Wespen im Winter
Jetzt, in der Winterzeit, bekommt man ein Tier kaum zu Gesicht: Wespen.
Viele Menschen verbinden mit diesen Tieren ein nerviges, unangenehmes Surren, einen aggressiven Flugstil und schwarz-gelbe Streifen. Tatsächlich sind Wespen aber faszinierende und hilfreiche Insekten!
Wie die beliebteren flauschigen Bienchen bestäuben sie Blumen und andere Pflanzen. Außerdem sind sie ein wichtiger Teil des Ökosystems, denn sie ernähren sich unter Anderem von Blattläusen. Gegenüber Menschen wollen sie gar nicht aggressiv sein. Wenn sie sich lange um ihre Nachkommen gekümmert haben, möchten sie einfach nur ihre Kräfte stärken – und wenn wir Menschen süßes Essen herum stehen lassen, ergreifen sie ihre Chance. Böse Absichten haben sie nicht. Es zeigt sich also: Wespen helfen uns und der Umwelt und haben ihren schlechten Ruf gar nicht verdient.
Übrigens leben Wespen schon länger auf dieser Welt als Bienen. Diese haben sich direkt aus den Wespen entwickelt. Somit sind Bienen und Wespen eng miteinander verwandt.
Jetzt, wo wir wissen, dass die Wespen ihr negatives Image nicht verdient haben, stellt sich eine Frage: Was machen Wespen eigentlich im Winter?
Wie auch bei Bienen gibt es bei Wespen eine Königin und viele Arbeiterinnen. Diese haben die Aufgabe, sich um den Nachwuchs zu kümmern. Jetzt in der kalten Jahreszeit haben sie diesen Job schon lange gut gemeistert. Deshalb neigt sich ihr Leben im Herbst und Winter tatsächlich dem Ende zu. Sie sterben.
Die Königin aber hat ihre Aufgabe im Herbst noch lange nicht erledigt, im Gegenteil. Denn jetzt bekommt sie viele fruchtbare Kinder, sowohl männliche Wespen (Drohnen genannt), als auch weibliche. Die weiblichen sind aber nicht, wie man meinen könnte, neue Arbeiterinnen, denn sie sind fruchtbar – und somit zukünftige Königinnen.
Die Drohnen und die neuen Königinnen paaren sich mit den Nachkommen anderer Wespenstämme. Dann sterben auch die Drohnen und die neuen, befruchteten Königinnen suchen sich ein Versteck.
Genau jetzt in diesem Moment, während du diesen Text liest, sitzen zahlreiche Wespenköniginnen in Winterstarre in morschen Ästen oder anderen Verstecken. Bestimmt ist jede:r von uns schon einmal an einer von ihnen vorbei gelaufen, ohne es zu merken.
Im Frühling, wenn es wieder wärmer wird, kommen die neuen Königinnen hervor und gründen neue Wespenstämme.
Und so geht der Kreislauf wieder von vorne los.
Wenn du jetzt einem Wespennest begegnest, musst du dich also nicht wundern, warum es leer ist.
Quellen:


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