Circus Balu
ANIMALS UNITED e.V. kämpft für die leidenden Tiere im Circus Balu, welche durch ein Veterinäramt Ende Januar beschlagnahmt wurden.
Neben Verwahrlosungen konnten beim Kamel Pilzerkrankungen mit offenen und blutigen Stellen dokumentiert werden, Fehlstellungen von Gliedmaßen bei den Pferden und Eseln aufgrund mangelnder Hufpflege, die schon monatelang nicht durchgeführt wurde.

Inzwischen wird immer wieder öffentlich spekuliert, dass das zuständige Veterinäramt die Rückgabe der Tiere an den Zirkus plant, dagegen wehren wir uns und haben sowohl das Veterinäramt, wie auch die politischen Gremien informiert.

Damit wir jedoch den Tieren ein Leiden beim Zirkus ersparen können, haben wir zwischenzeitlich Akteneinsicht gefordert und beschreiten den Rechtsweg.
Strafanzeige wegen Verstoß gegen § 2 TierSchG und aller weiterer in Betracht kommender Fälle wurden gestellt.

Nun brauchen wir deine Unterstützung, um weitere rechtliche Schritte einzuleiten:

ANIMALS UNITED
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Verwendungszweck: Circus OHNE

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Die Eingangsbestätigung der E-Mail (nicht automatisiert) liegt uns bereits vor. Danke An die schnelle Weitergabe unseres Anliegens!

Beschlagnahmte Tiere des Circus Balu […]

Sehr geehrter Herr Dr. Grüttemeier,

ich trete als Kampagnenleiter von Animals United e.V. an Sie heran, mit der Bitte um Stellungnahme in Ihrer Funktion als Städteregierungsrat der Städteregion Aachen.

In Ihrem Bereich gastierte der Weihnachtscircus Balu, offiziell bis zum 06.01.2019, in Imgenbroich und sollte von dort weiterziehen in ihr Winterquartier nach Euskirchen. Dieses ist jedoch nicht geschehen.
Die Tierhaltung in Imgenbroich war schon als katastrophal anzusehen, mangelnder Platz und Hygiene inklusive.
Das zuständige Veterinäramt musste mehrfach Gespräche suchen, um eine Verbesserung der Lage der Tiere zu erwirken, bevor dieses dann am 30.01.2019 endlich reagierte. Die Qualen der Tiere wurden während der gesamten Zeit geduldet – mangelnder Auslauf, schlechte Bodenverhältnisse, sogar schlachte und falsche Ernährung und Pflege der Tiere wurden dem Veterinäramt angezeigt.

Mit Schreiben vom 11.02.2019 erstatteten wir beim zuständigen Amt für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen in Würselen Strafanzeige gegen den Betreiber des Circus Balu. Bis heute haben wir keinerlei Reaktion hierauf erhalten, also nicht einmal die obligatorische Eingangsbestätigung der Strafanzeige.
Hierauf schalteten wir einen Anwalt ein, welcher mit Schreiben vom 19.02.2019 um Akteneinsicht gebeten hatte und unsere Strafanzeige wiederholte. Bis heute ebenfalls keine Reaktion. Eine weitere Erinnerung schickte unser Anwalt am 08.03.2019 an das zuständige Am für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen.
Wir möchten Sie, als zuständiger Dienstherr der Behörde, um Stellungnahme hinsichtlich der langen Beantwortung bitten, ferner fügen wir in Form dieses offenen Briefes weitere Fragen an, die wir bitten uns und unseren Unterstützern/innen zu beantworten:

1. Das Kamel Couoscous befand sich kurz vor der Beschlagnahmung in einem erbärmlichen Zustand. Wir selber konnten vermutliche Pilz- oder Räudeerkrankungen dokumentieren, ebenso wie durch das daraus hervorgegangene Scheuern Fellverluste bis hin zu offenen und blutigen Wunden, zum Teil sogar eitrige Stellen – ein exemplarisches Foto haben wir auf unserer Facebookseite neben diesem Anschreiben veröffentlicht.
Fragen:
Konnten Sie die Pilz- oder Räudeerkrankungen diagnostizieren?
Wie haben Sie die Behandlungen durchgeführt?
Wie sieht der Heilungsplan aus?
Welche Ursache haben Sie für den möglichen Pilz- oder Räudebefall ausgemacht (sollten Sie eine andere Erkrankung diagnostiziert haben bitten wir um alternative Beantwortung dazu)?
Welche Diagnose haben Sie hinsichtlich des Ernährungszustandes des Tieres gefunden?
Wie ist der heutige Ernährungszustand des Tieres?
Welche ursächlichen Auslöser haben Sie für diesen desolaten Zustand ausfindig gemacht?

