Fipronil – „So eine SauerEI!“

Fipronil – ein Biozid und Insektizid aus der Gruppe der Phenylpryazole mit der Summenformel C12H4Cl2F6N4OS. Klingt kompliziert und extrem speziell? Vor einigen Wochen hatte wohl kaum jemand jemals zuvor von diesem chemischen Wirkstoff gehört, doch inzwischen ist er in aller Munde.

„Verbraucherschutz steht an erster Stelle!“

Verbraucherschutz und verschiedenste Organisationen wurden laut, als dieser Skandal vor einiger Zeit an die Öffentlichkeit gelangte. Für Privatpersonen sieht die Lage vor allem folgendermaßen aus: Verwendung von Fipronil in Desinfektionsmitteln zur Reinigung von Hühnerställen geht gar nicht, die Umwelt ist egal, aber das Krebsrisiko des armen Verbrauchers könnte ja erhöht werden. Millionen Eier werden weggeworfen, belastete Hühner geschlachtet – das muss zum eigenen Schutz natürlich sein! Schuld sind ausschließlich die bösen Betreiber der Ställe, aber Masse an Fleisch und Eiern braucht mensch selbstverständlich trotzdem!

Verschiedene Facetten des Skandals

Zynismus beiseite – obwohl die Mengen an Fipronil in Eiern und Hühnerfleisch verschwindend gering und voraussichtlich nicht ernstzunehmend schädlich für den menschlichen Organismus sind, möchte ich natürlich die Drastik des Skandals nicht schmälern. Giftige Insektizide sollten niemals massereiche Anwendung finden, weder in der Intensivtierhaltung noch im Lebensmittelanbau – schädlich für Tier, Umwelt und Mensch sind sie immer. Dennoch hat der Trubel um Fipronil sonderbare Formen angenommen. Die anthropozentrische Sichtweise lässt nämlich die Hauptleidtragenden außer Acht: die Tiere. Ob diese unter der Einwirkung von Fipronil leiden scheint niemandem wichtig zu sein, hauptsache auf dem eigenen Teller landet kein Fipronil. Zudem ist es rätselhaft, dass Verbraucher bei kleinen Mengen eines Insektizids derart empfindlich reagieren, denn beim Konsum von tierischen Produkten gelangen doch ohnehin permanent Antibiotika in den eigenen Organismus. Normalerweise wird über die Lebensmittelverschwendung geklagt, dabei werden nun Millionen Eier weggeworfen und unzählige Hühner sinnlos geschlachtet (natürlich ist es ohnehin fraglich Eier bzw. getötete Tiere als „Lebensmittel“ zu bezeichnen). Alles im Sinne der Konsument_innen.

Verantwortlich sind nur die Betreiber der Anlagen, oder?

Die Schuld würde sich der/die Verbraucher_in jedoch niemals eingestehen – wieso denn auch? Schuldig scheinen nur die Betriebe zu sein. Dass diese die direkten Hauptverantwortlichen sind, ist natürlich auch nicht abzustreiten. Neben der Ursache und täglichen Unterstützung von unfassbarem Leid, sind sie zudem für die Giftstoffe im letztendlichen „Produkt“ zuständig. Als weniger offensichtlichere Verantwortliche sind wohl oder übel der/die Verbraucher_in selbst zu nennen. Dass es als notwendig betrachtet wird derart giftige Stoffe zur Desinfektion zu verwenden, ist Resultat der schieren Masse an tierischen Produkten, die „produziert“ werden muss. Und wieso muss so viel „produziert“ werden? Weil mensch nicht auf das tägliche Frühstücksei, das Hendl oder auf die Chicken Nuggets verzichten möchte. So schließt sich der Kreis doch recht schnell und einfach, oder?

Ihr wollt auf dem Teller kein Fipronil? Dann macht den Boykott zu eurem Ziel!

Legehennen und Masthühner durchleben ständige Qualen, eingepfercht mit Tausenden weiteren Artgenossen müssen sie ihr Dasein fristen. Im besten Fall müssen „nur“ neun Hennen pro Quadratmeter hausen. Der Boden besteht zum größten Teil aus Gittern, an denen sich die Tiere besonders oft Verletzungen zuziehen, die niemals behandelt werden. In Mastanlagen sterben zwischen 5% und 7% der Tiere an unbehandelten Verletzungen bzw. Krankheiten bevor sie geschlachtet werden. Ohnehin ist für sie nur ein Alter von ungefähr einem Monat vorgesehen bis sie ihr Schlachtgewicht erreicht haben und ihnen ihre barbarische Tötung bevorsteht. Sobald Legehennen ihre Leistung verringern, müssen auch sie der Schlachtung gegenüberstehen.

Jedes Jahr werden über 60 Milliarden sogenannter „Nutz“tiere getötet, um sie zu verzehren. Hinzu kommen Milliarden Fische und andere Meeresbewohner_innen. Die meisten dieser Tiere finden einen grausamen Tod nach einer kurzen und meist qualvollen Existenz – denn ein Leben ist es nicht. Dabei steht längst fest, dass der Konsum tierischer Produkte Tier, Mensch und Natur schadet. Knapp 100 Tiere rettet jährlich, wer sich für eine vegane Ernährung entscheidet. Jede_r hat die Wahl – jeden Tag am Supermarktregal! Probiert rein pflanzliche (vegane) Lebensmittel – für Tier, Mensch, Natur und euch! Informiert euch & andere!



Laura

Laura

"Solange die Menschen Tiere quälen, foltern und erschlagen, werden wir Krieg haben. Wie können wir irgendwelche idealen Zustände auf Erden erwarten, wenn wir die lebenden Gräber getöteter Tiere sind?" (George Bernard Shaw)
Laura

Letzte Artikel von Laura (Alle anzeigen)



Sag was dazu

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht