Ein paar Worte zum Welt-Pinguin-Tag

Heute ist Welt-Pinguin-Tag. Grund genug sich die Frackträger mal etwas genauer anzusehen. Ob unter Linux-Anwendern oder Animationsfans von Happy Feet, Pinguine scheinen eine gewisse Faszination auf den Menschen auszuüben. In jeden Allgemeinwissenstest scheint sich die Frage nach ihrem Wohnort reinzudrängen, sodass sich dieser mittlerweile in die Gedächtnisse eingeprägt hat. Sie wohnen auf der Südhalbkugel, ganz im Gegensatz zu den Eisbären… oder war es doch anders herum?

Ab in den Süden

Tatsächlich bewohnen viele Pinguine die Südhalbkugel. Die Antarktis, Neuseeland, Australien, Namibia, Angola, Südafrika, Südamerika, Peru und sogar die Galapagos-Inseln sind von ihnen besiedelt. Sie werden zwar zu den Vögel geordnet, unterscheiden sich aber in einigen Punkten sehr von dem Bild, welches wir von Vögeln haben. So sind sie perfekt an die klimatisch extremen Temperaturen angepasst. Denn während manche der Frackträger in arktischen Klimazonen ausharren, gibt es unter ihnen auch welche, die sich eher in tropischen Gefilden wohler fühlen. Während bei den eisigen Temperaturen eine zwei bis drei Zentimeter dicke Fettschicht mit bedeckendem Gefieder für ausreichend Wärmeisolation führt (im Übrigen ein guter Punkt in Diskussionen nach den Feiertagen), verfügen Pinguine in tropischen Klimazonen über größere Flossen, sodass über diese größere Fläche mehr Wärme abgegeben werden kann und verlagern ihre aktiven Momente eher in die Abend-und Nachtzeit.

Pinguine sind flugunfähige Vögel – sie schwimmen stattdessen. Ein gutes Beispiel dafür, dass mensch nicht immer nur machen sollte, was von einem erwartet wird, sondern unendlich viele Möglichkeiten hat, wie mensch sein Leben gestalten kann. Die Frackträger schwimmen mit durchschnittlichen fünf bis zehn Kilometern pro Stunde kilometerlang auf Nahrungssuche durch die Meere. Während sie in die Höhe nur etwa 1,80 m zwischen sich und die Meeresoberfläche schaffen, tauchen die kleinen Vertreter von ihnen bis zu 20 m, bei Kaiserpinguinen wurden sogar schon fast 20-minütige Tauchgänge mit 530(!)m Tiefe beobachtet.

Macho oder treuer Partner fürs Leben?

Manche Arten gehen schon mit jungen zwei Jahren auf Partnersuche, andere lassen es lieber ruhig angehen und warten bis sie acht Jahre alt sind. Dann entdecken sie die großen Brutkolonien für sich, welche manchmal bis zu fünf Millionen Tiere umfassen. Erst einmal wird sich ein kleines Territorium gesichert, um von dort den Mädels kräftig trompetenhafte Rufe hinterher zu schmeißen und sie so für sich zu gewinnen. Mal mit etwas mehr, mal mit etwas weniger Erfolg. Wenn pinguin Pech hat, erwischt man das “falsche” Weibchen, welches ein Anderer bereits unter seinen Fittichen hat. War pinguin bereits schon im letzten Jahr auf Partnersuche, ist es meist üblich das gleiche Weibchen zu umgarnen. Dennoch gibt es Ausnahmen, so liegt die Trennungsrate bei Adelpinguinen bei fast 50 Prozent! Ist der richtige Partner gefunden, kommt es nach einem durchaus wackeligen Balanceact schließlich zur Eiablage und Brut. Diese geschieht entweder mit einem Ei auf den Füßen der Großpinguine oder mit mehreren Eiern in einem extra dafür gerichteten Nest des Paares bis der Nachwuchs schließlich schlüpft. In den ersten zwei bis sechs Wochen teilen sich die Eltern die Aufsicht, bevor sich die Jungtiere dann in ihrer Kolonie zu Grüppchen zusammentun und die Elterntiere auf Futtersuche gehen. Ist das erste harte Jahr mit hoher Sterblichkeitsrate erst einmal überstanden, haben die Pinguine gute Chancen die durchschnittliche Lebenserwartung von 25 Jahren zu erreichen, wenn sie nicht durch natürliche Fressfeinde, den Menschen oder dessen Handlungsfolgen getötet werden.

Gefahr für die Frackträger

Ja, auch sie haben nicht nur Freunde. Im Wasser lauern beispielsweise Seeleoparden, Seebären, Seelöwen sowie Orcas und Haie auf die Pinguine. Vermutlich ist der erstaunlich zögerliche Gang ins Wasser darauf zurückzuführen, nicht als erster Pinguin hinein zu müssen, weswegen dieser Gang meist in kleinen Grüppchen bestritten wird. Doch nicht nur im Wasser lauert Gefahr, auch Möwen auf Eiersuche und die vom Menschen domestizierten Arten Hund und Katze sind lokal eine ernste Bedrohung für die Pinguine. Auch in anderer Weise hat das Handeln der Menschen verherrende Folgen. Beispielsweise durch die kommerzielle Fischerei, welche sich auf dieselben Arten spezialisiert hat, welche das Nahrungsspektrum der Pinguine umfasst, durch menschliche Eingriffe oder Erschließungen von Pinguin-Lebensräumen sowie wenn durch Öl-und Meeresverschmutzung Tausenden ihr Leben genommen wird. Auch der Klimawandel macht den Frackträgern nicht nur mit dem klimatischen Temperaturanstieg, der Veränderung ihres Lebensraumes zu schaffen, sondern auch dadurch, dass sich durch den Wandel des Klimas das Nahrungsangebot maßgeblich verändert.



Julia

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Du mußt dein Ändern leben. (Rainer Maria Rilke)
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