“Fleisch ist gesund und macht fit” – von Antibiotikaresistenzen und ihren zunehmenden Gefahren

Obwohl inzwischen in unserer Gesellschaft das Bewusstsein gegenüber “geregeltem” Fleischkonsum wächst, besteht mit erschreckender Hartnäckigkeit die Scheinwahrheit, Fleischkonsum wäre von essentieller Bedeutung für den menschlichen Körper und zudem auch noch “gesund”. Nicht nur die Tatsache, dass der Konsum tierischer Produkte ethisch nicht vertretbar ist, sondern auch, dass Milch, Fleisch und Co. sogar außerordentlich schädlich für den Menschen sind, wird dabei meist (vorsätzlich) außer Acht gelassen.Antibiotikaresistenzen sind dabei wohl das eindeutigste Beispiel, dass der verantwortungslose Umgang mit Tieren wieder auf uns Menschen zurückkommt.

Antibiotikavergabe in der Massentierhaltung

Die immensen Ansprüche an Tiere in der Intensivtierhaltung haben über die Jahre zu extremen Verzüchtungen und Qualzuchten geführt, sodass schon seit Geburt an ihre Immunabwehr geschwächt ist. Zudem bieten die engen und unhygienischen Ställe optimale Bedingungen für die Ausbreitung von Krankheiten. Diese Faktoren versucht mensch durch den übermäßigen Gebrauch von Antibiotika zu kompensieren (allein in Deutschland rund 1.700 Tonnen pro Jahr), die allen Tieren, auch den gesunden, verabreicht werden (auch wenn die Industrie das immer gerne abstreiten möchte). Hier kommen selbstverständlich evolutionäre Prozesse zum Vorschein und der Entstehung von multiresistenten Keimen wird kein Einhalt geboten.

Der Konsum von tierischen Produkten erleichtert zusätzlich die Verbreitung dieser Keime. Als zu erwartende Konsequenz werden leichte bis mittelschwere Krankheiten bei Menschen zu unüberwindbaren Gegner_innen, da die Antibiotika nicht mehr anschlagen.

Selbst die letzte Rettung wird missbraucht: Reserveantibiotika

Die totale Katastrophe ist noch nicht eingetreten: Reserveantibiotika können in vielen Fällen noch bei resistenten Keimen angewendet werden. Diese sind meist neu entdeckte oder alte Antibiotika, die aufgrund schlechter Verträglichkeit eigentlich nicht mehr verwendet werden. Naheliegend ist hierbei, dass diese Reserveantibiotika nur in einzelnen Ausnahmefällen verwendet werden sollten. Während in der Humanmedizin dieses Prinzip befolgt wird, werden Reserveantibiotika achtlos in der Intensivtierhaltung eingesetzt.

Anlässlich des G20-Gipfels bestand die Erwartung und Hoffnung, dass der Gebrauch von Reserveantibiotika eingedämmt würde. Denn Antibiotikaresistenzen stellen eine ernstzunehmende Gefahr für alle Erdlinge sowie die Natur dar. Die G20 Staaten müssen dringend handeln und Reserveantibiotika aus der Intensivtierhaltung verbannen, mit konkreten Zeit- und Finanzierungsplänen statt viel Gerede um den heißen Brei.

Die Nachfrage bestimmt das Angebot

Jede_r von uns kann einen Teil dazu beitragen, diese Entwicklung aufzuhalten. Weniger Konsum von tierischen Produkten schränkt die Verbreitung von multiresistenten Keimen ein. Natürlich ist die aus der Intensivtierhaltung resultierende Gefahr für den Menschen nicht der einzige Grund, den eigenen Konsum bewusster zu gestalten; noch höhere Priorität hat das Handeln aus Mitgefühl zu den Tieren, die die größten Leidtragenden sind!

 

Jedes Jahr werden über 60 Milliarden sogenannter „Nutz“tiere getötet, um sie zu verzehren. Hinzu kommen Milliarden Fische und andere Meeresbewohner_innen. Die meisten dieser Tiere finden einen grausamen Tod nach einer kurzen und meist qualvollen Existenz – denn ein Leben ist es nicht. Dabei steht längst fest, dass der Konsum tierischer Produkte Tier, Mensch und Natur schadet. Knapp 100 Tiere rettet jährlich, wer sich für eine vegane Ernährung entscheidet. Jede_r hat die Wahl – jeden Tag am Supermarktregal! Probiert rein pflanzliche (vegane) Lebensmittel – für Tier, Mensch, Natur und euch! Informiert euch & andere!



Laura

Laura

"Solange die Menschen Tiere quälen, foltern und erschlagen, werden wir Krieg haben. Wie können wir irgendwelche idealen Zustände auf Erden erwarten, wenn wir die lebenden Gräber getöteter Tiere sind?" (George Bernard Shaw)
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