Wildtierpark Johannismühle Update

Der Wildtierpark Johannismühle könnte ein so schönes Idyll sein, bietet er doch alles, was einen guten zoologischen Garten ausmachen könnte. Platz, Lage und Fläche sind dazu angetan, eine entspannte Gemeinschaft zwischen Menschen und Tieren, die aus der Beschlagnahmung stammen und nicht mehr Auswilderungsfähig sind, zu schaffen, deren Kontrolle bei den Tieren liegen könnte.

Nach unseren Recherchen war es auch so, als das der Gründer Anfang der Neunziger Jahre die Idee verwirklichte, dass sich die Wildtiere ungehindert bewegen sollten, die Besucher aber strikt auf den ihnen zugewiesenen Wegen bleiben mussten. Damit wurde sowohl dem Gesichtspunkt des Tierwohles entsprochen, als auch den Besuchern die Chance geboten, die Tiere sehr gut beobachten. Dieses Konzept wurde auf Huftiere beschränkt.

Leider hat sich dieses Konzept in den letzten Jahren, nach dem Besitzerwechsel, geändert.

Wir stellten diverse Mängel in der Anlage, aber auch in dem Zustand der Tiere fest.

Die Märkische Allgemeine schrieb am Wochenende beigefügten Beitrag, der nicht unkommentiert stehen bleiben darf.
Die geäußerte Kritik an der Sicherheit des Wildtierparks ist offensichtlich nun unbestritten, denn die Mängel sind fatal und auch seitens des Betreibers mehr oder weniger eingeräumt worden – er spricht von „Wartungsstau und nicht umgesetzten Umbaumaßnahmen“. (MAZ 15.07.2019)

Aktuellester Bericht der MAZ Online

Wir möchten nochmals den Kritikpunkt beleuchten: Die Zäune haben teilweise nur noch eine Höhe von 1,10m – 1,50m, was gerade im Zusammenhang mit der Örtlichkeit des Wildparks, mitten im Wald, nicht verhindert, dass Wildarten wie Damwild und Rotwild in die zoologische Einrichtung eindringen und somit auch Krankheiten einschleppen können.

Ein weiterer Kritikpunkt war der gesundheitliche Zustand einer von uns Juni gemeldeten Ziege, die aus unserer Sicht nur noch unter Schmerzen leidet.
Der Erlösung zugefügt wurden jedoch kurzfristig, ohne vorab die Paten des Fördervereines zu informieren, der Braunbär Igor, der Uhu Jule und der Waschbär „Mokkabär“. Wir fragten explizit nach den Vorgängen und dem Verbleib der Tierkörper.

In einer ersten Stellungnahme in der MAZ vom 15.07.2019 heißt es:
Zitat: > Tayeb berichtet nun, dass alle drei Tiere tatsächlich in den vergangenen Wochen an Altersschwäche starben oder aus gesundheitlichen Gründen von Wildtierspezialisten „erlöst“ werden mussten.<
Tatsächlich jedoch ist keines dieser Tiere an Altersschwäche gestorben, sondern alle wurden getötet.
Hierzu nimmt der Förderverein Stellung und teilt uns mit, das laut Auskunft des Wildtierparks alle Tiere durch Wildtierspezialisten vom IZW untersucht, beurteilt und erlöst wurden. Die Tierkörper seien zur weiteren Untersuchung ins IZW verbracht oder fachgerecht entsorgt worden.” Tatsächlich wurde uns vom IZW bestätigt, das der Waschbär „Mokkabär NICHT vom IZW untersucht, geschweige denn euthanisiert wurde, lediglich eine kurze Besichtigung sei durchgeführt worden mit dem Rat diesen veterinärmedizinisch untersuchen zu lassen.
Was also ist mit Mokkabär wirklich geschehen? Wie ist er verstorben? Wo ist der Körper vom Braunbären Igor geblieben? Wurde er vielleicht präpariert als Trophae?

Die nächste Frage drängt sich jedoch in Bezug auf die Ziege auf, welche wir als wirklich leidend ausgemacht haben. Der Förderverein teilte uns auf Rückfrage im Tierpark mit, dass
der humpelnde Ziegenbock ein altes Versuchstier mit schwindender Muskulatur in einem Vorderlauf sei und er sich in medizinischer Betreuung befindet und keine Schmerzen hat. Dem stehen nicht nur unsere Beobachtungen konträr gegenüber, sondern auch diverse Fachleute, denen wir unsere Aufnahmen vorgelegt hatten.
Alle Fachleute wiesen zwar darauf hin, dass eine 100%ige Aussage natürlich nur vor Ort getroffen werden könne, aber anhand der Aufzeichnungen es schon nach einen schmerzhaften Prozess aussehen würde.
Erkennbar an den Aufnahmen war eine gemischte Lahmheit an der linken Vordergliedmaße, außerdem eine Bewegungsstörung im rechten Kniegelenk (steif beim Vorführen.
Ferner stimmten alle darin überein, dass die Ziege sehr mager wirke und alle empfehlen eine Untersuchung auf CAF (Caprine Arthritis und Enzephalitis). Vom IZW wurde die Ziege bislang noch nicht untersucht, obwohl der offensichtliche Zustand erschreckend wirkt.

Wir möchten gar nicht auf die weiteren Punkte unserer Kritik eingehen, wünschten uns jedoch, die Geschäftsleitung und die Betreiber würden sich unserer Kritik nicht verschliessen, sondern Lösungen zum Wohle der Tiere schaffen.
Ein Wildtierpark Johannismühle, der das Urkonzept der geretteten Tiere wieder verfolgen würde, der eine Begegnungsstätte mit ausreichend Freiheit für die nicht mehr auswilderungsfähigen Tiere schaffen wird, der die Nottiere und beschlagnahmten Tiere aufnimmt und ihnen ein entsprechend würdevolles Leben bietet, dieser würde unsere Unterstützung erhalten, so jedoch werden wir unsere Finger weiterhin in die Wunden legen.



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