Zwischenzeitlich wurde ein Großteil der Tiere dem Circus Balu unter Auflagen wieder zurückgegeben, was uns zu weiteren Fragen veranlasst:

2. Der Esel ist uns besonders aufgefallen, da er sich fast nicht bewegt hatte, wenn dann ausschließlich humpelnd. Hier vermuten wir die untenstehende Fehlstellung der Gliedmaßen
Die Beobachtung der Pferde und Esel liess uns zu der Vermutung gelangen, dass sie langfristig auf ihren Exkrementen standen. Ferner lassen unsere Beobachtungen vermuten, dass die Hufpflege über einen längeren Zeitpunkt nicht erfolgt ist. Wir konnten bei den Eseln u.a. eine extreme Fehlstellung der Gliedmaßen feststellen, welche wir u.a. auf mangelnde Hufpflege zurückführen. Nach Auswertungen unserer Fotos sprechen wir von Hufgrößen von gut 10 cm, welche zu diesen Mißständen führten. Dieses führt zu irreversiblen Fehlstellungen der Hufkapseln und Gliedmaßen, welches für die Tiere i.d.R. große Schmerzen bedeutet. Das TierSchG besagt, dass einem Tier keine anhaltenden Schmerzen ohne vernünftigen Grund zugefügt werden dürfen. Ähnliches konnten wir auch bei den Pferden dokumentieren und kam zum selben Schluss.
Wir vermuten über diesem Sachverhalt hinaus Strahlfäulnis aufgrund der unzureichenden Hufpflege und der schlechten Unterbringung.
Fragen:
Können Sie unsere Einschätzung bestätigen und wenn nein, wie sieht Ihre Diagnose aus?
Welche Behandlungen haben Sie veranlasst und mit welchem Erfolg?
Wie beurteilen Sie die Heilungschancen hinsichtlich der Fehlstellung der Gliedmaßen?
Welche Ursachen haben Sie für diese schlimmen Zustände ausgemacht?
Wie konnten Sie sicherstellen, dass den Tieren das dokumentierte Leid nicht wieder zugeführt wird?

3. Durch die zwischenzeitliche Rückgabe eines Großteils der Tiere drängen sich weitere Fragen auf:

Fragen:

Wie hoch sind die entstandenen Kosten für die Notverpflegung der Tiere?
Wer wird für diese Kosten aufkommen?
Wenn Sie diese Kosten dem Circus Balu auferlegen:
Wurde eine entsprechende Rechnung schon an den Circus Balu gestellt und wurde diese beglichen?
Wenn nein, warum nicht?
Wie stellen Sie die Überprüfung der durch Ihr Amt erteilten Auflagen sicher?
Ist bei einem Verlassen des Veterinärbereiches Euskirchen gewährleistet, dass die folgenden Veterinärämter diese Auflagen überprüfen und wenn ja in welcher Form?

Welche rechtliche Grundlage wurde zur Beschlagnahmung der Tiere angebracht?
Was hat sich bis dato an den Gründen verbessert, was eine Rückgabe der Tiere begründet hatte?

Gerne sehen wir Ihren Antworten entgegen und verbleiben

Mit freundlichen Grüßen

Peter Hübner
Kampagnenleiter Circus OHNE
ANIMALS UNITED e.V.

*Der Kampf um die leidenden Tiere des Circus Balu geht weiter.**
Gerüchten zufolge plant das Veterinäramt die Rückgabe der beschlagnahmten Tiere in Kürze.
Animals United e.V. kämpft weiter und hat die zuständigen politischen Vertreter mit einem offenen Brief um Mithilfe gebeten.
Rechtliche Schritte werden vorbereitet.
_________________________

Offener Brief

Beschlagnahmte Tiere des Circus Balu […]
hier: Stellung einer Strafanzeige

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich trete als Kampagnenleiter von Animals Unites e.V. an Sie heran, mit der Bitte um Unterstützung.

