ANIMALS UNITED im Einsatz gegen Fischsterben im Moormerland!

Die Wieken sind künstlich angelegte Biotope, die große Teile der Landschaft Ostfrieslands ausmachen. In den letzten Jahren hat sich deren Zustand kontinuierlich verschlechtert, sodass es immer wieder zum Tod von unzähligen Fischen gekommen ist – Tieren, die wie wir empfindsam sind und die Fähigkeit haben, zu leiden.

Akute Trockenheit führte zum Tod zahlloser Fische

Am Dienstag, den 31.07.2018, erhielt unser Aktivist Peter Hübner einen Hilferuf aus Jheringsfehn, wo die Wieken aufgrund der Trockenheit fast leer gelaufen waren. Der stellvertretende Ortsbürgermeister, Herr Johann Hartema, war mit seinem Antrag, eine unverzügliche Flutung einer der betroffenen Hauptwieken durch den Nordkanal durchzuführen, gescheitert.

Das bedeutete, dass letztlich bei einer weiteren Woche Trockenheit und Hitze diese Wieke ebenfalls ausgetrocknet wäre und somit der gesamte Fischbestand vernichtet worden wäre. Von Mittwochvormittag bis Samstagnachmittag war Peter direkt vor Ort, um sich einen Überblick der Lage zu verschaffen. Das gebotene Bild war ein Bild des Grauens, er wurde Zeuge von zahllosen toten Fischen.

Wir bauten öffentlichen Druck auf und riefen die Gemeinde zum dringenden Eingreifen auf

Diverse Liveberichte via Internet bauten einen enormen öffentlichen Druck auf die Gemeinde und den Landkreis Leer auf. Viele persönliche Gespräche von Peter Hübner führten dazu, dass am Donnerstag eine erneute Notsitzung zur Thematik in Leer stattfand, leider wieder ohne Erfolg. Wir von ANIMALS UNITED und die lokale Initiative “Ostfriesen gegen Tierleid” organisierten sich, um sich der Rettung der Fische zu verpflichten.

Erfolg: Gemeinde bewilligt Flutung

Gemeinsam mit Johann Hartema gelang es Peter Hübner nach dieser erneuten Ablehnung durch persönliches Vorsprechen und weiteren öffentlichen Druck eine erneute Sitzung in Leer durchzusetzen. Freitagmittag kam dann endlich die erlösende Nachricht: Das Gebiet sollte geflutet werden.

Die Pumpen der freiwilligen Feuerwehr Jheringsfehn fluteten zum Wochenende die Hooksieke und auch die vom Gemeinderat befürchtete Gefahr der freigesetzten Fäulnisgase bewahrheitete sich nicht. Samstagmorgen war das erste Wasser in den Wieken, es gab zum Glück keinerlei tote Fische zu beklagen und schon am Abend war der Wasserstand auf 30 Zentimeter gestiegen – ein riesiger Erfolg, über dessen Anblick wir uns freuen konnten.

 

Eindrücke von der Lage vor Ort vom 4.8.18 und den Bemühungen der Aktiven könnt ihr euch hier verschaffen:

Interview mit dem Kämpfer für die Flutung der Wieken Johann Hartema, stellv. Ortsbürgermeister Jheringsfehn.

Gepostet von Peter Hübner am Samstag, 4. August 2018

Fortsetzung

Gepostet von Peter Hübner am Samstag, 4. August 2018

Hier findet ihr alle Updates zu unserem Einsatz gegen das Fischsterben:

Unser Einsatz hat Vorbildfunktion und inspirierte Menschen der Gemeinde Hesel auch in Neukampferfehn tätig zu werden: Dort pumpte die freiwillige Feuerwehr über drei Stunden hinweg mit vier Pumpen 5000 Liter Wasser pro Minute in die Hauptwieke, um das Fortschreiten des Fischsterbens zu verhindern.

Aufgrund des gestrigen Regens und unserer Bewässerungsaktion sieht es aktuell sehr gut für die Fische aus, auch viele der Nebenwieken haben genug Wasser erhalten. Derzeit gibt es nur noch wenige gefährdete Wieken mit Pfützen, aus denen wir gegebenenfalls notleidende Fische retten müssen. Diese werden noch heute abgesucht. Die Sauerstoffmessungen in den Gewässern haben hervorragende Ergebnisse geliefert – viele erfreuliche Nachrichten!

Mit fast 40 Helfer_innen haben wir heute über vier Stunden lang, trotz starkem Regen, die Wieken von Schmutz und Müll befreit. Unsere ursprünglich geplante Umsiedlung von Fischen in die geflutete Hauptwieke war dank des starken Regens seit gestern zum Glück nicht mehr notwendig!

Nachdem sich der Ortsbürgermeister von Jheringsfhen, Arnold Eyhusen, öffentlich höhnisch zu den Bemühungen der Aktiven vor Ort geäußert hatte, traf ihn massive Kritik von verschiedensten Seiten – auch von uns. Die breite Bevölkerung ist enttäuscht von seiner mangelnden Bereitschaft, für Natur und Fische einzutreten. Wie von vielen gefordert, ist er nun zurückgetreten und hat sein Amt niedergelegt. Ein klares Zeichen: Wir bleiben stark für die Fische und die Wieken!

Nach der Wahl des neuen Ortsbürgermeisters, Johann Hartema, konnten wir mit neuem Wind bei unserem runden Tisch Zukunftspläne für die Wieken schmieden. Rund vierzig Menschen, Vertreter_innen von Berhörden, Verwaltung und aktive Bürger_innen, arbeiteten an Ideen zum Schutz der lokalen Natur. Nächstes Frühjahr sollen eine Gewässerreinigung durchgeführt werden. Hinsichtlich der zu errichtenden Staustufen und/oder Wehre wird sich intensiv thematisch auseinandergesetzt, insbesondere für die Mittelbeteitstellung, bzw. Beantragung. Die Schneidung des wuchernden Röhrichts wird mit Fachleuten besprochen, hier soll ein gemeinsamer Konsens erarbeitet werden, um es zwecks Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes nach Berlin zu bringen. Zudem versuchen wir unsere Ideen in weitere Gemeinden zu tragen und zum Handeln anzuregen. Im März soll erneut ein runder Tisch einberufen werden, um Fortschritte sowie die weitere Zukunft zu planen – gemeinsam können wir die Wieken retten!



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