Rinder-Hölle auf hoher See

Monatelang eingepfercht & unterversorgt auf hoher See: Höllenfahrt mit tödlichem Ende

Von Spanien – nach Türkei – nach Lybien – nach Italien – wieder zurück nach Spanien

(Route der „Karim Allah“)

Seit Dezember bereits irren zwei Frachtschiffe – Die „Elbeik und die „Karim Allah“ – scheinbar ziellos durch große Meere- Ihre „Fracht“: rund 2.600 Rinder und Kälber.

Ihre Höllenreise begann am 18. Dezember an der spanischen Küste. Von dort aus sollten die Tiere in Richtung Türkei verschifft werden. Aufgrund der Vermutung eines Ausbruches der Blauzungenkrankheit (eine therapieresistente Viruserkrankung, welche durch den Stich einer speziellen Mückenart übertragen wird) auf beiden Schiffen, wurde der „Elbeik“ und der „Karim Allah“  das Anlegen und Ausladen in ihren ursprünglichen Zielhäfen untersagt.

Eingepfercht, hungrig, chronisch gestresst und in ihren eigenen Exkrementen liegend und stehend, leiden die Rinder seit Monaten Höllenqualen auf ihrer „Irrfahrt“ in den Tod: „Nach dem erfolglosen Versuch, die Tiere in der Türkei abzuliefern, versuchte die Reederei, sie nach Libyen zu verkaufen. Auch dieser Versuch scheiterte sowie alle weiteren, irgendwo anzulegen. Inzwischen ging an Bord das Futter aus. „Wir haben versucht, mehr Futter in Tunesien zu bekommen, aber sie haben uns rausgeschmissen“, so der Anwalt Miguel Masramon, der das libanesische Schifffahrtsunternehmen Talia Shipping Line vertritt. „Schließlich haben wir Futter in Sizilien bekommen, nachdem die Tiere schon mehrere Tage nur mit Wasser versorgt wurden“.“

Ob die untherapierbare Blauzungenkrankheit während der Verschiffung ausgebrochen ist, sei bis dato unklar.

Eine Rückkehr in die EU sei ausgeschlossen. Da die Tiere durch die Strapazen der Reise massive gesundheitliche Schäden davon getragen hätten, betrachte das spanische Landwirtschaftsministerium eine baldige Schlachtung als unabdingbar – „Die Eigentümer „sollten die Tiere gemäß den geltenden Vorschriften isolieren und schlachten“. Falls das nicht geschehe, werde das Ministerium dies veranlassen.“

Seitens der Verantwortlichen übe man sich in gegenseitigen Schuldzuweisungen: so behaupte ein Manager der Shipping-Line, dass lediglich eine fehlerhafte dokumentarische Erfassung zur Annahme eines bestehenden Infektionsgeschehens an Bord geführt habe. Lediglich 15 Jungbullen seien verendet. „Wenn das Schiff anlege, würden die Tiere getötet – ohne Besichtigung oder Testung durch Veterinäre. Mit Bluttests könne man ihren Zustand feststellen – ein Versuch, die Tiere untersuchen zu lassen, ist aber nach spanischer Darstellung gescheitert.“ Die gesunden Tiere wolle man keinesfalls schlachten, so der Shipping-Line Manager: „Wir rufen nach Hilfe, aber die spanische Regierung hilft uns nicht. Niemand hilft uns.“

Während das Frachtschiff „Elbeik“, welches sich – mit 1.800 geladenen Rindern – laut Medienberichten gegenwärtig in türkischen Gewässern aufhalte, immer noch ziellos und ohne jegliche Interventionsmöglichkeit für seine „tierische Fracht“ seine Anker auswerfe, sei für die rund 900 Kälber der „Karim Allah“, nach monatelanger Qual auf hoher See, eine baldige Tötung in Spanien geplant.

Quelle: Nach Monaten auf See: Rinder-Irrfahrt endet mit Schlachtung – news.ORF.at

Dieser unfassbare Fall von gescheitertem Langestreckentransport auf hoher See, offenbart die ganze Ignoranz und Grausamkeit, mit welcher derartig inhumane Transfer-Prozesse mit leidensfähigen Geschöpfen regelmäßig initiiert werden. Logistisch völlig unausgereift und ohne jegliche Interventionsoptionen im Falle von Krankheit oder sonst gearteten Notfällen, werden lebendige Wesen auf unzumutbare Höllen-Reisen geschickt, um die länderübergreifende Profitabilität eines Todesgeschäftes aufrecht zu erhalten.

Wir von ANIMALS UNITED fordern ein sofortiges Verbot von Langstrecken-Tiertransporten! Dieser unvorstellbare Wahnsinn auf Autobahnen und Meeren muss endlich ein ENDE haben!



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