Ringellos wider Willen

Ringellos wider Willen – Verstümmelt in den Buchten der Massentierhaltung

 

Er gilt als rosafarbener und behaarter Anzeiger für emotionale Regungen und physische Befindlichkeiten: Der Ringelschwanz

“Wenn er hängt, kann das am Wetter liegen oder am neuen Futter”, sagt Ralf Remmert, 49, graues Haar, Gummigaloschen, Blaumann. “Schweine sind sensibler als Menschen”. Remmert läuft über den betonierten Boden seines Schweinestalls, ein alter Bau aus DDR-Zeiten. Warmes Kunstlicht strahlt aus Lampen in die Stallbuchten. Wenige Wochen alte Ferkel strecken neugierig ihre Schnauzen in die Höhe. Es riecht nach Gras und Gülle. “Denen läuft schon das Wasser zusammen”, sagt Remmert, schmunzelt, und wirft etwas Heu in den Ferkelstall. Die Tiere wühlen hastig im Futter. An ihren hochgestreckten Schweinepopos kringeln sich die Schwänze. “Der Ringelschwanz ist wie ein Kompass”, sagt Remmert.“

Das Ringelschwänzchen eines gesunden jungen Ferkels misst etwa zehn Zentimeter, verjüngt sich am Ende in auslaufenden Borsten und verdankt seine Formbarkeit einer Vielzahl an Muskeln, welche es ummantelt. Was als „ringelndes Markenzeichen“ des Schweines gilt, wird in der Massentierhaltung bis auf einen kurzen Stummel gekappt.

Blutiger Verbiss statt Wühlfreuden: Innerhalb der engen Buchten der Mastställe, fristen die hochintelligenten, neugierigen und verspielten Tiere ein Dasein in ewiger Tristesse und Langeweile. Um die Reizarmut, den Stress und den Mangel an Beschäftigungsmaterialien zu kompensieren, knabbern und beißen sich Ferkel gegenseitig ihre Ringelschwänze an- ein blutiges und artfremdes Verhalten, welches für ein ebenso blutiges und krankes Produktions-Konzept steht und einzig und allein aus systemimmanenter tierquälerischer Repression resultiert.

Um diesem „systemgemachten“ Problem beizukommen, bedienen sich Ferkel-Produzent*innen eines inhumanen Mittels, welches – in routinemäßiger Durchführung – durch eine EU-Richtline seit über 20 Jahren verboten ist und „offiziell“ lediglich in „Einzelfällen“ Verwendung finden darf:

„Landwirte schneiden Expertenschätzungen zufolge mehr als neun von zehn Ferkeln im Alter von nur wenigen Tagen einen Teil der Schwänze ab. Ohne Betäubung. Zwar ist bis heute nicht abschließend geklärt, was das junge Ferkel spürt, aber Wissenschaftler glauben, dass der Prozess schmerzhaft ist.“

Quelle: Warum Schweine den Ringelschwanz nicht behalten dürfen – Wirtschaft – SZ.de (sueddeutsche.de)

Ein „Einzelfall-Prozedere“, das aus notorischem Optimierungs-Widerwillen heraus und entgegen aller Richtlinien in Dauer und großflächig angewandt wird? Verstümmelt und um die Fähigkeit des physischen Emotions-Ausdruckes beraubt, um „Systemkompatibilität“ zu erlangen?!

Anstatt ihre eigenen krankhaften Ansinnen zu hinterfragen, entschneidet die Fleischindustrie Lebewesen ihrer körperlichen Gänze und Unversehrtheit, indem sie diesen bei vollem Bewusstsein und Schmerzempfinden Körperteile kupiert, welche den Zwängen der Massentierquälerei zuwider „ringeln“!

Boykottiere systematische Verstümmelung – verzichte auf Fleisch und tierische Produkte ❗

 



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