Gemischtes Zusammenleben oder vegane WG?

Jede_r kann ein Lied davon singen: Sobald mehrere Menschen unter einem Dach leben muss mensch sich arrangieren, egal ob Zuhause bei der Familie, in einer WG oder mit dem Partner/der Partnerin. Das Zusammenleben birgt viele Tücken, denn jedes Individuum hat ebenso individuelle Vorstellungen wie dies auszusehen hat. Eventuell müssen Dinge wie Möbel, Deko etc. abgestimmt werden, aber auch tiefgreifende innere Einstellungen wie Ordentlichkeit und Sauberkeit spielen eine Rolle. Wenn innere Überzeugungen der einzelnen Mitbewohner_innen nicht übereinstimmen, kann dies ein großer Streitpunkt sein.

Diese Erfahrung machen auch viele Menschen, die Ihre Ernährungs– und Konsumgewohnheiten überdenken und umstellen. Wenn mensch sich mit einzelnen Sachverhalten der Produktion beschäftigt und anfängt sich Gedanken über Tier-, Natur- und Verbraucherschutz zu machen, eröffnen sich ganz andere Welten. Das Umfeld erscheint in einem anderen Licht: Immer mehr wird hinterfragt und Informationen gesammelt. Für immer mehr Menschen ist die logische Konsequenz aus Tier-, Natur- und Gesundheitsgründen die vegane Lebensweise. So auch für mich.

Was kann sich im Zusammenleben ändern, wenn mensch auf vegan umstellt?

Am Offensichtlichsten ist die Einstellung tierischen Lebensmitteln gegenüber. Diese werden nicht mehr gekauft und konsumiert – und oft möchte mensch in den eigenen vier Wänden auch nicht mehr mit tierischen Produkten konfrontiert werden. Denkt nur an den Stinkekäse oder die Wienerwürstchen im Kühlschrank – diese können sogar schon für nicht-vegan lebende Menschen eine Zumutung sein.

Aber was ist mit Ledercouch und Pelzkragen? Mit Daunendecken und Wollteppichen? Für mich beinhaltet die vegane Lebensweise nicht nur eine Ernährungsumstellung, da es mir persönlich wichtig ist auch in anderen Lebensbereichen keinen Tieren zu schaden. Viele vegan lebende Menschen sehen das so und überdenken ihren Konsum im Generellen.

Muss es eine vegane WG sein?

Natürlich muss mensch als vegan lebende Person nicht zwingend nur mit anderen vegan lebenden Menschen zusammenleben – auch ein gemischtes Zusammenleben kann wunderbar funktionieren. Ein toller Pluspunkt ist sogar, dass andere Menschen ohne Kontakt zu den Themen vegan/Tierrechte/Tierschutz, dann genau hier Berührungspunkte hätten. Gerade leckere Gerichte und abwechslungsreiche Menüs haben eine sehr hohe positive Wirkung und zeigen, dass vegan verdammt lecker sein kann. Wie bei allem anderen Essen auch: Der Koch/die Köchin macht‘s!
Jeder Mensch ist von seinem Charakter her so unterschiedlich, dass unsere Ernährungsgewohnheit und die Lebensweise nicht alles definiert. Das hängt ganz davon ab, wie mensch sich versteht und wie mensch miteinander kommuniziert.

Die Sympathie spielt selbstverständlich auch in einer rein veganen WG eine sehr wichtige Rolle, automatisch bringt diese Art des Zusammenlebens jedoch schon viele Vorteile im Alltag mit sich. Die Nachfrage danach ist mittlerweile so groß, dass sogar Portale wie z. B. WG-Gesucht.de, das größte kostenlose Portal für WGs und provisionsfreie Mietwohnungen in Europa, ihren Nutzer_innen die Möglichkeit geben, die Suchergebnisse nach WG-Art: vegetarisch/vegan zu filtern.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Gemeinsames Einkaufen und Kochen wird erleichtert und tierische Produkte in der Wohnung sind bei allen nicht gewünscht. Sicherlich wird mensch sich auch schneller darüber einig, dass Personen mit Pelzkragen oder Pelzbommel als Mitbewohner_innen nicht in Betracht gezogen werden.

Beide Formen des Zusammenlebens haben somit ihre Daseinsberichtigung. Aus Pflichtbewusstsein kann mensch sich gezielt dafür entscheiden in eine nicht-vegane WG zu ziehen; die Aufklärungsarbeit die jede_r Einzelne damit leistet ist nicht zu unterschätzen. Oder mensch zieht mit anderen vegan lebenden Menschen zusammen, um immer mehr Tipps und Tricks auszutauschen und sein eigenes Wissen zu erweitern. Egal wie man sich entscheidet – die Wahl für einen veganen Lebensstil an sich ist für die Tiere, die Natur und unsere eigene Gesundheit auf jeden Fall die Richtige.

Jede_r Einzelne kann etwas tun!

Vielleicht klingen diese Problematiken für dich weit hergeholt, weil du noch nicht vegan lebst? Das Zusammenleben kann aber tatsächlich einige Knackpunkte mit sich bringen, die einen sehr beschäftigen. Vegan zu leben heißt Verantwortung zu übernehmen für diejenigen, die nicht für sich sprechen können. Und wenn diese innere Einstellung niedergemacht oder gar lächerlich gemacht wird, kann das sehr verletzend sein. Wie sind deine Erfahrungen zu dieser Thematik? Ich freue mich sehr über deine Anmerkungen und Kommentare!

Das Gute ist, jede_r kann etwas tun: Aufklärung ist das A und O. Jede_r hat die Wahl am Supermarktregal und am Ladentisch, pflanzliche Alternativen – sei es nun für Lebensmittel oder andere Lebensbereiche – gibt es mittlerweile überall zu erwerben. Wie wäre es vielleicht mal mit einem veganen Kochabend bei dir Zuhause? Veganes Plätzchenbacken? Ein veganes Weihnachtsmenü, passend zum Fest der Liebe? In unserem Blog findest du viele leckere und einfach umzusetzende Ideen. Sei dabei. Für Tierrechte. Denn Mitleid ist zu wenig!



Melli

Melli

Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt. (Dante Alighieri)
Melli

Letzte Artikel von Melli (Alle anzeigen)

Sag was dazu

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht