Ende des barbarischen Kükentötens in Sicht?

Geschreddert, vergast, erdrückt – diese Schlagworte stellen das qualvolle Schicksal von jährlich rund 50 Millionen männlichen Küken in Deutschland dar. Nur die wenigsten Menschen befürworten eine derart barbarische “Eliminierung” von Eintagsküken zugunsten der wirtschaftlichen Rentabilität. Deshalb steht schon lange die Forderung nach dem notwendigen Ende dieses grausamen Massentötens der Eintagsküken im Raum. Momentan wird ein Verfahren u.a. an der Universität Leipzig entwickelt, welches das seit Jahrzenten etablierte Kükentöten beenden soll und zugleich den Profit der Intensivtierhaltung nicht eindämmen soll.

Wie funktioniert das?

Mithilfe einer Hormonanalyse soll künftig das Geschlecht der Hühner festgestellt werden, bevor sie schlüpfen. Laut den Verantwortlichen soll dieses Verfahren in rund zwei Jahren wirtschaftlich rentabel und zur Praxistauglichkeit gebracht worden sein. Die männlichen, “ertragsarmen”, keine-Eier-legenden Küken sollen daher vor dem Schlupf getötet werden und anschließend zu Tierfutter verarbeitet werden. Zu diesem Zeitpunkt sollen die Embryonen noch kein Schmerzempfinden besitzen – ethisch also einwandfrei?

Ein großer Fortschritt – dennoch nicht makellos

Zweifellos wäre dieses Verfahren und das damit verbundene Ende des sichtbaren Kükentötens ein Schritt in die Zukunft. Dennoch ist blinder Enthusiasmus hierbei wohl noch nicht angebracht. Denn schon das Verfahren selbst weist vor allem den Kritikpunkt auf, dass mensch nie genau weiß ab welchem Alter das Schmerzempfinden eines Tieres seinen Anfang findet. Natürlich besteht die Möglichkeit, dass es zu dem festgelegten Zeitpunkt noch nicht vorhanden ist, aber Absolution kann hier niemandem erteilt werden. Das Töten eines Individuums, egal ob Embryo oder ausgewachsenes Individuum, ist ethisch äußerst umstritten.

Selbstverständlich ist die Anwendung dieses Verfahrens immer noch ein Fortschritt, denn das Töten eines Tieres, das eventuell kein Schmerzempfinden besitzt ist – salopp gesagt – das kleinere Übel. Dennoch rechtfertigt diese Argumentation keine Tötung. Diese Prozedur ist nur Behandlung eines Symptoms, nicht der Ursache: Tiere werden selektiert und umgebracht. Die Profitgier der Intensivtierhaltung bleibt beständig vorhanden und weiterhin ist das Schicksal jedes geschlüpften Kükens früher oder später der qualvolle Tod. Nach einer leidvollen Existenz erwartet sie der Schlachthof – viel besser als der Tod direkt nach dem Schlupf ist das letztendlich auch nicht.

Die einzige wirklich zukunftsweisende Lösung ist die Verkleinerung und letztendlich Abschaffung der Tierwirtschaft, sodass die Frage nach dem Kükentöten gar nicht erst aufkommt. Jede_r von uns kann sein eigenes Konsumverhalten ändern und somit aus dem Fördern von Schlachtung, Kükenschreddern und weiterem Leid austreten, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Schaut nicht länger zu, ändert etwas!

Jedes Jahr werden über 60 Milliarden sogenannter „Nutz“tiere getötet, um sie zu verzehren. Hinzu kommen Milliarden Fische und andere Meeresbewohner_innen. Die meisten dieser Tiere finden einen grausamen Tod nach einer kurzen und meist qualvollen Existenz – denn ein Leben ist es nicht. Dabei steht längst fest, dass der Konsum tierischer Produkte Tier, Mensch und Natur schadet. Knapp 100 Tiere rettet jährlich, wer sich für eine vegane Ernährung entscheidet. Jede_r hat die Wahl – jeden Tag am Supermarktregal! Probiert rein pflanzliche (vegane) Lebensmittel – für Tier, Mensch, Natur und euch! Informiert euch & andere!



Laura

Laura

"Solange die Menschen Tiere quälen, foltern und erschlagen, werden wir Krieg haben. Wie können wir irgendwelche idealen Zustände auf Erden erwarten, wenn wir die lebenden Gräber getöteter Tiere sind?" (George Bernard Shaw)
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