Fleischkonsum – in vielerlei Hinsicht “scheiße”

Eine Existenz auf engstem Raum, vereiterte Kloaken und Euter sowie Schlachtungen ohne Betäubung – so sieht die Realität hinter den versteckten Betrieben der “Produktion” tierischer “Lebensmittel” aus. Dass leidensfähige Lebewesen missbraucht und ausgebeutet werden, schreckt bei weitem nicht jede_n davon ab, diesen Industriezweig weiterhin zu unterstützen. Doch die Auswirkungen der Tierindustrie gehen viel weiter – über immense Treibhausgasemissionen, Unterstützung des Welthungers bis hin zur Rodung des Regenwaldes ist einiges dabei. Selbst diese schockierenden globalen Konsequenzen des eigenen Konsums tierischer Produkte legt bei einem Großteil der Bevölkerung nicht den Schalter um – letztendlich schneidet sich die Menschheit ins eigene Fleisch, denn die Umweltschäden sind nicht nur “weit weg” spürbar, sondern auch hier in Europa.

Zu viele Tiere: überlaufene Gülletanks in Schleswig-Holstein

Zu Beginn des Jahes waren die Gülletanks in Schleswig-Holstein am Überlaufen. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt nennt den vermeintlichen Grund: zu hohe und anhaltende Niederschläge. Die im Moment noch überschwemmten Felder in Norddeutschland dürfen erst ab Anfang Februar wieder gedüngt werden – es ist vom “Gülle-Notstand” die Rede. Blickt mensch über den Deckelrand, kommt ein tieferliegendes Problem an die Oberfläche. Laut Greenpeace und weiteren Umweltorganisationen ist die wahre Ursache hingegen die zu hohe Anzahl an Tieren in Landwirtschaftsbetrieben, die kontinuierlich Gülle produzieren, welche das Fass zum Überlaufen bringt. In Schleswig-Holstein lebten im März 2017 etwa 1,4 Millionen Schweine sowie eine Million Rinder. Die Exkremente werden deshalb momentan in provisorische Güllegruben gesammelt – beim besten Willen keine Dauerlösung. [Update 9.2.18: In Mecklenburg-Vorpommern wird im Moment auf gefrorene Böden Gülle ausgefahren. Das bedeutet ein hohes Risiko für die Wasserqualität, da der Boden die hohen Mengen an Gülle nicht aufnehmen kann.]

Wasserverschmutzung ist integraler Bestandteil der Intensivtierhaltung

Was macht diese einzelne (hoffentlich temporäre) Notlage so nennenswert? Sie zeigt letztendlich die extreme Zuspitzung des Problems, denn Gülle ist nicht erst als umweltbelastend zu beurteilen, wenn sie aus den Gülletanks läuft. Das Problem beginnt schon weit vorher. Im Jahr 2017 wurden 208 Mio. m³ Jauche, Gärreste und Gülle produziert. Die Unmengen von Exkrementen, die als vermeintlicher Dünger verwendet werden, verschmutzen Boden und Wasser. Der von stickstoffhaltigem Kot übersättigte Boden gibt das Nitrat ans Grundwasser weiter.  Bundesweit liegen die Nitratwerte von 18% des Grundwassers über den EU-Grenzwerte, nämlich über 50 mg pro Liter. Wie sieht es dann mit unserem Trinkwasser aus? Bisher versuchen die Wasserversorger belastetes mit nicht belasteten Rohwasser zu mischen, sodass das Wasser in unseren Leitungen bislang noch (meist) keine zu hohen Nitratwerte aufweist. Die Kosten für die Wasseraufbereitung steigen dennoch, einige vermuten sogar, dass eine Erhöhung von 62% möglich ist.

Wie wirkt sich Nitrat auf unsere Gesundheit aus?

Zwar geht vom Nitrat selbst keine hohe Gesundheitsgefährdung aus, doch einige Baketerien im Verdauungstrakt wandeln Nitrat zu Nitrit um, welches die Gesundheit des Menschen gefährdet. Nitrit wandelt das im Blut enthaltende Hämoglobin in Methämoglobin um, welches nicht die Aufgabe des Sauerstofftransports erfüllen kann. Der Sauerstoffmangel im Blutkreislauf kann zur Zyanose führen, wofür vor allem Säuglinge anfällig sind. Außerdem können im Körper Nitritsamine entstehen, welche krebserregend wirken können.

Konsum von Fleisch, Milch und Co. ist daher nicht nur ohnehin bereits schädlich für die Gesundheit des Menschen, sondern bahnt sich über Umwege noch weitere Möglichkeiten eure Vitalität zu gefährden. Das i-Tüpfelchen ist, dass für diesen überflüssigen Genuss auch noch Millionen empfindsame Lebewesen missbraucht und ausgebeutet werden. Für die Seite des Konsums tierischer Produkte liegt folglich nichts anderes als der Wunsch zum überflüssigen Genuss auf der Waagschale – die Gründe dagegen wiegen hingegen deutlich schwerer. Denkt beim nächsten Steak bitte nicht nur an die gepeinigten Tiere, sondern auch an euch selbst und eure Mitmenschen!



Laura

Laura

"Solange die Menschen Tiere quälen, foltern und erschlagen, werden wir Krieg haben. Wie können wir irgendwelche idealen Zustände auf Erden erwarten, wenn wir die lebenden Gräber getöteter Tiere sind?" (George Bernard Shaw)
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