Fragen zu uns & unserer Arbeit

Wir selbst und unsere Kampagnen werden immer bekannter, unsere Aktionen und vor allem unsere Großdemonstrationen wie auch unsere Pressearbeit haben teils weitreichende Folgen und konnten schon einiges an Druck aufbauen und somit Veränderungen erwirken und erzwingen. Das ruft natürlich nicht nur Befürworter_innen auf den Plan, Gegenwind ist vorprogrammiert, Kritik von extern wie auch intern aus der Tierrechtsbewegung kommt. Daher möchten wir hier einige der häufigsten Fragen zu uns und unserer Arbeit beantworten:

Wer und was steckt hinter ANIMALS UNITED?

ANIMALS UNITED e.V. wurde in der heutigen Form im April 2014 gegründet und geht aus der Fusion des 2005 gegründeten Vereins AnimalsUnited e.V. und des 1984 gegründeten Vereins animal2000 – Menschen für Tierrechte Bayern e.V. hervor. Über die letzten Monate sind wir zu einer deutschlandweiten Tierrechtsorganisation gewachsen, die sich mit ihren Einsätzen auch über Deutschland hinaus einen Namen machen konnte. Vorrangiges Ziel unserer Organisation ist es, Tiere vor jeglicher Ausbeutung durch den Menschen zu bewahren und ihnen somit ein besseres oder überhaupt erst ein Leben zu ermöglichen. Unsere Arbeit konzentriert sich dabei hauptsächlich auf jene Bereiche, in denen Tiere verstärkt unter dem Verhalten des Menschen leiden: Im Lebensmittelsektor, der Bekleidungsindustrie, der Forschung, der Unterhaltungsindustrie und dem Sektor sogenannter “Haus-/Heimtiere”. Diese Themenbereiche stellen die fünf Säulen unserer Arbeit dar. Alles Wissenswerte zu uns, unserer Philosophie und unserer Herangehensweise findet ihr hier.

Was war vor der Fusion?

ANIMALS UNITED e.V. wurde in der heutigen Form im April 2014 gegründet und geht aus der Fusion des 2005 gegründeten Vereins AnimalsUnited e.V. und des 1984 gegründeten Vereins animal2000 – Menschen für Tierrechte Bayern e.V. hervor:

animal 2ooo – Menschen für Tierrechte Bayern e.V. wurde 1984 in München als bayerischer Landesverband gegen Tierversuche gegründet. Der Verein war Mitglied bei “Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.” und verstand sich als eine von rein ideellen Motiven getragene Vereinigung von Bürgerinnen und Bürgern aller Alters- und Berufsgruppen. Immer wieder sorgten über die Jahre zahlreiche Proteste oder Auslandseinsätze aber auch kreative Kampagnen des Vereins für Aufsehen. Eine Kampagne reihte sich an die nächste, eine Idee folgte der vorhergehenden. Darunter Bekannte wie der provokative Wettbewerb “Ich mag meinen Jäger”, bei welchem der beste Spruch als Gegenkampagne zur Propaganda-Kampagne des Bayerischen Jägerverbandes „Ich mag meinen Jäger, wenn…“ gesucht wurde. Oder ein weiterer Wettbewerb für ein kritisches Wahlplakat für mehr Tierschutz zur Bundestagswahl 2013 und zur Landtagswahl im selbigen Jahr in Bayern. Große Reden, auch immer wieder pressetechnisch, machten die Einsätze in Sachen Anti-Rodeo, Anti-Stierkampf und gegen Ochsenrennen, bei welchen sich die ehemalige Kampagneleiterin Mechthild Mench voll ins Zeug legte. Aber auch der Fischertag in Memmingen blieb nicht verschont, wie viele weitere Tierausbeutungsveranstaltungen im In- und Ausland, denen animal2000 auf den Zahn fühlte, um Widerstand zu zeigen und Veränderungen zu erwirken. Zu betonen wäre auch der Einsatz des Vereins gegen Tierversuche, vor allem in Bezug auf die Richtlinie REACH: Unter der fachlichen Betreuung der „British Union for the Abolition of Vivisection“ (BUAV) wurde Ende 2011 ein erfahrener Toxikologe, Pramod Kumar, der in Indien lebt, angestellt. animal2000 übernahm die komplette Bezahlung des vertraglich Angestellten, der bis zu 100 Std./Monat leistete. Seine Aufgabe war es, Argumente zur Verringerung der Zahl der Tiere zu suchen, die aufgrund der Richtlinie REACH verwendet werden. Immer wieder unterstützte animal2000 großzügig mehrere Vereine, Projekte und Kampagnen, darunter auch zahlreiche sehr bekannte und erfolgreiche. Teil der intensiven Aufklärungs- und Bildungsarbeit, inkl. Tierschutzunterricht mit eigenen Tierschutzlehrerinnen, war auch ein Mail-Service für Interessierte: Unter dem Titel “Bitte schreiben” veröffentlichte animal2000 alle 2 Wochen einen Überblick über Publikationen, die besonders interessant waren und sich um Tiere, Tierschutz und Tierrechte drehten. Es wurde dabei von den Empfängerinnen und Empfängern, Mitgliedern und Sympathisantinnen und Sympathisanten erbeten, den Medien Feedback zu geben – positives wie auch negatives. Zusätzlich wurden darin aufwendig zusammengetragene und recherchierte aktuelle Petitions- und Protestkampagnen, an denen sich beteiligt werden konnte und sollte, veröffentlicht. Darüber hinaus war der regelmäßige Newsletter mit relevanten Buchtipps und Tierrechts-Terminen gespickt. Der Service wird auch heute noch angeboten. Bitte meldet euch bei Interesse hier via bitteschreiben (at) animalsunited (punkt) de an. Die beständige und aufopferungsvolle langjährige Arbeit von animal2000 lässt sich natürlich nicht annähend in ein paar Zeilen umreißen. Solltet ihr weitere Fragen haben, stehen wir euch jederzeit gerne Rede und Antwort.

