ANIMALS UNITED goes Big Apple: Wir sind alle eins!

Zur Zeit bin ich in New York City unterwegs. The Big Apple! Wenn das mal nicht vegan klingt. Neben den vielen Cafés, Restaurants und veganen Geschäften besitzt New York außerdem eine sehr große Tierrechts-Community, zu der mensch, dank den sozialen Netzwerken, auch als Tourist_in schnell Zugang bekommt. Während es früher wirklich schwierig war, herauszufinden, wie und wo mensch Gleichgesinnte weltweit treffen kann, machen es heute Facebookgruppen wie „VoNY – Vegans of New York“ sehr einfach, vegane Treffen und Veranstaltungen in fremden Städten zu finden.

„Animal Show“ von Michael Harren

Auf diese Weise kam ich gestern in den Genuss, die “Animal Show“ von Michael Harren im Dixon Place zu sehen. Das Dixon Place ist ein kleines Kult-Theater in Lower East Side, Manhattan. Michael Harren ist ein Komponist, der in Brooklyn NYC lebt und arbeitet. Er kombiniert klassische Musik mit experimenteller elektronischer Musik, dabei entstehen hypnotische und sehr intime Werke, die an Stücke von Laurie Anderson, Peter Gabriel und Dead Can Dance erinnern. Er komponierte “The Animal Show“ auf dem Lebenshof Tamerlaine Farm Animal Sanctuary, wo er als Artist-in-Residence lebt.

Ankunft unter Gleichgesinnten

“The Animal Show“ als multimediales Theaterstück? So richtig konnte ich mir darunter nichts vorstellen. Dennoch machte ich mich gestern Abend auf den Weg zum Dixon Place. Mensch betritt das Gebäude und fühlt sich sofort wohl. Im Eingangsbereich befindet sich eine kleine Bar und dahinter die verschiedenen Veranstaltungsräumlichkeiten. Schon beim Warten auf den Einlass komme ich ins Gespräch mit ein paar Aktivist_innen aus NYC und wir tauschen uns über verschiedene Themen aus. Beispielsweise wurde vor ein paar Tagen der New Yorker Stadtrat gewählt und Brooklyn besitzt nun einen veganen City Council Abgeordneten – das muss gefeiert werden! Nachdem wir die Plätze eingenommen haben und Michael Harren die Bühne betritt, wird es still. Ganz still.

Es geht los – Bühne frei!

Dieser Mann besitzt eine enorme Bühnenpräsenz. Er selbst sitzt am Flügel und wird von Geigen und einem Cello begleitet. Zusätzlich befinden sich noch Synthesyser, verschiedene Mikrophone und im Hintergrund eine riesige Leinwand auf der Bühne. Los geht es mit einem sehr ruhigen und intensiven klassischen Stück, an dessen Ende er vom Piano aufsteht und uns seine erste Tiergeschichte erzählt. Sie handelt von seinem Hund Corckey, den er als Teenager adoptiert hat. Er scheut sich dabei nicht, zu erzählen, dass seine Eltern gerade geschieden waren und er die ersten Erfahrungen mit seiner Homosexualtiät machte. Er erzählt von der Diskriminierung, seinen Gefühlen und wie ihm sein Hund die Geborgenheit einer Familie gab, die er nie hatte.

In den folgenden Stücken nimmt er uns mit auf den Lebenshof und berichtet von den verschiedenen Tieren und seiner Beziehung zu ihnen, erwähnt immer wieder biographische Details aus seinem eigenen Leben, beispielsweise wie er nach seiner Drogensucht zum Veganismus und Aktivismus fand. Zwischendurch werden Filmsequenzen aus der Tierindustrie, von Mahnwachen und Befreiungen gezeigt, die jeweils mit Soundtracks unterlegt sind. Manchmal sind diese Geschichten lustig, dann wieder todtraurig, doch immer sehr intensiv und von einer Offenheit und Herzlichkeit, die ich selten erlebt habe.

Wir sind alle eins

Michael Harren schafft es, das Publikum mitzureißen, im positiven Sinne. Seine Geschichten berühren mich zutiefst und ich hoffe, dass noch viele Menschen die Gelegenheit haben, sie zu erleben und seinen Kompositionen zu lauschen. Das Stück endet, indem er sich direkt an uns, sein Publikum, wendet: Wir sind alle eins. Eine Familie. Tiere wie Menschen. Kurze Stille. Danach tosender Applaus!

Im Anschluss gibt es eine Aftershowparty in der kleinen Bar. Monks Meat ist vor Ort und es gibt vegane Köstlichkeiten zum Probieren. Außerdem kann mensch die Menschen vom Lebenshof kennenlernen und auch von ihnen gibt es Merch zu erwerben. Es wird ein lustiger Abend mit tollen Geschichten und neuen Bekannten. Auch in einer Millionen-Stadt wie NYC ist es ganz leicht, Anschluss in der „Veganen Community“ zu finden. Wir sind alle Eins.



Celine

Celine

I will change the world today, I don't care what the people say, There's a brighter day to come, Cause I'm a rebell I kill the devil (Lyrics: Change today Interpret: Patrice)
Celine


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