Missstand im Wildtierpark Johannismühle

Die Zustände um den Wildtierpark Johannismühle erreichte nun auch die Aufmerksamkeit der Märkischen Zeitung.

Artikel des MAZ vom 15.07.2019

Wir sind dankbar, dass dort thematisiert wurde und auch der neue Geschäftsführer, der dritte in kürzester Zeit, was sicher auch die Frage nach den Möglichkeiten vor Ort aufwirft, zu Wort gekommen ist.
Die Aussagen des Geschäftsführers jedoch müssen kritisch beleuchtet werden, denn sie sind schon vielsagend.


So weist dieser zu Beginn alle Vorwürfe als „einseitig beleuchtet“ und „falsch“ zurück. In der nächsten Aussage jedoch räumt er Missstände ein, denn er spricht selbst von „Wartungsstau“ und Fehlentscheidungen der Vergangenheit. Die Krönung der Dreistigkeit ist jedoch seine Kritik an den Vorgängern/innen, wenn er gleichzeitig jedoch bestätigt, dass geforderte Umbaumaßnahmen nicht oder schlecht umgesetzt wurden.


Beschädigte Zäune gehören zum Alltag, so der Geschäftsführer. Alle Mängel zu beseitigen sei allerdings weder personell noch finanziell möglich. Das bedeutet in der Praxis, dass die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann, dass Gefahren vorsätzlich geduldet werden.

Wir teilten hinsichtlich der Zaunanlagen mit, dass die Zäune teilweise nur noch eine Höhe von 1,10m – 1,50m aufweisen, was im Zusammenhang mit der Örtlichkeit des Wildparks, mitten im Wald, nicht verhindert, dass Wildarten wie Damwild und Rotwild in die zoologische Einrichtung eindringen und somit auch Krankheiten einschleppen können.


Die Sicherheit der bestehenden Gehege sind also aufgrund von Geldmangel und Personalmangel nicht zu gewährleisten, gleichwohl teilt der Geschäftsführer dem Förderverein schriftlich mit (Aussage liegt uns vor), dass derzeit Planungen zur Haltung von neuen Raubtieren vorliegen. Das ist dreist und fahrlässig.
Sein Jammern und seine Schuldzuweisung an Dritte geht jedoch weiter, als er ausführt, dass „richtige Tierfreunde“ mit offenen Armen willkommen geheißen würden und er bemängelte, dass es im Vorfeld keine Informationen gegeben hätte.

Das ist falsch, denn sehr wohl wurden noch vor unseren Veröffentlichungen Mitteilungen abgegeben, entsprechende Mails liegen vor und sind auch in der Bewertung des Wildtierparks nachlesbar.
Er selber sagt ja auch, dass es auch in der Vergangenheit zu Kritik gekommen sei, da ehemalige Mitarbeiter regelmäßig Tierschützer mit falschen Fakten anfüttern würden.
Dieses möchten wir zum Anlass nehmen und die ehemaligen Mitarbeiter/innen um vertrauliche Kontaktaufnahme zu bitten, denn unsere Recherche basierte auf Meldungen von Besuchern/innen und hieraus resultierenden eigenen Recherchen. Danke Herr Tayeb für diesen Hinweis, den wir nun gerne umsetzen werden.

Seine Aussagen an die Märkische Zeitung oder aber seine Ausführungen an den Förderverein des Wildparks, welcher Patenschaften für die Tiere übernommen hat und die Futter-, sowie tiermedizinische Kosten übernommen haben, stehen im Widerspruch. So behauptet er gegenüber der Zeitung zu den drei von uns explizit angefragten Tieren, dass diese tatsächlich in den vergangenen Wochen an Altersschwäche starben oder aus gesundheitlichen gründen „erlöst“ werden mussten. Dem Förderverein teilte er selbiges mit, jedoch direkt auf unsere drei Tiere, dass der Braunbär Igor aufgrund einer Arthrose in der Hüfte, welches ein Aufstehen unmöglich machte (unsere Filmaufnahmen haben gezeigt, dass er im Juni noch sich der Krankheit entsprechend bewegen konnte, erlöst werden musste.

Der Uhu Jule wegen neurologischen Ausfällen und völliger Orientierungslosigkeit und unkoordinierten neurologischen Kopfdrehungen erlöst werden musste (Anmerkung: Jule ist seit vielen Jahren erblindet) und der Waschbär Mokkabär ebenfalls wegen neurologischer Ausfälle nicht mehr richtig laufen konnte und deshalb erlöst wurde. Alle drei Tiere wurden also „erlöst“, von Altersschwäche als Todesursache kann also nicht die Rede sein.

Im Wildtierpark Johannismühle scheint so einiges im Argen zu liegen, wir bleiben weiter am Ball.

Für die Rechte der Tiere – denn Mitleid ist zu wenig

 



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