AnimalsUnited e.V. wurde 2005 von unserer derzeitigen Vorstandsvorsitzenden Melanie und ihren Freundinnen gegründet und verstand sich als Münchner Jugendtierschutzverein. Immer mehr junge Menschen aus der bayerischen Landeshauptstadt gesellten sich hinzu. Vorrangiges Ziel war es, junge Menschen über Tierschutzthemen zu informieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich für Tiere stark zu machen und sich im Verein einzubringen. Hauptaugenmerk lag auf Infoständen, bei welchen allerlei Infomaterial verschiedener Organisationen, Vereine und Initiativen verteilt wurde. Schnell wurden Kooperartionspartner gefunden und Bündnisse geschlossen und gegründet. Bald kamen kreative Aktionen, wie Flashmobs, Anti-Pelz-Modenschauen, etc. hinzu. Erste Kampagnen wurden gestartet, darunter der Veggietag für München und die großangelegte und nach wie vor laufende Anti-Pelz-Kampagne, für welche die Musiklegende Peter Maffay sowie das internationale Tattoo-Model Sandy P.Peng gewonnen werden konnten. Ein professioneller Kino-Spot sowie etliche Kampagnenmotive wurden produziert und München großflächig legal eingedeckt. Bei zahlreichen Wettbewerben für Vereine und Projekte wurden schnell die ersten Plätze bekleidet, darunter auch angesehene deutschlandweite Auslobungen. Die Aufmerksamkeit für den jungen Verein stieg gewaltig. Bremen, Hamburg, Düsseldorf und weitere Städte zeigten sich sehr interessiert an der Anti-Pelz-Kampagne und gründeten eigene Aktionsgruppen, die Vorläufer der heutigen deutschlandweiten Aktionsgruppen. Schnell war klar, dass mehr möglich und machbar war, eine Kampagne für einen tierfreien Zirkus wurde ins Leben gerufen und AnimalsUnited gründete mit vielen weiteren das Bündnis München exzellent – ohne Tierversuche. Die Fusion mit animal2000 rundete den Erfolgslauf ab. Aus zwei Vereinen wurde einer, mit mehr Power, mehr Erfahrung, mehr Willensstärke und frischer Energie – eine für uns unschlagbare Kombination.

Wie steht ihr zu Fehlern?

