Skandalfall „Syke“ – der „Rattenschwanz“ des behördlichen Versagens

Skandalfall „Syke“ – der „Rattenschwanz“ des behördlichen Versagens wird länger

„Die mutmaßliche Tierquälerei auf einem Syker Bauernhof beschäftigt Landkreis und Staatsanwaltschaft weiterhin. Während die Tierschützer scharfe Kritik an diesen üben, bekommen sie diese nun erwidert.“

„Die Bilder haben bestürzt: Ende Mai veröffentlichte der Verein Metzger gegen Tiermord um den Barrier Peter Hübner Videos, die mutmaßliche Tierquälerei und erkrankte Tiere in einem Milchviehbetrieb in Syke-Osterholz zeigen. Das offenbar heimlich aufgenommene Material war den Tierschützern nach eigenen Angaben zugespielt worden.“

Im Zuge der Veröffentlichung übte unser Kampagnenleiter Peter Hübner, aufgrund von Inaktivität, Kritik gegen den Landkreis Diepholz, veterinäramtliche Ärzte, sowie die Staatsanwaltschaft. „Wir erkennen hier ein systemisches Nichthandeln.“ Auch brachte er deren defizitäres Arbeitskonzept zur Sprache, welches aus seiner Sicht aus einem grundlegenden „Interessenskonflikt“, hinsichtlich der involvierten und agierenden Hauptakteure- Veterinäramt, Bauernverband und Politik resultiere.

„Unbestritten ist inzwischen: Bei einem der in den Videos gezeigten Jungtiere lag eine Tiermisshandlung durch einen Mitarbeiter vor. Das Hausrind konnte nicht mehr aufstehen, wurde unter anderem von ihm mehrfach mit einer Mistgabel angegangen, an einem Bein mit einem Seil vom Traktor hochgezogen, rund eine halbe Stunde an eine Beckenklammer gehängt und mit einem Radlader versucht, wieder aufzurichten. Laut Hübner geschah das verteilt auf einen Zeitraum von 48 Stunden.“

Der Geschäftsführer des Betriebes habe diesbezüglich eingeräumt: „Das Vorgehen des Bauern gegenüber dem Jungtier war nicht in Ordnung. Wir bedauern den Vorfall zutiefst und haben bereits Konsequenzen gezogen.“ Dem Betroffenen sei ein neuer Aufgabenbereich zugeteilt worden, der sich ausschließlich mit dem technischen Bereich befasse. Den Vorwurf hinsichtlich einer generellen Verwahrlosung der Tiere auf besagtem Hof allerdings, wies der Geschäftsführer klar zurück.

„Das betroffene Tier sei krank gewesen und hätte fünf Tage nach den Vorfällen eingeschläfert werden müssen.“ Was das Leiden des Tieres, laut Peter Hübner, unnötig in die Länge gezogen habe. „Bei einem weiteren Hausrind, das in den Videos zu sehen war und starke Probleme beim Gehen hatte, habe es ebenfalls keine Aussicht auf Besserung gegeben. Anders bei zwei Tieren, bei denen die Tierschützer schwere Missstände ausmachten: Beide seien genesen, eines habe ein gesundes Kalb zur Welt gebracht, Das seien auch die einzigen vier Fälle auf dem Hof mit rund 350 Tieren gewesen – sie seien dem Geschäftsführer und dem angestellten Tierarzt bekannt gewesen und behandelt worden. Dennoch werde der Vorfall mit dem gesamten Team analysiert, um Verbesserungen zu erarbeiten.“

Um die weiteren Differenzen zu erörtern, ein kurzer Rückblick auf das Geschehen, welches sich am 14. April ereignete: „Die Metzger gegen Tiermord erhalten laut Hübner das Material. Er meldet den Vorfall zunächst anonym bei Polizei und Veterinäramt. Wegen des vielen Materials – mehr als ein Terabyte an Daten – und der noch nicht abgeschlossenen Sichtung legt er nach eigenen Angaben noch keine Belege dazu. Im Laufe des Tages stellt der Verein Animals United, dessen Sprecher Hübner auch ist, eine Online-Anzeige gegen den Betrieb, hier auch mit Bildern.

