Wildtierpark Johannismühle weiterhin keine Besserung in Sicht
Der Wildtierpark Johannismühle beschäftigt unsere Aktivisten seit mehreren Wochen. Neben tierschutzrelevanten Meldungen bei den Tieren hatten wir auch gravierende Sicherheitsmängel aufgezeigt, die sowohl für Besucher, umliegende Bewohner aber auch die Angestellten des Wildtierparks eine erhebliche Gefahr darstellen. Nun haben wir uns mit einem offenen Brief um weitere Stellungnahme gebeten.

Offener Brief an die zuständigen Behörden

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Situation und Ihre Aktivitäten hinsichtlich des Wildparks Johannismühle veranlassen uns zu dringenden Nachfragen.

Hinsichtlich unserer Meldungen in Bezug auf die herrschenden Zustände vor Ort teilten Sie u.a. am 24.07.2019 mit:

„Aus der Sicht der Unteren Naturschutzbehörde gibt es keine Sicherheitsbedenken hinsichtlich des Wildparks Johannismühle. Nichts destotrotz sind einige Anlagen sanierungsbedürftig und dies wird gerade und sukzessive nach derzeitige Einschätzung des Landkreises angegangen.”
Weiter heißt es:
„Die Sicherheit der Besucher und der Mitarbeiter hat für die zuständige Untere Naturschutzbehörde höchste Priorität. Mit Hilfe von externem Sachverstand wurden festgestellte Mängel im Herbst 2018 im Zuge des Antragsverfahrens für die derzeitige Genehmigung abgestellt.”
Gleichzeitig stellte die Untere Naturschutzbehörde deutlich klar:
„Die Sicherheit von Besuchern und Mitarbeitern ist bei dem derzeit vorhandenen und seit vielen Jahren im Wildpark heimischen Tierbestand nicht gefährdet.”

Animals United hat daraufhin unter anderem im August mit einem Sachverständigen für zoologische Einrichtungen erneut den Wildpark besucht und sich auch ein erneutes Bild vom Außenzaun gemacht, der in einem höchst dramatischen Zustand ist und dies bereits augenscheinlich seit längerer Zeit. So haben wir uns nach der Pressemitteilung des Landkreises schon gefragt, wie die Untere Naturschutzbehörde die Aussage treffen kann, man habe im Herbst 2018 im Zuge des Antragsverfahrens mit Sachverstand die Mängel abgestellt.

Inzwischen sollte Ihnen auch unsere neuerliche Anfrage vom 20.08.2019 vorliegen. Wir nutzten die Gelegenheit dieses Wochenende wieder einmal vor Ort zu sein und uns die Zustände anzuschauen. Und machten auch einen Abstecher auf das Kreiserntefest in den Baruther Ortsteil Paplitz.

Aus diesem Grund kamen wir auch in den “Genuss”, die Moderation des Festumzuges u.a. durch den Linken Stadtverordneten und Wildparkeigentümer Jörg Stubbe mitzuerleben. Ganz eigennützig nutzte er diese Gelegenheit, sich in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen, was bei „Umsitzenden” Festteilnehmern nicht positiv empfunden wurde.

Lautstark verkündete Herr Stubbe in seiner Moderation über die Lautsprecheranlage, dass sein Wildpark nun eine unbefristete Betriebserlaubnis erhalten habe und bedankte sich bei allen Bürgern für Futterspenden. Diese unbefristete Betriebserlaubnis muss nun hinterfragt werden und ich bitte Sie uns mitzuteilen, ob diese wirklich erteilt wurde.
Bei unserem Besuch im Wildpark stellten wir dann fest, dass ein Großteil der aufgedeckten Mängel weiterhin nicht behoben war und konnten auch weitere neue Verstöße dokumentieren, Ein besonderes Augenmerk legten wir erneut auch auf den Außenzaun, denn hier erhielten wir immer wieder, auch in jüngster Vergangenheit, Hinweise besorgter, direkter Anwohner, aber auch von Bürgern, die weiter entfernt wohnen.
Die Bilder dokumentieren weiterhin stark beschädigte, bzw. ungenügend hohe Zäune, gerade an der nördlichen und östlichen Wildparkgrenze, die ein akutes Sicherheitsrisiko darstellen und was auch anhand der Fotodokumentation von niemandem bestritten werden sollte.
Der Zaun an der nördlichen Grenze des Wildtierparks vermittelt Unwissenden den Eindruck, hinter dem Zaun befände sich ein Lost-Place und die Höhe, von teilweise nicht mal mehr 1,00 Meter, ermöglicht es selbst Kindern, diesen leicht zu übersteigen. Betrachte man die Tatsache, dass sich in diesem Bereich die Braunbären befinden, möge man sich gar nicht ausmalen, was hier alles passieren kann.

Auch die gemessene Spannung an dem, den Wildpark umgebenen, Wolfsschutzzaun, der durch EU-Fördermittel mit mehreren Zehntausend Euro gefördert wurde (Animals United berichtete), ergab unzureichende Messwerte von gerade einmal 0,1-0,4 KV. Also hat sich auch hier nichts geändert bzw. wurde eine Beseitigung der Mängel durch die Behörden gefordert.

Ihrer Stellungnahme sehen wir gespannt entgegen.

Hier findet Ihr eine Chronik:


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