Vegan für Milchkühe
„Vegetarisch okay, das versteh ich, da liegt ein totes Tier auf dem Teller und das will man halt nicht essen. Aber vegan? Das ist doch echt übertrieben. Da leidet doch kein Tier deswegen und außerdem, was bleibt denn da noch übrig, wenn man alles Tierische weglässt.“
Manche Menschen äußern Vegetarier:innen gegenüber ein Verständnis, das sie bei vegan lebenden Menschen nicht mehr vorweisen können. Immer wieder trifft man auf Leute, die Vegetarismus in Ordnung, Veganismus aber übertrieben finden.
Zudem: Viele heutige Veganer:innen sind früher Vegetarier:innen gewesen – und haben selber gesagt: „Vegan? Das könnte ich nie und sehe ich auch nicht ein.“ Auch wir bei ANIMALS UNITED schließen uns da nicht aus. Trotzdem: Gerade Vegetarier:innen sollten nochmal darüber nachdenken, warum sie vegetarisch leben, und sich fragen, ob diese Gründe nicht auch für Veganismus sprechen. Wir erklären unsere Sicht anhand des Beispiels der Milchindustrie an drei Aspekten. Das soll aber nicht heißen, dass Veganismus nur der Verzicht auf Milch bedeutet.
1. Wie geht es den Tieren?  
Wer ein Stück Fleisch isst, der/die hat ein totes Tier auf dem Teller, das ist allen Menschen klar. Dieses Tier hat in Schlachthöfen starke Panik und Todesangst erfahren, bevor es getötet worden ist, um gegessen zu werden. Es wollte leben – und musste sterben, um ein Stück Nahrungsmittel zu werden. Vielen Vegetarier:innen ist das bewusst und sie verzichten deshalb auf Fleisch.
Aber auch für Milchprodukte sterben Tiere. Denn man darf nicht vergessen: Kühe geben nur Milch, wenn sie ein Baby haben, genau wie wir Menschen auch. Die Milch, welche die Kuh gibt, ist also für ihr Kalb bestimmt.
Wir Menschen wollen an die Milch. Deshalb zwangsschwängern wir die Kuh. Sobald das Kalb geboren ist, braucht es die Milch. Der Mensch schreitet aber in den natürlichen Prozess ein, um an die Milch zu gelangen. Das Kalb wird getötet. Die unschuldigen Tiere haben nicht mal eine Chance auf ein Leben. Sie sind nur „Abfallprodukt“ für die Milchindustrie.
Die Mutterkuh vermisst ihr Kalb. Kühe sind zu großer Trauer fähig. Aber ihre „Aufgabe“ ist noch nicht erfüllt: Sie wird sofort wieder geschwängert, damit sie mehr Milch produzieren kann. Auch das nächste Kalb wird geboren und sofort wieder getötet. und so geht der Kreislauf ein Leben lang für die Kuh weiter.
Nach fünf oder sechs Jahren macht der Körper der Mutter das nicht mehr mit. Nach dieser kurzen Lebenszeit wird die Kuh ebenfalls geschlachtet.
Normalerweise werden Kühe etwa dreißig Jahre alt.
2. Wie gesund ist es?
Viele Menschen verzichten aus gesundheitlichen Gründen auf Fleisch. Denn das enthaltene Cholesterin kann zu Herzkreislauf-Erkrankungen und zu Schlaganfällen und Herzinfarkten führen.
Aber auch Milch birgt gesundheitliche Risiken. Denn sie enthält das Protein Kasein. Dieses Protein trägt dazu bei, dass weniger Kohlenstoffmonoxid im Blut ist. Das Kohlenstoffmonoxid sorgt aber dafür, dass das Blut flüssig bleibt und im richtigen Tempo fließt. Milchkonsum kann dazu führen, dass das Blut verklumpt und zähflüssiger fließt. So wiederum erhöht man sein Risiko für Schlaganfälle oder ähnliche Krankheiten.
3. Wie umweltfreundlich ist es?
Langsam dringt eine Info immer mehr ins allgemeine Bewusstsein: Die Massentierhaltung trägt wesentlich zum Klimawandel bei. Ein großer Bestandteil des Tierfutters ist vor allem Soja, das auf einer Fläche angebaut wird, für die hauptsächlich in Südamerika der Regenwald abgeholzt wird.
All diese Aspekte sollte man aber nicht nur auf Schweine, sondern auch die Tiere in der Milchindustrie beziehen. Auch diese Tiere leben in Massentierhaltung – und auch diese Tiere essen das klimaschädliche Soja.
Warum also nicht mal statt einem vegetarischen Gericht ein veganes probieren? Jeder kleine Schritt in diese Richtung ist genau das: Ein Schritt. Wir sollten Schritte gehen.
Für Tierrechte. Denn Mitleid ist zu wenig!


Sag was dazu

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht