Offener Brief an die Werbegemeinschaft Syke e.V zum Fall Ponyreiten

OFFENER BRIEF

Werbegemeinschaft Syke e.V. fördert das zweifelhafte Ponyreiten!

Seit Jahren schwelt die Diskussion über das Tierwohl, tatsächlich jedoch interessiert es nur wenige.
So auch der Syker Werbering, welcher alljährlich mit dem zweifelhaften Ponyreiten versucht Publikum zu gewinnen.

Die armen Ponys werden tag-täglich ausgebeutet, müssen den ganzen Tag monoton in einem winzigen Kreis laufen, während hunderte Hände sie betatschen, an ihnen herumgezogen und gezerrt wird, alle paar Minuten neue Kinder auf ihre Rücken gesetzt werden, die Kinder schreien, toben, weinen, treten sie, ziehen an ihren Haaren, alles müssen diese wunderbaren Tiere wehrlos über sich ergehen lassen. Das kann nicht sein! Wirbelsäule und Beine von Ponys bzw. Pferden sind nicht für stundenlanges Im-Kreis-Laufen ausgelegt. Schmerzhafte Gelenk- und Wirbelschäden sind häufig die Folge. Die Stereotypie des Tätigkeitsmusters und die damit verbundene Reizarmut stellt für die Tiere eine zusätzliche, psychische Belastung dar. Ponys sind keine Rondell-Maschinen. Ponykarussells gehören abgeschafft!

Rückfragen bei dem Veranstalter beantwortet man mit einer erschreckenden Arroganz. Sie verweisen darauf, dass dieses zweifelhafte Vergnügen über Jahrzehnte betrieben wurde – was zweifelsohne richtig ist, doch ob es gut für die Pferde ist mag bezweifelt werden. Grausame Tierversuche wurden und werden ebenfalls seit Jahrzehnten durchgeführt.

Ferner heißt es, ich zitiere:
„Es ist davon auszugehen, das weder tierschutzrechtliche, noch tierärztliche Gründe gegen dieses Angebot sprechen.“

Hier irrt der gute Herr Michael Lux (Geschäftsführer Werbegemeinschaft Syke und Lux Marketing & Organisation) gewaltig, denn die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V. schrieb in ihrer Publikation im Jahr 2008 folgendes:

„Dabei werden folgende Kritikpunkte besonders häufig geäußert:
1. Anbindehaltung der Ponys im Transportwagen, z. T. über mehrere Tage während
der Dauer der Veranstaltung
2. Laufen der Ponys ausschließlich auf einer Hand / Aufbau zu kleiner Manegen
3. Keine Einhaltung von regelmäßigen Pausen
4. Laufen auf hartem Straßenuntergrund mit nur dünner Sägemehlschicht
5. Mangelhafte Ausrüstung der Ponys in der Reitbahn
6. Mitführen von Hengsten und Stuten mit Fohlen
7. Stehen der Ponys und Betrieb der Reitbahnen neben lauten Fahrgeschäften
Hervorgehoben werden muss zudem, dass den Kindern durch das stupide im Kreislaufen der Ponys ein Bild vom Pferd vermittelt wird, das aus der Sicht des ethischenTierschutzes heute nicht mehr zeitgemäß ist.”

Ferner heißt es dort:
„Die Gelenke des Pferdes sind anatomisch nicht auf eine dauerhafte Kreisbewegung ausgerichtet. Das häufige Laufen auf zu kleinem Kreisbogen kann durch die seitliche Rotationsbelastung zu Langzeitschäden an den Gelenken, insbesondere der inneren Gliedmaßen, führen.“

Die Beschwerde von tierfreundlichen Mitbürger*innen verwarf Herr Lux eigenständig, denn er teilte mit, dass er die bedenken NACH dem Frühlingsfest zur Kenntnis geben wird.

Wir werden zukünftig von ANIMALS UNITED e.V. auch dieses Treiben in Syke sehr wohl im Auge behalten und bitten die Unternehmen des Werberings Syke um eine Stellungnahme.

Ihr könnt Eure Rückfragen gerne an die Betriebe der Werbegemeinschaft Syke stellen:
https://www.wg-syke.de/mitglieder/mitgliedsbetriebe



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