Schotter vs. Artenvielfalt

Schotter vs. Artenvielfalt

75% der Insektenpopulationen Deutschlands sind bereits verdrängt worden!

(Zahlen-Quelle: Heinrich-Böll-Stiftung)

Ein Grund dafür: Vorgärtliche Schotter-Friedhöfe.

Vielerorts gleichen deutsche Vorgärten mittlerweile einer grauen Dauerbrache.
Aufgeschüttet mit Kiesel und Granit, mimen sie Feindseligkeit gegenüber jeglicher Vegetation. Schottergärten begeistern durch vermeintliche Praktikabilität, Pflegeleichtigkeit und puristischen Chic. Den Preis für das einheitliche Grau jedoch, zahlt die hiesige Flora und Fauna.

“Für viele Wildtiere, darunter auch Singvögel, Schmetterlinge, Bienen und Hummeln, sind Gärten wichtige Refugien. Denn sie bieten – im Idealfall – mit ihrer Pflanzenvielfalt Nahrung, Unterschlupf, Kinderstube für Tiere, die in den monotonen, von der industriellen Landwirtschaft geprägten Landschaften nicht überleben können. Für sie sind darum naturnahe, strukturreiche Gärten besonders wichtig. Steingärten bieten höchstens Mauerasseln einen Unterschlupf.“

Neben der Zerstörung von essenziellen Habitaten für Tiere und Pflanzen gibt es noch weitere Aspekte, die ganz klar gegen Schottergärten sprechen:

“Pflegeaufwand: Viele lassen Schottergärten anlegen, weil sie glauben, damit ein für alle Mal die lästige Gartenarbeit los zu sein. Das mag auf das erste Jahr zutreffen. Langfristig allerdings lagern sich zwischen den Steinen und in den Fugen altes Laub und Samen ab, suchen sich Flechten, Moose und Wildkräuter ihren Weg – auch durch Plastik-Sperrschichten. Ein bequemes Jäten zwischen den Steinen ist dann schwierig. Und das Spritzen mit Unkrautvernichtern schadet Kleinstlebewesen und vergiftet das Grundwasser.“

“Stadtklima: Hinzu kommt, dass Schottergärten sich im Sommer stärker aufheizen als naturnahe Gärten. Die in den Steinen gespeicherte Wärme wird über Nacht abgegeben und wirkt so der erfrischenden Abkühlung entgegen. Der Boden kann kein Wasser speichern und es fehlen große Pflanzen, die Schatten spenden.“

Quelle: Steriler Gartentrend: Immer mehr Kommunen verbieten Schottergärten – [GEO]

Nicht nur lebensfeindlich, sondern auch verboten:

“Schottergärten sind schon jetzt verboten”, erklärt Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Martin Klimesch. „In den Landesbauordnungen der Länder gibt es oft gleich zwei Bestimmungen, die das Verbot begründen. In Bayern zum Beispiel schreibt das Gesetz in Artikel 7 Absatz 1 Nummer 1 vor, dass unbebaute Flächen wasseraufnahmefähig zu belassen sind. Viele Schottergärten sind allerdings auf einer Folie oder einem Vlies angelegt. Die Fläche ist dann größtenteils versiegelt. “Solche Schottergärten verstoßen daher gegen die geltende Rechtslage”, sagt Klimesch. Wie in vielen anderen Bauordnungen gibt es auch in der bayerischen Version außerdem ein Begrünungsgebot. Flächen müssen demnach begrünt oder bepflanzt werden.“

Quelle: Schottergärten sollen verboten werden – dabei sind sie es jetzt schon. – Wirtschaft – SZ.de (sueddeutsche.de)

Wo industrielle Monokultur die Biodiversität verdrängt, fungieren naturnahe Gärten als letzte Oasen für Mensch und Natur.

Setz‘ ein florales Statement gegen steinerne Tristesse und Artensterben- Lass es blühen und grünen!



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