In Ihrem Bereich gastierte der Weihnachtscircus Balu offiziell bis zum 06.01.2019 in Imgenbroich und sollte von dort weiterziehen in ihr Winterquartier nach Euskirchen. Dieses ist jedoch nicht geschehen.
Die Tierhaltung in Imgenbroich war schon als katastrophal anzusehen, mangelnder Platz und Hygiene inklusive.
Das zuständige Veterinäramt musste mehrfach Gespräche suchen, um eine Verbesserung der Lage der Tiere zu erwirken, bevor dieses dann am 30.01.2019 endlich reagierte. Die Qualen der Tiere wurden während der gesamten Zeit geduldet – mangelnder Auslauf, schlechte Bodenverhältnisse, sogar schlachte und falsche Ernährung und Pflege der Tiere wurden dem Veterinäramt angezeigt.

Wir selber konnten einige Vorwürfe aus unseren Beobachtungen heraus bestätigen, so fanden wir das Kamel Cuouscous (in den Medien mit Kusskus geschrieben, daher auch in unserer beigefügten Anzeige ebenso geschrieben) in einem erbärmlichen Zustand. Die Höcker, welche normalerweise mit Fettreserven gefüllt sein sollten, hängen seit Monaten schlaff herunter und deuten auf eine schlechte und/oder falsche Ernährung hin. Nach unseren Beobachtungen wird vornehmlich Heu verfüttert, ein Kamel jedoch benötigt einen hohen Anteil an Rohfasern und Mineralstoffe. Ferner konnten wir einen vermuteten Pilzbefall ausmachen, welcher zu offenen, blutigen und eitrigen Stellen führte.
Nicht viel besser der Zustand der Pferde und Esel, wo wir aufgrund mangelnder Hufpflege sogar Fehlstellungen an den Gliedmaßen feststellen konnten.

Das Veterinäramt beschlagnahmte die Tiere und sprach von sehr schlechten Zuständen der Tiere. Diese sind jedoch nicht ausschließlich in der Winterzeit aufgetreten, sondern konnten schon länger beobachtet werden. Mangelnde Pflege der Tiere, u.U. begründet durch mangelnde finanzielle Möglichkeiten können und dürfen nicht das Wohlbefinden eines Tieres bestimmen. Das TierSchG urteilt hierüber in § 2 TierSchG eindeutig.
Inzwischen mehren sich die Hinweise darauf, dass die Tiere in Kürze dem Circus Balu wieder zurückgeführt werden, daher bitten wir Sie um Unterstützung, um diesen Schritt zu verhindern.
Wir selber werden uns bemühen kurzfristig über einen Anwalt eine einstweillige Verfügung zu erwirken, gleichwohl werden wir, sollte es zu einer Rückgabe der Tiere kommen, uns vorbehalten, gegen alle handelnden Personen Strafanzeige wegen Unterlassung zu stellen – dieses ist jedoch aus unserer Sicht immer die letzte Möglichkeit etwas zu regeln, daher bitten wir eindringlich:
Lassen Sie es nicht soweit kommen und setzen Sie sich gemeinsam mit uns ein, um beim Veterinäramt ein Umdenken zu erwirken.
Es ist aus unserer Sicht nicht tragbar, dass Tiere in ein Umfeld zurück gegeben werden, in welchem Sie andauernde Leiden und Entbehrungen erwarten. Die Tierschutzgesetze sollten nicht proforma geschaffen sein, sondern müssen aktiv zur Umsetzung kommen.
Gerne sehen wir Ihrer Stellungnahme entgegen und bitten Sie insbesondere, dass Sie uns die Position auch Ihrer Parteien mitteilen.
Wir weisen daraufhin, dass wir hier offen agieren und selbstverständlich auch Ihre Stellungnahmen publizieren möchten.

In der Anlage erhalten Sie unsere Anfrage an das zuständige Veterinäramt und Bilder des Kamels aus diesem Jahr, welche Ihnen den Gesamtzustand verdeutlichen sollen.

