ERFOLG: Bär Ben muss nicht zurück in den Zirkus!

Am heutigen Donnerstag war es soweit, das langersehnte erlösende Urteil fiel: Bär Ben muss nicht zurück in den Zirkus! Die höchste juristische Instanz Bayerns, der Verwaltungsgerichtshof in München, fällte die finale Entscheidung – Tierfreund_innen deutschlandweit feiern! ‪#‎FreeBen‬

Ben, der letzte Zirkusbär Deutschlands, hielt Tierfreund_innen bundesweit in Atem. Vor knapp einem Monat war er im niederbayerischen Plattling vom Veterinäramt in Begleitung der Polizei und unserer Aktiven beschlagnahmt worden. Wir hatte nach wochenlangen Recherchen Anzeige erstattet, nachdem der Bär zum wiederholten Male über Stunden und Tage in einer dunklen engen Box ohne ausreichend Versorgung und Betreuung in seinem Transportanhänger abgestellt worden war. Bei der Beschlagnahmung kam es zu tätlichen Übergriffen der Zirkusbetreiber_innen auf uns sowie einem Fluchtversuch seitens Ersterer. Bär Ben kam anschließend in eine Auffangstation, wo er bis dato verweilte. Der Zirkus versuchte über Wochen, ihn zurück zu klagen. Heute dann die freudige Meldung, die Tierfreund_innen deutschlandweit aufatmen lässt: Der Verwaltungsgerichtshof in München schickt den Bären nicht zurück in den skandalträchtigen Zirkus. Wir hatte vehement vor einer Rückgabe gewarnt und feiern nun mit Tierfreund_innen in ganz Deutschland.

Die Entscheidung der zuständigen Richter_innen ist die einzig richtige! Der Zirkus hat Bär Ben immer wieder über Tage ohne Betreuung und Versorgung in einem dunklen und engen Verschlag in seinem Zirkuswagen alleine am Straßenrand abgestellt. Tierschutzwidriger geht es für ein Wildtier nicht! Der heutige Gerichtsbeschluss ist ein immenser Lichtschimmer am Ende eines dunklen Tunnels von massiven und kaum verfolgten Tierschutzverstößen in Zirkussen deutschlandweit. Denn Zirkus Louis Knie/Alberti ist ein schwarzes Schaf unter schwarzen Schafen. Für uns steht fest, dass Zirkusse grundsätzlich niemals ein ‘artgerechtes’ Zuhause für Tiere bieten können. Darauf sind sie auch nicht ausgelegt. Sie dienen ausschließlich der Unterhaltung gegen Bezahlung. Daher fordern wir einen tierfreien Zirkus mit echter Unterhaltung von Menschen für Menschen, ohne die Ausbeutung von Tieren zu Unterhaltungszwecken. Bei der Beschlagnahmung des Bären Mitte März waren wir von den Zirkusbetreiber_innen angegriffen worden. Eine unserer Aktiven war dabei auf den Boden geschleudert und mit Stiefeltritten traktiert worden, als wir versuchten, den Fluchtversuch der Zirkusbetreiber_innen mit Bär Ben zu filmen und zu stören. Als das Veterinäramt und die Polizei einschreiten wollten, rasten die Zirkusmitarbeiter_innen mit Ben durch einen angrenzenden Zaun und nahmen Reißaus, wobei sie beinahe die Beamt_innen überfuhren. Wir dokumentierten alles auf Video und erstatteten Anzeige. Ben konnte zu guter Letzt dennoch beschlagnahmt und in einen Bärenpark bei Bad Füssing gebracht werden. Hier ist er bis heute und wartet darauf, endlich seinen Lebensabend fern der Manege genießen zu dürfen.

Bereits zwei Mal hatte das Verwaltungsgericht in Regensburg die Entscheidung des Landratsamts Deggendorf, den Bär von Zirkus Louis Knie/Alberti in einem Sofortvollzug wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz zu beschlagnahmen, für rechtens erklärt. Nun beschäftigten sich die Richter_innen in München mit dem Fall, denn der bisherige ‘Besitzer’ Bens hatte zum dritten Mal eine Beschwerde gegen die Beschlagnahmung eingereicht. Deutschlandweit waren daher dieser Tage alle Tierschutzaugen auf München gerichtet. Das Thema Zirkustiere bewegt die Deutschen. Die Mehrheit von ihnen spricht sich in repräsentativen Umfragen gegen Wildtiere im Zirkus aus, viele sind gar für einen gänzlich tierfreien Zirkus. Und selbst der Bundesrat hat sich erst kürzlich zum dritten Mal für ein bundesweites Wildtierverbot ausgesprochen, über welches die Bundesregierung alsbald entscheiden will. Bär Ben könnte hier das Zünglein an der Wange sein.

Durch Bens Beschlagnahmung konnten wir das Thema abermals in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Deutschland debattiert wieder über ein Wildtierverbot. Es ist höchste Zeit für ein solches, wir bilden das Schlusslicht in Europa. Viele Länder haben bereits ein derartiges Verbot, nur Deutschland hinkt hinterher und das vorsätzlich. Daher ist die heutige richterliche Entscheidung eine mit Signalwirkung, denn für uns ist absolut unklar, was tierführende Zirkusse noch anstellen müssen, dass es endlich zu einem Verbot kommt. Die durch Zirkus Louis Knie/Alberti begangenen Straftaten von mehrfachem Widerstand gegen die Staatsgewalt über massive Beleidigungen hin zu brutaler Körperverletzung lassen sich nicht widerlegen, nicht rechtfertigen und sind unentschuldbar, wir haben alles auf Kamera. Der Zirkus hat eindrücklich gezeigt, wie weit er geht. Die Zukunft Bens war daher höchst ungewiss. Das juristische Machtwort aus München kann nun dafür sorgen, dass der Bär endlich in den Ruhestand darf, über 20 Jahre Zurschaustellung in der Manege haben deutliche Spuren hinterlassen. Dennoch mahnen wir, Bär Ben gut zu überwachen, denn der Zirkus würde alles tun, um seinen gewinnbringenden Publikumsmagneten wiederzubekommen.

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