Tropen jedes Jahr Millionen Hektar Wald abgeholzt werden, um neue Ackerflächen zu schaffen. Dort werden dann oft Pflanzen für den Export angebaut: Ölpalmen zum Beispiel oder Soja.“

Auch der voranschreitende Klimawandel sei primärursächlich: „Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Klimawandel mit dem Anstieg der Temperaturen auch die Insekten immer stärker beeinträchtigen wird.“

Europa- allen voran Deutschland habe in den letzten Jahren einiges veranlasst, um dem Massensterben der Insekten Einhalt zu gebieten. „Unter anderem hat die Europäische Union den Einsatz bestimmter Pestizide stark eingeschränkt.“ Parallel haben die Regierungen mancher Länder Geld zur Verfügung gestellt, um Insekten besser zu schützen. Deutschland allein hat fast 100 Millionen Euro investiert.“

Die Wissenschaft intendiere ihre Forschungen weiter zu intensivieren- die Erforschung von Insekten sei allerdings, aufgrund des breiten Artenspektrums, eine hochkomplexe Angelegenheit: „Viele von ihnen werden verschwinden, ohne dass sie je bemerkt wurden.“

„Wir müssen jetzt handeln!“- mahnen die Wissenschaftler.

Quelle: Das Sterben der Insekten hat viele Ursachen – Wissen – SZ.de (sueddeutsche.de)

Die menschliche ökonomisch orientierte Einflussnahme auf fragile ökologische Kreisläufe scheint, hinsichtlich der Irritation und sukzessiven Zerstörung selbiger, monokausalen Stellenwert zu haben.

Es ist an uns, unseren Konsum- und Lebensstil reflektiert und naturkompatibel zu gestalten, um die Gebrechen dieser Erde nicht weiterhin gen gänzlicher Irreversibilität zu *er*wirtschaften und das Ergrauen des ökologischen „Big Picture“ zu stoppen!

 

 

 

 



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