Qualzucht – die Französische Bulldogge

Unser heutiger Akteur aus unserer Reihe der Qualzucht ist die Französische Bulldogge.

Ihren Ursprung hat die Französische Bulldogge in Frankreich und wurde 1898 vom Verband Société Centrale Canine als Rasse anerkannt. Laut dem FCI (Fédération Cynologique Internationale) ist diese Rasse als Gesellschafts- und Begleithund eingestuft.Die Französische Bulldogge ist ein kleiner doggenartiger Hund ohne Arbeitsprüfung. Rüden wiegen im Schnitt zwischen 9-14kg, die Hündinnen etwa 8 -13 kg.

Es heißt, dass die Französische Bulldogge in den Molossern Epiriens und dem römischen Kaiserreich ihren Ursprung hat. Sie ist verwandt mit den Ahnen des Bulldogs Großbritanniens, mit den Alanerhunden des Mittelalters und mit den großen und kleinen Doggen Frankreichs.
Es sind intelligente Hunde, verspielt und anhänglich. Gern wird diese Rasse auch als charmant und smart bezeichnet. Der Bewegungsdrang ist eher mäßig im Vergleich zu anderen Rassen.

Alles in allem klingt es nach einem sehr angenehmen Begleithund.
Die Schattenseite, wenn man es denn so nennen mag, ist der gesundheitliche Faktor. Das kurze und an manchen Stellen wenig bewachsene Haarkleid, macht es der Rasse bei hohen Temperaturen schwer, im Alltag zurecht zu kommen. Man könnte das Fell des Hundes auch als naturgegebene Klimaanlage bezeichnen. Die Haut wird vor Sonneneinstrahlung geschützt und die abgeworfene Unterwolle (sollte regelmäßig ausgebürstet werden) sorgt für gute Belüftung auf der Haut. Zu starke Sonneneinstrahlung kann auch bei Hunden zu Hautkrebs führen!

Ein weiteres Gesundheitsproblem ist die Kurzatmigkeit durch die verkürzte Nase. Im Grunde spricht man hier von einer Atembehinderung, im Fachausdruck Brachycephalen Rassen. Das bedeutet, dass der Hund zu enge Nasenlöcher, zu enge deformierte Nasengänge-/Muscheln, ein zu langes Gaumensegel und einen verkürzten/deformierten Rachenraum mit zu dicker/zu langer Zunge aufweiset. Anzeichen sind hierfür sind röchelnde oder dem Schnarchen ähnliche Geräusche, für den Besitzer häufig ein Grund vor lauter Drolligkeit auszuflippen. Der durch diese angeborenen Engstellen verursachte Unterdruck beim Einatmen führt dann im Laufe der Zeit zu weiteren, also sekundären Veränderungen. Es kann eine weitere Verlängerung/Verdickung des Gaumensegels, Vorfall der Kehlkopftaschen (zusätzliche Behinderung des Luftstroms) und in extremen Fällen die gesamte Deformation des Kehlkopfes und der Luftröhre hinzukommen. Die deformierte Nasenmuschel funktioniert nicht mehr richtig und kann zum Temperaturausgleich nicht mehr genutzt werden. Das zur die Folge, dass Brachycephale Hunde nicht selten im Sommer durch die Hitze kollabieren. Die Kurzatmigkeit ist sehr belastend für den Hund und hindert ihn, in seinem Naturell frei zu sein. Er ist immer wieder damit beschäftigt Luft zu bekommen und die Atemnot auszugleichen.

Die heutige Medizin ist soweit fortgeschritten, dass dieses Problem operativ behandelt werden kann. Allerdings sollte man sich im Vorfeld zum Wohle des Hundes fragen, ob solch ein Eingriff überhaupt nötig sein sollte?! Auch der Bewegungsapparat der Französischen Bulldogge hat durch Überzüchtung einen erheblichen Schaden mit sich genommen. Häufig ist es die Bandscheibe oder die Keilwirbelbildung, die erhebliche Probleme bereiten. Die Krankheitsbezeichnung „Dackellähme“ also der Bandscheibenvorfall ist häufig bei den sogenannten chondrodystrophen Rassen zu erkennen. Diese Rassen sind mit einer gewollten Entwicklungsstörung gezüchtet worden. Merkmale sind die kurzen Beine und der lange Rücken.
Der angeborene Knorpeldefekt lässt die französische Bulldogge zu einer Bandscheibendegeneration neigen. Symptome sind starke Schmerzen bis hin zur Lähmung. Die Korkenzieher ähnliche Rute hat zu Folge, dass bei der Französischen Bulldogge eine Keilwirbelbildung vorkommt. Die Nervenschädigung im Rücken beeinträchtigt den Hund stark im Bewegungsablauf, die Muskelkraft wird geschwächt und kann bis hin zur Inkontinenz führen.

Als wären das nicht schon genug Baustellen, neigt die Französische Bulldogge auch zu Epilepsie. Diese Erkrankung ist mutmaßlich vererbt worden im Verlauf der Zucht. Allerdings gibt es die sekundäre bzw. symptomatische Epilepsie, die von Krankheiten, Stoffwechselstörungen oder Verletzungen des Gehirns verursacht wird.
Aus gesundheitlicher Sicht ist die Französische Bulldogge stark negativ beeinflusst durch Überzüchtung. Das stetige Verlangen des Menschen, die Französische Bulldogge noch niedlicher und Welpen-ähnlicher zu kreieren hat diese Rasse zu dem gemacht was sie heute ist. Eine Rasse die inzwischen zurecht als Qualzucht bezeichnet wird!

Mit großer Freude können wir aber auch vermerken, dass es auch einige Menschen gibt, die diese Hunde wieder gesund züchten wollen ohne diese dramatischen gesundheitlichen Probleme.

Wir sind der Ansicht, dass jedes Lebewesen ein Recht auf ein qualfreies Leben hat und das bezieht sich nicht nur auf die Haltung sondern auch auf den gesundheitlichen Zustand. Informiert euch über den Züchter und Hund eurer Wahl!

Im besten Fall distanziert man sich gänzlich von dem “Rassen-Wahn” und holt sich seinen neuen vierbeinigen Freund, ungeachtet dessen vorhandenen oder nicht vorhandenen Stammbaumes, aus dem Tierheim.

Quellen

https://partner-hund.de/hunderassen/hunderassen-von-a-bis-z/franzoesische-bulldogge https://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=17962 https://www.tierneurologie-berlin.de/neurologische-erkrankungen-und-fälle/keilwirbelund-kyphose-bei-der-französischen-bulldogge/



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