„Populationsmanagement“ – Alibi der Tötungslust?

In heimischen Habitaten zu Tode gehetzt… aus dem Hinterhalt abgeknallt uns als Trophäe die vermeintliche Potenz derer symbolisierend, die nach anderer Spezies Leben trachten. In deutschen Wäldern herrscht Krieg…

Krieg gegen die Natur und jene Geschöpfe, die Selbige hervorgebracht hat. Krieg gegen die, die man sukzessive ihrer Heimat beraubt- und deren Existenzrecht man verkennt.

Die Jagd wird vielerorts immer noch glorifiziert und in ein „elitäres“ Licht gerückt. Das mutwillige Töten gerne als notwendiges Übel deklariert, wo die Grundintention des Jägerdaseins meist doch genau darin liegt. Schmuck gewandet durch die Wälder streifend, über der Schulter in „Waidmanns – Manier“ das Gewehr… Ein Phallus-Symbol mit tödlichen Absichten.

Was die Legitimierung ihrer todbringenden Streifzüge betrifft, zeigt man sich seitens der Jägerschaft durchaus kreativ:

Das sogenannte „Populationsmanagement“ ist von dringlicher Notwendigkeit? Ohne Bejagung würde sich die Populationsdichte ganz autark regulieren. Durch die Jagd werden Familienverbände zerstört, die in klaren Hierarchien strukturiert sind. Die Störung dieser festen Bande hat nicht selten eine Irritation des natürlichen Fortpflanzungsrhythmus zur Folge, da feste Sozialstrukturen als naturgegebenes Regulativ wegfallen. Durch Bejagung sinkt unweigerlich die Lebenserwartung, woraus nicht selten ein verfrühtes Eintreten der Geschlechtsreife resultiert!

Krankheitskontrolle durch Bejagung? Die Jagd sorgt für weitläufige Wanderungen des Wilds, was wiederum eine großflächige Ausbreitung von Krankheiten begünstigt. Gerne tituliert man beliebte Schuss-Objekte, wie bspw. den Fuchs, auch als potenziellen Krankheitsüberträger, um dessen Tötung legitimieren zu können!

Leidfreier Tod? Fundierte Einschätzungen besagen, dass die Tiere in mindestens 70% der Fälle nicht direkt versterben, sondern sich nach dem vermeintlich „finalen Schuss“, nicht selten noch tagelang mit zerschossenen Knochen und aushängenden Gedärmen durch die Wälder schleppen, ehe sie qualvoll zu Grunde gehen!

Tötung als ökonomische Schadensbegrenzung? Landwirtschaftliche Monokulturen und wirtschaftliche Beforstung dulden keine „Wildschäden“ wie bspw. den Verbiss von jungen Bäumen. Man hat daher ein großes Interesse daran, die Wildpopulation zu minimieren. Ein natürlicher Wald hingegen, lebt sogar von diesen sogenannten „Wildschäden“!

Jagd als Unfall-Prävention? Das Gegenteil ist der Fall! Die durch die Treibjagden aufgescheuchten Tiere laufen, in ihrer Panik und Orientierungslosigkeit, besonders häufig auf Straßen. Wildunfälle sind da vorprogrammiert!

Besonders paradox scheint die winterliche Zufütterung jenes Wildes, welchem man sich aus primär ökonomischen Gründen, zumindest offiziell, entledigen möchte. Will man sich seitens der Schussfreudigen nicht viel mehr seine „Schuss-Objekte“ für die nächste Saison sichern, indem man das natürliche Regulativ, die Futterknappheit, außer Kraft setzt?

Alibi der Tötungslust? Zahlreiche “Interventionsmethoden” der Jägerschaft dienen als Bestätigung dafür, dass man primär bestrebt ist, seinem blutigen Hobby eine vermeintlich plausible Legitimation beizumessen, um weiterhin unbehelligt seinen „Grünen Krieg“ fortführen zu können!



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