Trächtig von Bayreuth nach Marokko

Trächtig von Bayreuth nach Marokko – Rinderzuchtverband plant Qualtransport

 

?! In Bayern verboten – über innerstaatliche Umwege durchführbar ?!

Der Rinderzuchtverband Oberfranken plane aktuell einen Langstreckentransport von 30 trächtigen Kühen. Um das bayernweite Langstreckentransportverbot von Lebendvieh zu umgehen, würden die Tiere über niedersächsische Umwege ihrer tagelangen Überfahrt zugeführt.

Kritischen Stimmen aus Tierschutz/Tierrechtskreisen entgegne der Transport-Intendant und Vorsitzende des Rinderzuchtverbandes, Georg Hollfelder: „Nach aktueller Rechtssprechung sei dies erlaubt.“ Er könne die „Aufregung“ nicht nachvollziehen. Hollfelder beteure beschwichtigend: “Die Zielbetriebe sind uns bekannt, unsere Tiere haben dort ein genauso gutes Leben wie hier in Deutschland” (Anm. der Redaktion: Gutes Leben?). Aus der ganzen Welt kämen Anfragen für das oberfränkische „Zweinutzungs-Fleckvieh“. Den Langstrecken-Transport, welcher sich über rund 3000 km bei einer Transport-Dauer von 3,5 Tagen erstrecke, erachte Hollfelder als unproblematisch. Aus monetärer Sicht sei der Transport überaus lohnenswert: “Normalerweise bekommt er unter 1000 Euro für ein Rind, für diese Rinder wurden 1300 bis 1400 Euro bezahlt.”

Das Bayerische Umweltministerium, dessen Zuständigkeit auch Tiertransporte umfasse, kritisiere: “Tiere von Oberfranken nach Marokko zu transportieren, ist völlig inakzeptabel”. Weiter teile das Ministerium mit: “In Bayern wurde bereits Anfang 2019 eine Liste mit inzwischen 18 Staaten erstellt, bei denen erhebliche Zweifel bestehen, dass europäische Tierschutzstandards durchgehend bis zum Zielort eingehalten werden”. Diese führe auch Marokko auf. Durch bundeslandübergreifende Transportwege verlöre Bayern die Kontroll-Handhabe: “Wir sind dann nicht mehr zuständig und Niedersachsen muss den Transport abwickeln”, so das bayerische Umweltministerium.

Die zu transportierenden Tiere würden sich gegenwärtig in einer niedersächsischen Quarantäne-Station befinden. Mit diesem Umstand, welcher unumgänglicher Bestandteil des Transfer-Procederes  sei, versuche der Rinderzuchtverbands-Vorsitzende den Reiseantritt über Umwege zu legitimieren: “Wir transportieren erst nach Niedersachsen, weil dort die Quarantäne-Station ist”.

Bereits in Kürze solle der Qual-Langstrecken-Transport starten. Seitens des Umweltministeriums um Thorsten Glauber sei man bemüht, diesen zu unterbinden: “Das Land Niedersachsen wurde gebeten, den Transport nicht abzufertigen.”

Quelle: Streit um Tiertransport: Fränkische Kühe sollen nach Marokko reisen – Region – nordbayern.de

Es ist ein Skandal, dass der oberfränkische Rinderzuchtverband sich über die in Bayern geltende Transport-Restriktionen hinwegsetzt, indem er länderübergreifende Umwege wählt, um werdende Mütter in tierschutzgesetzesfreie Zonen zu verfrachten! Diese gesetzlichen, über mehrere Bundesländer verteilten „Schlupflöcher“ müssen endlich gestopft werden – zum Schutze der Tiere! Eine bundesweite Vereinheitlichung von Langstrecken-Tiertransport-Verboten ist unabdingbar, um den Lebendtier-Qualtransfer in Drittstaaten endlich und in Gänze zu unterbinden!

Wir fordern den sofortigen STOPP für den geplanten Todestransport der werdenden Mütter aus Bayreuth!

 

 

 

 

 



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