Werdende Mütter qual-transportiert…

Werdende Mütter qual-transportiert: wie Zuchtverbände und Exporteure sich „Schlupflöcher“ graben

Sie rollen unbehelligt weiter…

Erst kürzlich berichteten wir von einem Qual-Transport werdender Mütter, welcher über ungarische Umwege von Oberbayern nach Kasachstan erfolgte und – entgegen tierärztlichen Rates – letztinstanzlich abgesegnet wurde:

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Mit seiner Autorisierung  des Transportes, welcher eigentlich einem Verbot der Staatsregierung unterliegt, schlug der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) Mulden in die kargen Böden der deutschen Tierschutz-Richtlinien, welche durch die Nutznießer*innen des Qual-Transferwesens nun zu tiefen „Schlupflöchern“ ausgeweitet werden… So graben die Profiteur*innen tiefer und knüpfen direkt an den Fall „Miesbach – Kasachstan“ an, indem sie aktuell einen Transport trächtiger Rinder „in eine sogenannte Quarantänestation nach Niedersachsen und von dort aus nach Algerien“ initiieren, welcher allein aufgrund des norddeutschen Schneeaufkommens vorläufig nicht stattfinden kann.

Die Entscheidung des „VGH“ ist von gefährlicher Signalträchtigkeit und bestärkt Zuchtverbände und Großexporteur*innen in ihrem ignoranten Erleben der „Untervorteilung“ und der aktiven Ausmerzung selbiger:

“Wir brauchen die Exporte”, sagt der Vorsitzende des Zuchtverbands für Fleckvieh in Niederbayern, Sebastian Mühlbauer. “Wir lassen uns dafür nicht länger in die Pfanne hauen.” Der VGH habe klargestellt, dass die Ausfuhren mit EU-Recht vereinbar seien, also müssten sie weiter möglich sein. “Wir müssen ja auch in so vielen anderen Bereichen EU-Recht einhalten”, sagt Mühlbauer. Über die Details des Exports will er nicht sprechen, er verweist auf die Geschäftsstelle seines Zuchtverbands, von der aus der Transport abgewickelt werde. Dort will man aber ebenfalls keine Auskunft geben. Auch die Exportfirma aus Niedersachsen will sich nicht äußern.“

Die „Landesarbeitsgemeinschaft Fleischhygiene und Tierschutz Bayern“ ist, als Vertreter zahlreicher Amtsveterinär*innen und Kritiker von Qualtransporten, bemüht, den geplanten Transport von 80 trächtigen Tieren von Osterhofen nach Algerien zu verhindern. Um sein Vorhaben politisch zu untermauern, habe dieser „die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU)“ kontaktiert.

Seit Beginn 2019 weigern sich zahlreiche Veterinär*innen – wohlwissend um die tierquälerischen Konditionen von Langstrecken-Transporten, entsprechende Autorisierungs-Papiere auszustellen. Umweltminister Thorsten Glauber (FW) stärke ihnen dabei stets den Rücken. Auch habe er eine „Negativliste mit 18 Drittstaaten herausgegeben, in die aus Tierschutzgründen von Bayern aus keine Rinder mehr exportiert werden dürfen.“ Auch Algerien sei hier aufgelistet.

Die unsagbar langen Transporte in den nahen Osten, nach Nordafrika und Zentralasien sind als „Tierhölle auf Rädern“ zu werten: TAGELANGE Kälte, Hitze, Hunger, Durst, Platzmangel, Angst und Stress müssen die unschuldigen Geschöpfe auf ihrer Todesfahrt erdulden, ehe ihre ausgezehrten Körper, ohne jegliche Schutzauflagen, barbarisch abgemetzelt werden!

Wir begrüßen es, dass sich zahlreiche Länder entschieden gegen derartige Qual-Transporte aussprechen und entsprechende Restriktions-Forderungen in die Wege geleitet haben und hoffen auf deren Vehemenz bzgl. der Durchsetzung: „Nordrhein-Westfalen hat deshalb unlängst eine Bundesratsinitiative dagegen gestartet. Darin wird Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) aufgefordert, ein Verbot der Ausfuhren zu prüfen.

Glauber unterstützt die Initiative ausdrücklich. Auf seinen Vorstoß hin wurde sie sogar erweitert. Danach soll sich Klöckner auch bei der EU für das Verbot der Exporte einsetzen.“ Weiter pochen Die Grünen auf Eigeninitiative des Freistaates und entsprechender Einstellung der „finanziellen und personellen“ Fördermittel an „Rinder-Zuchtverbände“, welche an den Qual-Transporten in Drittstaaten festhalten.

Quelle: Bayern: Rinderexporteure nutzen Schlupfloch – Bayern – SZ.de (sueddeutsche.de)

Es ist an Abartigkeit kaum zu überbieten, hochträchtige werdende Mütter auf eine derart beschwerliche Höllen-Reise zu schicken und diese – nebst ihrer ungeborenen Kinder – über alle Landesgrenzen hinaus ans Messer zu liefern!

Die entstandenen „Schlupflöcher“ der Transport-Profiteure müssen mit sofortiger Wirkung zugeschüttet werden! Wir fordern eine Revision des tierschutzwidrigen Fehlurteils des bayerischen Verwaltungsgerichtshofes, welcher den Qual-Transfer von Lebewesen über unverantwortliche Distanzen signalgebend billigt! Wir fordern ein bundesweites Verbot von „Kurz“- und Langstrecken-Tiertransporten!



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