Gerne stehe ich Ihnen für Rückfragen zur Verfügung und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Peter Hübner
ANIMALS UNITED e. V.
Kampagnenleiter

Animals United bleibt am Ball: Nachdem unser offener Brief vom 12.02.2019 und unsere persönlich Nachfrage vom 22.02.2019 lediglich bei den LINKEN und der UWG zu Reaktionen geführt hatten.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich nehme Bezug auf unseren offenen Brief und unsere Anfrage an Sie und Ihre Partei vom 12.02.2019 und meinem persönlichen Gespräch mit Mitarbeiter_innen aus ihrem Büro in der Städteregion Aachen vom 22.02.2019.

Leider haben Sie bis heute noch keine Stellungnahme an uns übermittelt, dass finden wir sehr traurig, da Sie ja letztlich die Vertreter/innen der Bürger/innen sind, welche auf Antworten warten.

Bislang liegen uns nur Antworten von
– Die LINKEN und
– Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) vor.

In Ihrem Bereich gastierte der Weihnachtscircus Balu offiziell bis zum 06.01.2019 in Imgenbroich und sollte von dort weiterziehen in ihr Winterquartier nach Euskirchen. Dieses ist jedoch nicht geschehen.
Die Tierhaltung in Imgenbroich war schon als katastrophal anzusehen, mangelnder Platz und Hygiene inklusive.
Das zuständige Veterinäramt musste mehrfach Gespräche suchen, um eine Verbesserung der Lage der Tiere zu erwirken, bevor dieses dann am 30.01.2019 endlich reagierte. Die Qualen der Tiere wurden während der gesamten Zeit geduldet – mangelnder Auslauf, schlechte Bodenverhältnisse, sogar schlechte und falsche Ernährung und Pflege der Tiere wurden dem Veterinäramt angezeigt.

Wir selber konnten einige Vorwürfe aus unseren Beobachtungen heraus bestätigen, so fanden wir das Kamel Cuouscous (in den Medien mit Kusskus geschrieben, daher auch in unserer beigefügten Anzeige ebenso geschrieben) in einem erbärmlichen Zustand. Die Höcker, welche normalerweise mit Fettreserven gefüllt sein sollten, hängen seit Monaten schlaff herunter und deuten auf eine schlechte und/oder falsche Ernährung hin. Nach unseren Beobachtungen wird vornehmlich Heu verfüttert, ein Kamel jedoch benötigt einen hohen Anteil an Rohfasern und Mineralstoffe. Ferner konnten wir einen vermuteten Pilzbefall ausmachen, welcher zu offenen, blutigen und eitrigen Stellen führte.
Nicht viel besser der Zustand der Pferde und Esel, wo wir aufgrund mangelnder Hufpflege sogar Fehlstellungen an den Gliedmaßen feststellen konnten.

Das Veterinäramt beschlagnahmte die Tiere und sprach von sehr schlechten Zuständen der Tiere. Diese sind jedoch nicht ausschließlich in der Winterzeit aufgetreten, sondern konnten schon länger beobachtet werden. Mangelnde Pflege der Tiere, u.U. begründet durch mangelnde finanzielle Möglichkeiten können und dürfen nicht das Wohlbefinden eines Tieres bestimmen. Das TierSchG urteilt hierüber in § 2 TierSchG eindeutig.

Mit unserer ersten Anfrage warnten wir davor, dass das Veterinäramt die Tiere dem Circus Balu wieder rückführen würde, was dann auch am 21.02.2019 – bis auf wenige Tiere – geschehen ist.

In der Presseerklärung der Städteregion Aachen vom 22.02.2019 heißt es, dass die Tiere u.a. wegen Missstände bei der Pflege und einigen gesundheitlichen Problemen bei den Tieren durchgeführt wurden. Ferner heißt es, dass zwischenzeitlich pflegerische und medizinische Maßnahmen umgesetzt wurden, so dass der überwiegende Teil der Tiere unter Auflagen in den Kreis Euskirchen ins Winterquartier des Zirkus gebracht werden konnte. Das zuständige Veterinäramt würde die weitere Genesung und den Zustand der Tiere beobachten und bei Verstößen gegen tierschutzrelevante Vorschriften einschreiten. Die Kosten für die bisherige Pflege und medizinische Betreuung würden dem Zirkus auferlegt.

Es ist aus unserer Sicht nicht tragbar, dass Tiere in ein Umfeld zurück gegeben werden, in welchem Sie andauernde Leiden und Entbehrungen erwarten. Die Tierschutzgesetze sollten nicht proforma geschaffen sein, sondern müssen aktiv zur Umsetzung kommen.

