Schottergärten – ein lebensfeindlicher Trend

Steinerne Monotonie liegt im Trend!
Vielerorts gleichen deutsche Vorgärten mittlerweile einer grauen Dauerbrache.
Aufgeschüttet mit Kiesel und Granit, mimen sie Feindseligkeit gegenüber jeglicher Vegetation.
Schottergärten begeistern durch vermeintliche Praktikabilität, Pflegeleichtigkeit und puristischen Chic. Den Preis für das einheitliche Grau jedoch, zahlt die hiesige Flora und Fauna.

 

„Für viele Wildtiere, darunter auch Singvögel, Schmetterlinge, Bienen und Hummeln, sind Gärten wichtige Refugien. Denn sie bieten – im Idealfall – mit ihrer Pflanzenvielfalt Nahrung, Unterschlupf, Kinderstube für Tiere, die in den monotonen, von der industriellen Landwirtschaft geprägten Landschaften nicht überleben können. Für sie sind darum naturnahe, strukturreiche Gärten besonders wichtig. Steingärten bieten höchstens Mauerasseln einen Unterschlupf.“

Neben der Zerstörung von essenziellen Habitaten für Tiere und Pflanzen gibt es noch weitere Aspekte, die ganz klar gegen Schottergärten sprechen:
„Pflegeaufwand: Viele lassen Schottergärten anlegen, weil sie glauben, damit ein für alle Mal die lästige Gartenarbeit los zu sein. Das mag auf das erste Jahr zutreffen. Langfristig allerdings lagern sich zwischen den Steinen und in den Fugen altes Laub und Samen ab, suchen sich Flechten, Moose und Wildkräuter ihren Weg – auch durch Plastik-Sperrschichten. Ein bequemes Jäten zwischen den Steinen ist dann schwierig. Und das Spritzen mit Unkrautvernichtern schadet Kleinstlebewesen und vergiftet das Grundwasser.“
„Stadtklima: Hinzu kommt, dass Schottergärten sich im Sommer stärker aufheizen als naturnahe Gärten. Die in den Steinen gespeicherte Wärme wird über Nacht abgegeben und wirkt so der erfrischenden Abkühlung entgegen. Der Boden kann kein Wasser speichern und es fehlen große Pflanzen, die Schatten spenden.“

„Rechtslage: Und noch etwas spricht gegen Steingärten: Sie sind jetzt schon verboten. Davon ist zumindest der Betreiber der Facebookseite GaertenDesGrauens überzeugt, der sich gegen den sterilen Trend engagiert und Fotos von besonders abschreckenden Beispielen sammelt. Tatsächlich finden sich in den Landesbauordnungen Vorschriften, die eine Steinwüste als (Vor-)Garten gar nicht zulassen. „Nicht überbaute Flächen“ heißt es demnach in vielen Bauordnungen, müssen „begrünt oder bepflanzt“ werden. Der Betreiber von „Gärten des Grauens“ hofft nun, dass dieser Hinweis an die Stadtverwaltungen seine Aufklärungskampagne überflüssig machen könnte.“

 

 

Wo industrielle Monokultur die Biodiversität verdrängt, fungieren naturnahe Gärten als letzte Oasen für Mensch und Natur.Setzt ein florales Statement gegen steinerne Tristesse- Lasst es blühen und grünen!

Zum Artikel

https://m.geo.de/natur/nachhaltigkeit/20235-rtkl-steriler-gartentrend-immer-mehr-kommunen-verbieten-schottergaerten



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