„Auf den Anruf reagiert das Veterinäramt, ein Amtstierarzt kontrolliert den Hof nach Darstellung von Landkreis-Sprecherin Mareike Rein unangekündigt noch am Tag der Anzeige. Das vermeintlich misshandelte Tier sei krank gewesen: „Am linken Vorderbein waren Abschürfungen zu erkennen, die auf Aufstehversuche des Rindes zurückzuführen waren. Der Pflege- und Ernährungszustand des Rindes wurde als gut eingeschätzt.“ Am Seil hing es allerdings mit dem rechten Vorderbein, wie in den Videos zu sehen ist – das Material liegt dem Tierarzt zu diesem Zeitpunkt nicht vor. Der Zustand der weiteren Tiere in allen Ställen wird als gut beurteilt, Abszesse, Tumore oder Klauenprobleme werden nicht gefunden. Allerdings habe der Amtstierarzt nur für das eine Tier die Ohrmarkenkennung gehabt, für die weiteren Tiere lediglich Zustandsbeschreibungen. Weitere Kennungen „wären hierbei von großem Wert gewesen. So hätte direkt ermittelt werden können, ob die betroffenen Tiere ärztlich behandelt wurden oder sie sich überhaupt noch auf dem Hof befinden“, sagt Rein auf Nachfrage. Hübner sagt dagegen: „Neben Ohrenmarke und Zuständen der Tiere wurde auch eine detaillierte Ortsangabe mitgeteilt.“ Zudem bezweifelt er, dass alle Tiere in der Zeit sorgfältig begutachtet werden konnten.“

Relevante beweise in Form von Videomaterial habe das Veterinäramt, sowie der Landkreis, erst Ende Mai sichten können, so Rein. „Anschließend sei der Vorgang an die Staatsanwaltschaft Verden übergeben worden. Bei einer Nachkontrolle einen Tag später seien „keine weiteren großen Mängel festgestellt“ worden. Wiederum einen Tag später habe der Landrat Cord Bockhop dann persönlich entsprechendes Material erhalten.“

Wieso kam es zu dieser verspäteten Übermittlung seitens des Vereines? „Hübner sagt, der Verein Animals United habe zwei Tage später, am 16. April, mehrfach mit dem Veterinäramt telefoniert und Material angeboten. Das sei deutlich abgelehnt worden.“ Diese Aussage Hübners wird seitens der Landkreisstelle negiert.

„Bei der Strafanzeige habe der Verein bereits Material angeboten, es hätte nur angefordert werden müssen. Über das Formular hätten sich Dateien in der Größenordnung nicht weiterleiten lassen. Um es separat zu senden, habe zunächst das Aktenzeichen gefehlt. Eine solche Anforderung habe er jedoch nie erhalten. Da der Verein zu diesem Zeitpunkt nicht die Echtheit des Videos habe verifizieren können, „hätten wir Probleme kriegen können“, wären sie veröffentlicht oder ans Veterinäramt weitergeleitet worden.“ So Peter Hübner. „Zudem sei die Staatsanwaltschaft Verden zuständiger Ansprechpartner gewesen.

„Weil sie jedoch keine neuen Erkenntnisse hatte, stellte die Staatsanwaltschaft Verden am 7.Mai die Ermittlungen ein. Da sich die angezeigten Vorwürfe bei der Überprüfung durch das Veterinäramt nicht bestätigt hatten, „bestand keine Veranlassung, weitere Bilder anzufordern.“ „Der Staatsanwalt hat gepennt, wenn er sie nicht abgerufen hat“, kritisiert dagegen Hübner.“

„Dagegen hat der Verein laut Hübner inzwischen Widerspruch eingelegt und die Anzeige um eine „gegen alle Beteiligten wegen aller in Betracht kommenden Verstöße“ erweitert, um auch die Rolle des Veterinäramts prüfen zu lassen. Auch der Staatsanwaltschaft liege die Festplatte inzwischen vor. „Abgeschlossen dürfte das Kapitel also noch nicht sein.“

Der Artikel des „Weser Kurier“ darf gerne zahlreich kommentiert werden, um dem Unmut jener, die gegen eine derartige systemische Tiermisshandlung sind, Nachdruck zu verleihen!

zum Artikel
https://www.facebook.com/48412147711/posts/10157543565032712/?d=n

Das Kapitel ist nicht nur noch nicht abgeschlossen, sondern muss zwingend erweitert werden, um den geschundenen Tieren des Syker Skandalbetriebes zumindest auf justizieller Ebene Rechnung zu tragen!

Es ist ein Unding, dass unausgereifte amtsübergreifende Konzeptionen, sowie der Bürokratismus einem derart skandalösen, tierschutzwidrigen Gebaren zu Gute kommen- den Klärungsprozess in Bezug auf ein mutwilliges Verbrechen gegen das Geschöpf unnötig verkomplizieren und zudem Raum für dubiose fragwürdige Ungereimtheiten geben!



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