Hierzu nun unsere expliziten Fragen:

1. Wie steht Ihre Partei zur Rückgabe der Tiere an den Circus Balu, trotz der festgestellten und gravierenden Missstände?

2. Wie werden Sie als Partei die praktische Umsetzung der Tierschutzgesetze durchsetzen?

3. Wie stellen Sie als Partei sicher, dass die zuständigen Behörden die ausgelegten Kosten durch den Zirkusbetrieb wieder erstattet bekommen?

3a. Könnten Sie sich als Partei ein Gastspielverbot in der Städteregion bis zur Begleichung aller entstandenen Kosten vorstellen und wie wäre Ihr Ansatz dieses durchzusetzen?

4. Ist seitens Ihrer Partei geplant eine Überprüfung der Vorgänge, z.B. durch kleine Anfragen, und entsprechende Aufklärung vorgesehen?

5. Wie steht Ihre Partei im Rückblick auf die grausamen Bedingungen der Tiere zu einem generellen Wildtierverbot, bzw. Tierverbot in Zirkusbetrieben?

6. Wie steht Ihre Partei zu der Möglichkeit einen unabhängigen Tierschutzbeauftragten von einer Tierschutzorganisation zu benennen, der in solchen Extremsituation die Rückgabe der Tiere seitens des Veterinäramtes verhindern kann?
6a. Sollten Sie der Möglichkeit eines unabhängigen Tierschutzbeauftragten ablehnend gegenüberstehen, wie möchten Sie zukünftig die Einhaltung der TierSchG und Alleingänge des Veterinäramtes verhindern?

Gerne sehen wir Ihrer Stellungnahme entgegen.
Wir weisen daraufhin, dass wir hier offen agieren und selbstverständlich auch Ihre Stellungnahmen publizieren möchten.

Animals United e.V. hat zwischenzeitlich anwaltlich Akteneinsicht gefordert und Strafanzeige gestellt.

Gerne stehe ich Ihnen für Rückfragen zur Verfügung und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Peter Hübner
ANIMALS UNITED e. V.
Kampagnenleiter Circus OHNE

Beschlagnahmte Tiere des Circus Balu […]
hier: Stellung einer Strafanzeige

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen unserer regelmäßigen Recherchearbeiten vor Ort konnten wir auch den Circus Balu dokumentieren. Sie haben kurz vor Anzeigenstellung selber gehandelt und die Tiere beschlagnahmt.
da uns der Zustand der Tiere kurz vor der Beschlagnahmung bekannt ist – uns liegen auch Fotos vor – begrüßten wir Ihr Handeln.
Am 04.02.2019 wurde in der BILD der Verdacht genährt, dass Sie als Veterinäramt tatsächlich eine Rückgabe der geschundenen und vernachlässigten Tiere in Erwägung ziehen, hierauf nun unsere expliziten Anfragen:

1. Das Kamel Kusskus befand sich kurz vor der Beschlagnahmung in einem erbärmlichen Zustand. Wir selber konnten vermutliche Pilzerkrankungen dokumentieren, ebenso wie durch das daraus hervorgegangene Scheuern Fellverluste bis hin zu offenen und blutigen Wunden, zum Teil sogar eitrige Stellen – ein exemplarisches Foto haben wir auf unserer Facebookseite neben diesem Anschreiben veröffentlicht.
Fragen: Konnten Sie die Pilzerkrankungen diagnostizieren? Wie haben Sie die Behandlungen durchgeführt? Wie sieht der Heilungsplan aus? Welche Ursache haben Sie für den möglichen Pilzbefall ausgemacht (sollten Sie eine andere Erkrankung diagnostiziert haben bitten wir um alternative Beantwortung dazu)?

2. Das Kamel Kusskus wurde nach unseren Beobachtungen und Recherchen unzureichend ernährt, laut Ausführungen in den Medien mit Heu, was auch unsere Beobachtungen vermuten lassen. Heu ist in der Winterzeit kein ausreichendes Futtermittel für Kamele. Kamele benötigen einen hohen Rohfaseranteil und Mineralstoffe. Strohballen konnten wir vor Ort nicht feststellen, die eine gute Nahrungsergänzung darstellen würden.
Die Höcker sind absolut schlaff, was auf vollkommen verbrauchte Fettreserven schließen lässt. Nach Informationen von Fachleuten, denen wir unsere Bilder gezeigt haben, wird eine gesundheitliche Erholung längere Zeit in Anspruch nehmen.
Fragen: Welche Diagnose haben Sie hinsichtlich des Ernährungszustandes des Tieres gefunden? Wie ist der heutige Ernährungszustand des Tieres? Welchen zeitrahmen haben sie für die notwenige Ansammlung der Fettreserven gestellt? Welche ursächlichen Auslöser haben Sie für diesen desolaten Zustand ausfindig gemacht?

3. Wir konnten bei den Ziegen Liegeschwielen feststellen. Konnten Sie diese ebenfalls bei Ihren Untersuchungen feststellen?
Fragen: Welche Ursache haben Sie für die Liegeschwielen ausfindig gemacht? Führen Sie dieses auf unzureichende Unterbringung zurück? Wie ist der heutige Zustand der Ziege?

4. Der Esel ist uns besonders aufgefallen, da er sich fast nicht bewegt hatte, wenn dann ausschließlich humpelnd. Hier vermuten wir die unten stehende Fehlstellung der Gliedmaßen
Die Beobachtung der Pferde und Esel ließ uns zu der Vermutung gelangen, dass sie langfristig auf ihren Exkrementen standen. Ferner lassen unsere Beobachtungen vermuten, dass die Hufpflege über einen längeren Zeitpunkt nicht erfolgt ist. Wir konnten bei den Eseln u.a. eine extreme Fehlstellung der Gliedmaßen feststellen, welche wir u.a. auf mangelnde Hufpflege zurückführen. Nach Auswertungen unserer Fotos sprechen wir von Hufgrößen von gut 10 cm, welche zu diesen Mißständen führten. Dieses führt zu irreversiblen Fehlstellungen der Hufkapseln und Gliedmaßen, welches für die Tiere i.d.R. große Schmerzen bedeutet. Das TierSchG besagt, dass einem Tier keine anhaltenden Schmerzen ohne vernünftigen Grund zugefügt werden dürfen.
ähnliches konnten wir auch bei den Pferden dokumentieren und kam zum selben Schluss.
Wir vermuten über diesem Sachverhalt hinaus Strahlfäulnis aufgrund der unzureichenden Hufpflege und der schlechten Unterbringung.
Fragen: Können Sie unsere Einschätzung bestätigen und wenn nein, wie sieht Ihre Diagnose aus? Welche Behandlungen haben Sie veranlasst und mit welchem Erfolg? Wie beurteilen Sie die Heilungschancen hinsichtlich der Fehlstellung der Gliedmaßen?

Gesamtfragen:

Innerhalb unserer Beobachtungen sind uns 2 Kamele aufgefallen. Haben Sie alle beide sichergestellt? Wenn nein, was können Sie zum Verbleib des anderen Kameles sagen.
Haben Sie inzwischen eine Strafanzeige wegen Verstoß gegen das TierSchG und dem BMEL gestellt? Wenn nein, warum nicht?.
Sehen Sie bei einer möglichen Rückgabe der Tiere eine Besserung der Zustände als gewährleistet an? Wenn ja, worin ist diese begründet?
Konnten Sie anhand des Zirkusbuches über die vorherigen Gastspiele entsprechende Hinweise und Vermerkungen finden, die diese Zustände erklären? Wenn nein, haben Sie mit den vorherigen Veterinärämter Kontakt aufgenommen und eine Stellungnahme hinsichtlich der Kontrollen angefordert?
Ist es für Sie tatsächlich eine denkbare Option die Tiere wieder in die Obhut des Circus Balu zu geben trotz obiger Zustände? Wie gewährleisten Sie in diesem Falle die notwendige Fürsorge für die Tiere und die Einhaltung des Heilungsplanes?
Wer kommt für die bisherigen tierärztlichen Kosten auf, die bislang aufgetreten sind?

Wir haben diese Anfrage als offenen Brief gestellt und bitten entsprechend um Beantwortung vor dem Hintergrund das wir diese ebenfalls veröffentlichen möchten. Wir bitten fernerhin um Überprüfung wegen des Verdachtes auf Verstoß gegen das TierSchG §2 aller weiteren in Betracht kommenden Verstöße.

[…]

Mit freundlichen Grüßen
Peter Hübner
Animals United e. V.



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