Trotz schwerwiegender Beweislast – Staatsanwaltschaft stellt Verfahren ein

ANIMALS UNITED e.V. beantragt Wiederaufnahme der Ermittlungen

„Bilder der Qual ändern nichts“

Der Fall „Skandalbetrieb Syke“, jüngst publiziert durch die Metzger gegen Tiermord, in welchen auch Animals United e.V. sich auf juristischem Wege einbrachte, scheint aus staatsanwaltlicher Sicht abgehakt, da man jene Missstände, welche man besagtem Milchbetrieb zu Lasten gelegt hatte, mittels einer einmaligen, veterinäramtlichen Kontrolle angeblich nicht bestätigen konnte.

Primäres Beweismaterial in Form von Videoaufnahmen, die diverse Misshandlungen gegen Milchkühe innerhalb des Betriebes dokumentierten, seien dabei garnicht- bzw erst verspätet in den Verfahrensprozess eingeflossen.

Der involvierte Landrat, Cord Bockhop, äußere Kritik gegenüber den „MgT“:
„Die Aufnahmen stammen aus der ersten Aprilhälfte. Und wenn seiner Verwaltung das Material da schon vorgelegen hätte, so Bockhop, hätten die Mitarbeiter des Veterinäramtes „noch aktiver sein können.“ Immerhin sei er sogar, aufgrund eines anonymen Anrufs, am 14. April zu einer spontanen Kontrolle zu dem Hof gefahren, wo es nichts zu beanstanden gab.“
„Was soll man nun von Menschen halten, die für sich in Anspruch nehmen, sich um das Wohl von Tieren zu kümmern, aber Unterlagen zurückhalten?“

Unser Kampagnenleiter und Sprecher der „MgT“, Peter Hübner, konnte diese Annahmen jedoch revidieren und „mit Anrufprotokollen glaubhaft machen, dass er am 16. Und am 17. April, dem Fachdienst 39 des Landkreises Diepholz das Material telefonisch und mit Klarnamen angeboten hatte. Auch Polizei und Staatsanwaltschaft hatte er angeboten, das Beweismaterial zu schicken. Wie sonst? Ein Terabyte MPG-Dateien kann man schlecht als E-Mail-Anhang einer Strafanzeige beifügen.“

„Das Verfahren habe ich eingestellt, weil ich eine strafbare Handlung nicht nachweisen kann. Die Kontrolle des Veterinäramtes hat Ihre Vorwürfe nicht bestätigt“- so die Worte des Oberstaatsanwalts, in einem Schreiben, welches Peter Hübner am Mittwoch erhielt. Jener Oberstaatsanwalt, der es innerhalb seiner akribischen Ermittlungen versäumt hat, Beweismaterial in Form von vorhandenen Bildern und Videos anzufordern.
Bei einer späteren Sichtung hätte er darauf gesehen, „wie ein Kalb eine halbe Stunde lang an einem Bein aufgehängt wird und da stellt auch der Landrat in einem internen Schreiben fest, dass dieses Tier in „unzulässiger Weise traktiert wurde.“


https://taz.de/!5686815/

„Bilder der Qual ändern nichts“- das tun sie vor allem dann nicht, wenn sie garnicht- oder erst verspätet gesichtet werden, obwohl man eine Übermittlung dieser mehrmalig anbietet.
Wir von Animals United e.V. gehen in diesem Kontext von einem systemischen Versagen aus, das auf Interessensverflechtungen von Milchindustrie und staatlicher Behördschaft basiert.

ANIMALS UNITED e.V. hat dem zuständigen Staatsanwalt das komplette Beweismaterial übergeben. Nun wird sich zeigen, welchen Stellenwert das Tierschutzgesetz wirklich hat.

Wo Beweise verkannt werden, wird Unrecht zu Recht!



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