Tiertransporte während der Coronakrise- Höllenfahrt ins Ungewisse

Ein Kommentar von Sarah G., ANIMALS UNITED e.V. – Social Media Team

Erst kürzlich berichteten wir von den humanitär bedenklichen Zuständen hinsichtlich des Megastaus an der deutsch-polnischen Grenze (A4), in welche auch zahlreiche Tiertransporter involviert waren.
Trotz unausgereifter Planung bezüglich des ungehinderten Passierens für den Waren- und Lebensmittel Verkehr an den Grenzen, wird der Transfer von Lebend-Tieren weiterhin autorisiert und gebilligt.
Eine Optimierung des Grenzverkehrs seitens des Landwirtschaftsministeriums für den Tiertransport, ist bis zum heutigen Tage nicht erfolgt.
Trotzdem hält die Politik weiterhin am kapitalorientierten Gebaren fest und entscheidet nicht etwa zum Schutze und Wohle der Tiere, sondern sieht vielmehr von essenziellen Restriktionen ab, um vermeintlich relevante Prozesse der Fleischindustrie nicht zu gefährden.
Dass ein Tiertransport dieser Tage, aufgrund der nicht kalkulierbaren Reisezeiten, tierschutzgesetzeswidrige Ausmaße annehmen kann, wird ignoriert.
Fernab jeglicher Empathie und jedweder Form des Respekts für das Geschöpf, werden weiterhin unzählige Tiere wie Kühe, Puten, Hühner, Pferde, Schweine usw. täglich stundenlang quer durch die Republik gekarrt, ohne dass gewährleistet werden kann, dass deren Transport ungehindert und ohne lange Zwangspausierungen von statten gehen kann.
Nicht selten stecken Tiertransporter dieser Tage fest. Wartend auf den Übertritt in innereuropäische Länder oder Drittstaaten. Ohne jeglichen Schutz vor Witterungseinflüssen. Gerade jetzt zum Frühlingsbeginn, ein unhaltbarer Zustand.
Vollgepfercht mit leidensfähigen emotionsfähigen Geschöpfen, die während ihrer Todesfahrt Hunger und Durst leiden… blickend in die angsterfüllten Augen ihrer Leidensgenossen sind sie gezwungen, dieses Martyrium auszusitzen.
Stehend in ihren eigenen Exkrementen, inmitten der Enge unfähig, sich angenehm zu positionieren oder zu drehen. Brüllend und schreiend vor Schmerzen, weil ihre Wunden nicht versorgt- ihre vollen Euter nicht abgemolken werden können.
Schadensbegrenzende Interventionen vor Ort, erfolgen meist nur sehr schleppend und erfordern eine Mobilisierung unzähliger Hilfsmaßnahmen.
Eine Umsetzung präventiver Maßnahmen ist unumgänglich! Ein grundsätzliches Verbot von Tiertransporten in Drittländer ist schon lange angezeigt und längst überfällig!
Das publizierte Drama an der deutsch-polnischen Grenze war erst der Anfang.
Wenn seitens der politischen Zuständigkeitsstellen keinerlei zeitnahe Restriktionen für Tiertransporte erfolgen, werden weiterhin unzählige Tiere der menschlichen Kurzsichtigkeit und Ignoranz zum Opfer fallen.
Es erschüttert mich zutiefst, dass Tieren ihre Würde auf derart perfide Weise abgesprochen wird, nur um den Profitgedanken zu wahren!

Jetzt erst recht- Fleischverzicht rettet Leben und Würde!



Sag was dazu

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht