EnzyklopäTIER: Flusspferd – Afrikas größte Gefahr in Not!

Herzlich Willkommen in unserer neuen Blogreihe “EnzyklopäTIER”! In dieser wollen wir euch verblüffende Fakten, spannende Anatomie und den Alltag unserer Mitlebewesen präsentieren sowie Tipps geben, wie ihr ihnen helfen könnt. Dieses Mal mit Afrika’s gefährlichsten Säugetier – dem Flusspferd!

Verblüffendes

Nilpferd, Hippo oder Flusspferd – für die gräulichen Dickhäuter gibt es einige Namen. Aber Pferd? Mit diesen haben sie rein gar nichts zu tun, sie gehören zu der Ordnung der Paarhufer, zu denen auch Schweine gehören und sie sind sogar mit Walen verwandt!

Die Familie der Flusspferde lässt sich nochmal unterteilen: Neben dem Großflusspferd, welches den meisten bekannt sein sollte, gibt es noch ein Zwergflusspferd – und diesen Namen hat es, im Gegensatz zu seinen großen Verwandten, redlich verdient. Die Tiere erreichen eine Schulterhöhe von circa 80 cm und wiegen dabei um die 300 kg – nur halb so groß und um einiges leichter als ein Großflusspferd. Dieses bringt über 3 Tonnen auf die Waage!

Lebens(t)raum?!

Das Zwergflusspferd lebt als Einzelgänger im Regenwald von Liberia, Sierra Leone, Guinea und der Elfenbeinküste. Dort wird immer mehr Waldfläche zur landwirtschaftlichen Nutzung abgeholzt und die scheuen Tiere verlieren ihren Lebensraum. Das bleibt nicht ohne Folgen: In freier Wildbahn gibt es nur noch rund 3000 Tiere! Sie sind somit stark bedroht und der Bestand schrumpft zunehmend. Grund dafür ist neben dem Verlust ihres Habitats auch die Bejagung wegen ihres Fleisches und der Eckzähne, die mit Elfenbein vergleichbar sind. Zwergflusspferde sind nachtaktiv und verharren den Tag in Flussläufen. In der Dämmerung ziehen sie los und machen sich auf die Suche nach Futter, sie lassen sich verschiedenste Pflanzen wie Blätter, Farne, Wasserpflanzen und Kräuter schmecken.

Das Großflusspferd ist ebenfalls überwiegend Pflanzenfresser. Sehr selten wurden sie beobachtet, wie sie Aas von Artgenossen oder sogar Antilopentiere gefressen haben. Der Lebensraum der großen Hippos erstreckt sich über West-, Ost-, Zentral- und Südafrika in den großen Savannen mit Nähe zu Flüssen oder Seen. In diesen verbringen sie den Großteil des Tages und  in großen Gruppen, die teilweise über hunderte Tiere beherbergen können. Dort suchen sie allerdings kaum Kontakt zu anderen Herdenmitgliedern und leben lieber für sich. Die Großflusspferde, welche bis zu 40 Jahre alt werden können, sind inzwischen bedroht und auch hier ist der Mensch ein Feind, welcher noch immer Jagd auf die Tiere macht und ihren Lebensraum zunehmen zerstört.  Andere Raubtiere wie Löwen oder Hyänen machen nur selten Jagd auf die schweren Landtiere und dabei bevorzugen sie immer die Jungtiere. Unterschätzen sollte mensch ein Nilpferd nicht: Obwohl es langsam und gemütlich wirkt, kann es sehr gefährlich sein. Flusspferde können über 40 km/h schnell rennen und jedes Jahr sterben circa 100 Menschen nach Angriffen – das sind mehr als durch Löwen und macht es damit zum gefährlichsten Säugetier Afrikas.

Fasziniernde Anatomie

In ihrem Rückzugsort dem Wasser tauchen sie fast komplett unter. Oft sind nur die Augen, Nase und Ohren zu sehen, welche auf einer Linie liegen und so die Sinnesorgane frei sind. Obwohl sie sich die meiste Zeit im Wasser aufhalten, sind Flusspferde sehr schlechte Schwimmer.  Durch ihre Masse sind sie schwerer als Wasser und sinken bis zum Grund ab. Für Flusspferde ist dies nicht schlimm: Sie gehen dort entlang und durchqueren auf diese Art auch Flüsse. Nachts werden die Paarhufer aktiv, sie trotten auf kilometerlangen Trampelpfaden zu ihren Weidegründen und fressen dort täglich über 150 kg Gras, Kräuter und andere bodennahe Pflanzen.

Geheimnisvoller Mythos

Die Haut beider Arten ist sehr empfindlich, sie muss dauerhaft feucht gehalten werden. Lange Zeit wurde geglaubt, dass Flusspferde Blut schwitzen. Dies ist natürlich Humbug, das rötlich-braune Sekret schützt die Haut vor der Sonne und hat weder etwas mit Blut, noch mit Schweiß zu tun.

 

Flusspferde als Entertainer & Ausstellungsstücke

Leider ist ihnen in vielen Fällen ihr freiheitliches Dasein in Afrika nicht vergönnt. Hierzulande werden sie zu Unterhaltungszwecken ausgebeutet.

Flusspferde als Ausstellungstücke

Flusspferde sind beliebt in Zoos und Tierparks, denn ihre „Haltung“ ist leicht und sie sind nicht anfällig für Krankheiten. Hunderte Tiere müssen ihr Leben in trister Gefangenschaft fristen. Das Leben in großen Kolonien? Nächtliche Spaziergänge mehrerer Kilometer? All dies ist in den engen Gehegen nicht möglich. Eingesperrt und begafft werden ist der Alltag der “Zoonilpferde”. Dabei kommt es leider auch zu tödlichen Unfällen: Anfang des Jahres wurde in El Salvador ein Flusspferdbulle durch unbekannte derart schwer verletzt, dass es wenige Tage später durch diesem Übergriff starb. Auch in Deutschland wurde 2014 ein Großnilpferd in einem Zoo durch Menschenhand getötet: Das 39-jährige Tier erstickte an einem Tennisball, der ihm von einem Besucher ins Maul geworfen wurde.

Flusspferde als Entertainer

In Zirkusunternehmen müssen die Tiere als Zuschauermagnet herhalten und Profit erwirtschaften. In Deutschland gibt es noch 3 Nilpferde in Zirkussen. Auf ihre besonderen Bedürfnisse kann nicht eingegangen werden, der Tierschutz und die Arterhaltung werden vorgeschoben. Diese Argumente sind blanker Hohn, wenn beachtet wird, dass die Flusspferde seit Jahren alleine gehalten werden und somit nicht mal in der Lage wären, für ihren Artenschutz zu sorgen. Obwohl es auch Angebote von Auffangstationen gibt, in denen die Tiere ihren Lebensabend verbringen könnten, müssen sie weiter Geld in die Kassen spülen.

Jede_r Einzelne kann den Flusspferden in Gefangenschaft helfen! Boykottiert Zoos und Tierzirkusse, setzt ein Zeichen gegen Tierqual und gebt mithilfe von Protesten euren Wunsch nach tierleidfreier Unterhaltung kund!


Pasquale

Pasquale

Solange ein Mensch nicht etwas entdeckt hat, für das er zu sterben bereit wäre, ist er auch nicht bereit zu leben. (Martin Luther King)
Pasquale

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