Besinnliche Weihnacht? – von einem Hund, der sein Leben lassen musste!

Das “Fest der Liebe” im zurückliegenden Jahr war keins für einen unserer vierbeinigen Freund_innen, denn er musste an diesem Tag sein Leben lassen. Zu später Stunde fand ich die Fellnase auf der B2, bei Harburg in Richtung Möttingen / Nördlingen. Ich sah das Tier auf der Fahrbahn liegen und wollte es zumindest an den Straßenrand legen. Als ich das Tier näher betrachtete, stellte ich fest, dass es ein Hund war. Der Unfall musste wohl erst kurz vor meinem Eintreffen passiert sein. Am Ende einer etwa 70 Meter langen Spur, die aus Blut und Innereien bestand, lag der Kleine einsam und verlassen mitten auf der Straße. Diverse herumliegende Autoteile ließen den Unfallhergang nur erahnen. Es war wie auf einem Schlachtfeld und der Anblick war nur schwer zu ertragen.

Selbst Polizei und Feuerwehr zeigten sich schockiert

Letztendlich rief ich die Polizei, die auch zügig eintraf. Selbst die Beamt_innen waren von dem Anblick, der sich ihnen bot, schockiert und meinten, dass sie etwas derartiges in ihrer ganzen polizeilichen Laufbahn noch nicht gesehen hätten. Während ich mich mit einem der beiden Beamt_innen unterhielt, bemerkte ich ein Halsband, das vor meinem am Rand geparkten Auto lag. Einer der Polizist_innen fand sogar ein weiteres Halsband, doch an keinem der beiden war eine Hundemarke – was die Suche nach der Familie des Hundes erschwerte. Letztendlich entschied die Polizei, dass die Fahrbahn gesäubert werden müsse und ließ die Feuerwehr anrücken. Ich durfte meine Fahrt fortsetzen, was ich schweren Herzens tat.

Die Suche nach der Familie

Zuhause angekommen, machte ich mich gleich daran, die Familie des Hundes schnellstmöglich zu finden. Ich erstellte einen Text, in dem ich kurz beschrieb, was passiert war und stellte ihn online. Der Beitrag wurde etliche Male geteilt und ich hatte Glück, die Familie meldete sich am nächsten Tag und konnte anhand der Bilder, die ich gemacht hatte, ihren Hund identifizieren. Sie dankten mir für meine Mühe und dafür, dass ich ihren Hund nicht, wie viele andere, einfach liegen gelassen hatte.

Was tun in solch einer Situation?

Es kann immer passieren, dass einr_einem ein Tier vor das Auto läuft. Doch wenn es soweit ist, bitte haltet zumindest an und vergewissert euch, dass das Tier wirklich tot ist und vielleicht schafft ihr es auch – ohne euch zu gefährden – das Tier an den Straßenrand zu legen, damit andere nicht auch noch darüber fahren – ein Zeichen des Respekts aber auch eine Sicherheitsvorkehrung für alle. Sollte dies nicht möglich sein, könnt ihr euch jederzeit (auch anonym) an die Polizei wenden, mit dem genauen Standort des Tieres. Fahrt auf keinen Fall weiter, habt Herz, auch mit den Hinterbliebenen, die nicht wissen, was mit ihrem Familienmitglied geschehen ist. Stellt euch immer vor, es wäre euer Hund, eure Katze,….

Vorsicht vor Nachsicht!

Auch wenn es jeder_jedem passieren kann, ist es wichtig, solche Unfälle von vornherein zu vermeiden. Fahrt nicht zu schnell, auf dem Land v.a. nicht in der Nähe von Häusern, runter vom Gas! Augen auf die Straße und immer wieder auf den Straßenrand! Fahrt nicht angetrunken, auch wenn ihr denkt, es sei alles noch im grünen Bereich! Eure Reaktionsgeschwindigkeit ist schon nach wenig Alkohol reduzierter als ihren denken mögt. Lenkt euch nicht durch zu laute Musik, intensive Gespräche, Trinken und Essen sowie v.a. durch Smartphones und Telefonate ab.

Eine Sekunde Unachtsamkeit im falschen Moment und schon ist das Tier vor eurem Auto. Auch wenn es doofe Zufälle gibt, viele Unfälle mit Tieren wären vermeidbar gewesen, auch und gerade von Menschenseite. Also seid achtsam, dass solch schreckliche Unfälle, wie dieser, sicht nicht häufen! R.I.P, mein kleiner Freund, ich werde dich nie vergessen!


P.S.: Aus Anstand und Respekt haben wir das Bild des toten Hundes unscharf gemacht. Nichtsdestotrotz wollen wir es zeigen, auf das es jene Raser_innen wachrüttelt, die nicht einmal stehen bleiben, um nach den Tieren zu sehen. Vielen Dank für euer Verständnis!



Tamara

Tamara

Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.
Tamara

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