Auftrittsverbote – Tierversorgung nicht mehr gewährleistet

Zirkusse starten Spendenaufrufe

Auch medial genießt dieses Thema aktuell sehr viel Präsenz. Zahlreiche gastierende Wanderzirkusse stehen, aufgrund der aktuellen Auftrittsverbote, vor dem finanziellen Ruin. Viele von ihnen können daher die adäquate Versorgung ihrer Tiere nicht mehr gewährleisten.

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So auch der Familien-Zirkus „Balu“, der in der Vergangenheit, aufgrund seiner desolaten Tierhaltung- und Pflege, in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit und Aktivenarbeit rückte. Unser Kampagnenleiter Peter Hübner, versuchte den Missständen auf juristischem Wege, Einhalt zu gebieten und holte zusätzlich politische Größen mit ins Boot.

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Im Rahmen unserer Observierungen konnten massive Haltungs- und Pflegedefizite, nebst Bekräftigung mittels diversem Bildmaterial, dokumentiert werden.

Besonders das Kamel „CousCous“, sowie Esel und Pferde des „Circus Balu“, wurden in untragbaren Zuständen vorgefunden. So waren bei dem Kamel diverse Fellverluste bis hin zu offenen blutigen Wunden aufgrund einer vermuteten Pilzinfektion, zu verzeichnen. Auch hingen dessen Höcker schlaff herunter. Einer der Esel des Zirkusses war in seinen Bewegungsabläufen stark eingeschränkt und konnte sich lediglich humpelnd fortbewegen. Zudem konnten bei den Eseln diverse Gelenksfehlstellungen dokumentiert werden. Als mögliche Ursache konnte eine mangelnde Hufpflege ausgemacht werden, die mit einem großen Schmerzaufkommen einhergeht.

Eine Beschlagnahmung durch das zuständige Veterinäramt erfolgte nur äußerst schleppend und endete letztlich damit, dass die Tiere, bis auf wenige Ausnahmen, dem Circus „Balu“, nach tiermedizinischer Versorgung, wieder übergeben wurden.

Der Fall fand auch mediales Gehör-

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„Wir leben absolut am Limit“, so beteuerte der Betreiber des Circus „Balu“ gegenüber der prozessführenden Amtsrichterin.

Die Familie nehme lediglich 1000 Euro im Monat ein, wovon neben sämtlicher Lebenserhaltungskosten der Familie, auch der Unterhalt aller Zirkustiere bezahlt werden müsse.

Man sei zudem laufend auf Futterspenden und kostenlose Stellplätze angewiesen, da ein Zirkus anders garnicht zu betreiben sei, so klagte das Familienoberhaupt.

Auch der Zirkus „Granada“ befinde sich auf Grund der aktuellen Auftrittseinschränkungen in finanzieller Not.

„Die Reserven für Mensch und Tier reichen nicht einmal mehr für vier Wochen“

Der Zirkus beherberge zu allem Übel noch eine trächtige Kamelstute, die in Kürze ihr Fohlen erwarte.

Auch in diesem Fall sei man dringend auf die Hilfe der Lokalbevölkerung angewiesen, um die Versorgung der Zirkustiere annähernd sichern zu können.

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Der Zirkus „Granada“ sorgte 2018 für Schlagzeilen, nachdem dessen Zirkusdirektor nebst Sohn vor der geplanten Aufstellung einer Mahnwache durch Animals United e.V., mittels Morddrohungen und gewalttätigen Ausschreitungen, einen Abbruch der Aktion erzwingen wollte.

„Noch vor Beginn der angemeldeten Aktion dann der Eklat: Der Zirkusdirektor und sein Sohn entdeckten die Tierschützer auf einem nahegelegenen Supermarktplatz und gehen auf die Demonstranten los, sprechen Morddrohungen aus, schlagen sie mit der Faust und Holzlatten zu Boden.“

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Das aktuelle Aufkommen an Spenden-Aufrufen seitens unzähliger Zirkusbetriebe Deutschlands lässt erahnen, dass es dem Großteil der Inhaber nicht möglich ist, finanzielle Rücklagen zu bilden bzw vorausschauend zu wirtschaften, um die Verpflegung ihrer Zirkustiere, auch in Zeiten des Leerlaufs adäquat fortzuführen und zu gewährleisten.

Zu Lasten der Tiere wird von der „Hand in den Mund“, gelebt, ohne eventuelle Aufwendungen hinsichtlich möglicher Tierarztbehandlungen, Pflegemaßnahmen o.ä. mit einzukalkulieren. Vielmehr hofft man auf Zufalls-Liquidität oder Sachspenden, um unverhofften Situationen Herr zu werden.

Die Haltung von Tieren geht in jedem Fall mit einer großen Verantwortung einher. Deren Wohlbefinden und Gesunderhaltung muss zwingend immer und in jedem Fall gesichert sein.

Vor allem Zirkustiere werden regelmäßig Opfer der wirtschaftlichen Kurzsichtigkeit ihrer Besitzer, so auch im Falle „Circus Balu“ und „Zirkus Granada“.

Berufsmodelle, die einem wirtschaftlichen Provisorium gleichen, dürfen keine Tierhaltung implizieren!

Dies ist nur einer von vielen Gründen, die uns in unserem Vorhaben bestärken, ein bundesweites Tierverbot in Zirkussen zu intendieren!



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