Die Geschichte von Charlie

Die Geschichte von Charlie (Text von Leonie, einer Schülerpraktikantin bei ANIMALS UNITED)

Dies ist die Geschichte von unserer Katze Charlie, die zeigt dass jedes Tier – unabhängig vom Zustand in dem man es findet – immer eine zweite Chance verdient hat.

Wir trafen Charlie zum ersten Mal auf einem großen Supermarktparkplatz auf der Insel Mauritius auf der wir damals gelebt haben. Es war der mauretanische Winter, was bedeutet dass die Temperaturen eher kühler sind und es sehr viel regnet.

Wir stiegen aus unserem Auto aus und hörten ein leises Miauen, und dann sahen wir eine kleine gefleckte Katze in erbärmlichsten Zustand. Sie war nur Haut und Knochen, die Augen und Nase voller Schleim. Sie war sehr schmutzig, total nass vom Regen und völlig entkräftet. Wir hatten großes Mitleid mit dem armen Tier, man sah ihr an, dass sie bald dem Tode nahe sein würde.

Meine Mutter und ich wollten sie sofort mitnehmen. Mein Vater war von der Idee nicht ganz so begeistert, da wir bereits mehrere gerettete Katzen zu Hause hatten. Er meinte, falls sie noch da wäre, wenn wir mit dem Einkaufen fertig wären, könnten wir sie mitnehmen.

Allerdings erkannte Charlie sofort ihre Chance und folgte uns treu bis zum Supermarkteingang. Dieses süße Verhalten, erweichte das Herz meines Vaters und er meinte, na ja dann müssen wir wohl zuerst einen Karton im Supermarkt holen, in den wir das Kätzchen reinsetzen können damit es auf uns im Auto warten kann bis wir fertig sind.

Zuhause angekommen, machten wir einen Raum für sie zurecht, wo wir sie in Quarantäne nehmen konnten. Wir wussten ja nicht, ob sie eventuell ansteckende Krankheiten hatte, die eine Gefahr für unsere andere Katzen sein könnten die bereits in unserem Haus lebten.

Wir reinigten vorsichtig ihr Fell und ihre Augen und Nase. Sie ließ alles ganz geduldig mit sich geschehen. Man konnte ihr regelrecht ansehen, wie froh sie war, einen trockenen und warmen Platz gefunden zu haben. Wir boten ihr Futter an, doch leider wollte sie nicht essen.

Am nächsten Morgen brachten wir sie zum Tierarzt. Dieser diagnostizierte eine 50 prozentige Chance, dass Charlie es schaffen würde sich wieder zu erholen. Wir bekamen Medizin und er gab uns Tipps für Flüssignahrung, die wir ihr einflössen könnten, falls sie weiterhin nicht essen wolle.

Charlie bekam allerdings schlimmsten Durchfall und in dem Raum in dem sie untergebracht war, roch es wirklich nach Tod.

Nach ungefähr einer Woche fing es an langsam bergauf zu gehen. Wir entließen sie aus ihrem Quarantänezimmer und sie fing vorsichtig an das Haus zu erkunden. Nach ca. vier Monaten war Charlie nicht mehr wiederzuerkennen.

Ein gutes Jahr später entschieden wir uns wieder zurück nach Deutschland zu gehen und natürlich kam Charlie mit. Die lokale Tierschutzorganisation All Lives Matter hat uns mit allen Behördengängen für die Genehmigungen geholfen, dass Charlie mit uns nach Deutschland kommen kann. Den 12 Stunden langen Flug hat sie gut überstanden. Nun ist aus dem mauretanischen Straßenkätzchen eine kräftige, gesunde und selbstbewusste Hauskatze geworden, die ihr Leben in vollen Zügen genießt.

Meine Bitte an Euch: Wenn ihr Tiere findet die Hilfe brauchen, gebt ihnen eine zweite Chance. Selbst wenn ihr sie nicht mit heimnehmen könnt, versucht Kontakt zu lokalen Tierschutzorganisationen aufzunehmen und das Tier dort hinzubringen. Am besten lasst noch eine kleine Spende für den Schützling dort. Und falls ihr Euch so sehr in das Tier verliebt habt und die Möglichkeit habt es mit nach Hause zu nehmen, dann helfen Euch diese Organisationen auch sicherlich die nötigen Unterlagen und Genehmigungen vor Ort einzuholen. Viele Fluggesellschaften erlauben auch die Mitnahme von Tieren für kleines Geld. Eure gerettete Fellnase wird euch ein Leben lang dafür dankbar sein.

Eure Leonie

Charlie davor:



Melli

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Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt. (Dante Alighieri)
Melli

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