Nobody is perfect. So haben auch wir als Verein, hervorgegangen aus zwei Vereinen, über die Jahre und Jahrzehnte Erfahrungen machen müssen und dürfen und viel, auch aus Fehlern, lernen können. Wir versuchen stets, unsere Arbeit umfassend zu reflektieren und zu analysieren, um aus unserem bisherigen Vorgehen Schlüsse für das künftige zu ziehen. Konstruktives Feedback ist hierbei immer willkommen. Nicht immer haben wir im Nachhinein betrachtet die besten Entscheidungen getroffen, auch wenn wir zum jeweiligen Zeitpunkt versuchten, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln. Wichtig ist, kein Problem damit zu haben, sich Fehler einzugestehen und an ihnen zu arbeiten. Jede_r entwickelt sich weiter und so können sich Ansichten und Vorgehensweisen innerhalb der Zeit deutlich wandeln, v.a., wenn es zu einem Wissenszuwachs kam. Nicht alles, was wir einst taten, würden wir heute wieder so tun. Wichtig ist, was wir heute tun und wer wir heute sind. Und wir wären heute nicht, was wir sind, wenn es damals nicht gegeben hätte. Die Gegewart ist nicht ohne die Vergangenheit möglich. Wir geben unser Bestes aus letzterer für erstere und v.a. die Zukunft zu lernen, in Bezug auf Fehler aber auch Erfolge. Wir möchten dabei ein Verein sein, der sich wie seit jeher stets offen zeigt, konstruktiven Input miteinfließen und sich immer weiter reifen lässt. Sollte euch etwas stören, freuen wir uns über den direkten Kontakt, denn oft steckt hinter dem Gerede Dritter nicht mehr viel Wahrheit. Jede_r, die_der mal Flüsterpost gespielt hat, kann sich ein Bild davon machen. Hier könnt ihr uns schreiben. Danke!

Warum gibt es die Aktionsgruppen?

Die Aktionsgruppen wurden ins Leben gerufen, um überregional für Tiere aktiv sein zu können. Im Zuge unserer Anti-Pelz-Kampagne mit Musiklegende Peter Maffay hatten sich bereits in Bremen, Düsseldorf und Hamburg Gruppen gebildet, die sich im Zuge dieser in kreativen Aktionen gegen Pelz aussprachen und Menschen über die grausame Industrie hinter dem Modeprodukt aufklärten. Diese entschieden sich auf Anfrage von uns, künftig alle unsere Tierrechtsthemen zu vertreten. Schnell schlossen sich weitere Städte an und unsere Aktionsgruppen waren geboren. Die Idee dahinter war auch eine ökologische. So wurden die Gruppen auch ins Leben gerufen, um einem umweltbelastenden “Demo-Tourismus” vorzubeugen und dennoch bei den meisten relevanten Veranstaltungen vor Ort sein zu können und unsere Stimme für Tiere zu erheben. Alle unsere Gruppen findet ihr hier.

Wo gibt es überall Aktionsgruppen?

Wir haben mittlerweile deutschlandweit Aktionsgruppen. Alle unsere Gruppen findet ihr hier.

Kann jede_r Mitglied einer Aktionsgruppe werden?

Jede Person, die aktiv werden will für Tiere, sich mit unseren Werten und Ansichten identifiziert und diese auf unseren Veranstaltungen und Aktionen nach außen vertreten kann und will, ist herzlich willkommen. Menschen- und tierrechtsverachtende Ansichten und Verhaltensweisen werden nicht akzeptiert, dazu zählen vorrangig rassistische, sexistische und homophobe Positionen.

Wie kann mensch Mitglied einer Aktionsgruppe werden?

Wendet euch hierfür einfach an die Aktionsgruppe in eurer Nähe und kontaktiert diese über die auf der Seite der Gruppe angegebene Mailadresse oder kommt direkt in die auf der Seite verlinkte Facebook-Gruppe. Unsere Gruppen freuen sich immer über tatkräftigen Neuzugang. Euch erwartet ein buntes Team mit vielen spannenden Erfahrungen und tollen Möglichkeiten, sich mit den eigenen Ideen für Tiere und ihre Rechte stark zu machen.

Kann mensch eine eigene Gruppe gründen, wenn es noch keine in der Nähe gibt?

Wir freuen uns immer über neue Aktive, die eine Aktionsgruppe ins Leben rufen wollen. Bitte schaut immer zuerst nach, ob es nicht schon eine in eurer Nähe gibt. Alle unsere Gruppen findet ihr hier. Sollte das nicht der Fall sein, könnt ihr euch für die Gründung einer neuen Gruppe “bewerben”. Von großem Vorteil ist es, wenn ihr bereits Erfahrungen in der Tierrechtsarbeit habt. Wichtig ist, dass ihr euch mit unseren fünf Themengebieten und unseren Ansichten vetraut gemacht habt, euch mit diesen identifizieren könnt und der Meinung seid, diese selbstbewusst nach außen kommunizieren und vertreten zu können. Die Arbeit als Leiter_innen in unseren Aktionsgruppen bedeutet neben einer Menge schöner Erlebnisse und Erfahrungen auch einiges an Arbeit, Hingabe, Geduld und Idealismus. Dazu gehören u.a.: Das regelmäßige Planen und Durchführen verschiedenster Aktionen, Infostände oder Flashmobs, die Betreuung und Unterstützung der Aktiven in der Aktionsgruppe und die funktionierende Zusammenarbeit mit unserem Team. Ihr fühlt euch angesprochen? Dann schickt uns doch ein kleines “Motivationsschreiben” inklusive kurzem “Lebenslauf” (Erfahrungen bisher) an bewerbung (at) animalsunited (punkt) de. Wir freuen uns schon!

Setzt ihr euch auch außerhalb Deutschlands für Tiere ein?

Ja, wir machen uns als Verein auch außerhalb der eigenen Landesgrenzen für die Rechte der Tiere stark. Denn das Problem der Tierausbeutung ist keines, das sich an nationale Grenzen hält, sondern ganz im Gegenteil ein weltweites und läderumspannendes, sprich ein interkontinentales. Wir versuchen daher, zu helfen wo es geht und was unsere zeitlichen, personellen und finanziellen Mittel zulassen. Konkreteres dazu in den nachfolgenden Punkten.

Wo seid ihr überall aktiv?

Derzeit haben wir vier Auslandsprojekte/-kampagnen, denen wir uns verstärkt widmen:

1. Unser eigenes Tierheim in Ungarn direkt an der rumänischen Grenze, wo wir etwa 400 Hunde versorgen, pflegen, kastrieren und es somit seit rund 20 Jahren schaffen, die Stadt Gyula komplett frei von mangelversorgten und kranken Streunerhunden zu halten und diesen so gut wie möglich zu helfen. Mehr dazu hier.

2. Unser Projekt “Rhodos-Hunde” hilft den ausgesetzten und verwaisten Hunden auf der griechischen Insel Rhodos, die außerhalb der Urlaubssaison oft der grausame Tod erwartet. Unser Hauptaugenmerk liegt hierbei darauf, die streunende Hundepopulation auf der Insel durch Kastrationen einzudämmen. Aus diesem Grund werden mit unserer Hilfe jedes Jahr mindestens 2-3 große Kastrationsaktionen durchgeführt. Mehr dazu hier.

3. Unser Einsatz gegen das illegale Hundemassaker in Rumänien. Mit direkten Aktionen, Protesten und Undercover-Aufnahmen vor Ort aber auch mit intensiver Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland wie unserer Plakatkampagne mit der deutsch-rumänischen Musiklegende Peter Maffay und der Tierschützerin Prinzessin Maja von Hohenzollern sowie politischer Arbeit wie unserem Großprotest vor dem EU-Parlament mit vorhergehender Pressekonferenz versuchen wir unseren Beitrag zu leisten in einem Kampf, den viele gemeinsam kämpfen. Einem Kampf, dessen Sieg einen Präzedenzfall im Umgang mit Streunertieren europaweit darstellen würde. Mehr dazu hier.

4. Unser brandneues Projekt für Zirkustiere und beschlagnahmte Wildtiere (aus Zoos und illegaler Privathaltung) in Brasilien. Mehrere brasilianische Bundesstaaten und Gemeinden verbieten seit einigen Jahren die Darstellung von Tieren im Zirkus, darunter der einwohnerstärkste Bundesstaat Sao Paulo. In den vergangenen Jahren waren wir mehrfach vor Ort, um die Lage zu prüfen und haben uns entschieden, unsere Hilfe anzubieten. Denn: Die ehemaligen Zirkustiere wie auch die beschlagnahmten Tiere bekommen wegen Korruptionsvorfällen seit 2014 keinerlei staatliche Unterstützung mehr. Viele Auffangstation haben kaum Geld, die Tiere zu versorgen. Wir unterstützen daher nun als Pilotprojekt einen Sportverein in Sao Jose dos Campos in der Nähe der Hauptstadt Sao Paulo, der sich eintschieden hat, zu helfen. Dieser fängt Wildtiere auf und bieten ihnen in einem kleinen naturgeschützten Park ein Heim, einen Ort, an dem sie endlich ihre Ruhe genießen können. Der Verein “Vale dos Bichos e.V.” ist eine gemeinnützige Organisation mit sozio-ökologischem Charakter, die sich für den Schutz und das Wohlergehen der brasilianischen Wildtiere einsetzt. Ziel ist “der Erhalt und der Respekt vor der Tierwelt”, daher wird auch Unterricht für Schulklassen angeboten. Wir unterstützen den Verein mit Ideen, Input und finanziellen Spritzen, um das Wohl der Tiere zu gewährleisten. Zudem fahren wir in regelmäßigen Abständen hin. Mehr dazu bald.

Bekommt ihr auch Kritik und was sagt ihr dazu?

Gerade in Bezug auf Einsätze im Ausland setzt mensch sich viel Kritik aus, da hier viel “Wissen” über Dritte und Vierte vermittelt wird, wenige die Situation vor Ort wirklich selbst kennen, sich aber nicht selten gerne ein vorschnelles Urteil bilden. Meist handelt es sich im klassischen Auslandstierschutz um sogenannte “Haustiere”, zu denen gesellschaftlich eine starke emotionale Bindung besteht. Schnell können überemotionale Reaktionen die rationale Einschätzung einer Situation, wie sie wirklich ist, verklären. Hinzu kommt, dass es leider auch in diesem Bereich schwarze Schafe in der Szene gibt, die die Emotionalität des Themas missbrauchen, um finanzielle Vorteile rauszuschlagen oder einen besonderen Status in der Nische zu erlangen. Wir unterstützen daher nur Projekte, die wir uns auch vor Ort selbst angesehen haben und für uns und unsere Arbeit für Tiere für wichtig erachten. Nicht immer mag das mit dem Bild der Szene übereinstimmen. Jeder und jedem ist es natürlich dennoch freigestellt, zu unterstützen, was sie_er für wichtig erachtet, ebenso muss derartige Freiheit aber auch für uns gelten. Für konstruktive Kritik sind wir jederzeit offen, Angriffe, um uns unter Druck zu setzen, jene Projekte zu unterstützen, die andere für wichtig erachten, sind für uns jedoch niemals der richtige Weg. Gerade, wenn wir uns bereits das Projekt angesehen und uns anders entschieden haben. Wir haben aus über 20 Jahren Erfahrung gelernt und lagen bisher für uns immer richtig, freuen uns aber ebenso über jedes andere Projekt, das Tieren wirklich hilft.

Wie finanziert sich ANIMALS UNITED?

ANIMALS UNITED e.V. ist ein in Deutschland unter der Steuernr: 143/222/85559 als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannter und eingetragener Verein. Wir beziehen keinerlei staatliche Unterstützung, sondern werden ausschließlich von Spenden getragen. Mitglieder können jederzeit unsere Jahresberichte einsehen und sich über unseren Verein und dessen Finanzen auf unseren Jahreshauptvollversammlungen informieren. Dort werden sowohl der Vorstand als auch der Schatzmeister nach Rechenschaftsablage durch die anwesenden Mitglieder entlastet. Unsere finanziellen Jahresabschlussberichte werden dabei von unabhängigen Wirtschaftsprüfer_innen erstellt.

Wohin gehen die Spenden und helfen sie wirklich Tieren?

Ein großer Teil der bei uns eingehenden Spenden wird satzungsgemäß für unsere Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit verwendet und fließt somit in unsere Kampagnen, Projekte, Aktionen, Recherchen, Vorträge und Einsätze aber auch die dafür nötigen Infomaterialien und Ausstattungen. Eine beachtliche Menge geht auch in unsere karitative Tierschutzarbeit in unserem Tierheim im ungarischen Gyula direkt an der rumänischen Grenze, wo wir täglich etwa 400 Streunerhunde versorgen, pflegen und kastrieren oder unsere Einsätze auf der griechischen Insel Rhodos, wo wir v.a. durch regelmäßige Kastrationsaktionen dem unermesslichen Leid der Streuner vorzubeugen versuchen. Um nur ein paar Punkte zu nennen. All diese und viele weitere Ausgaben lassen sich in unseren Jahresberichten nachlesen (s.o.). Wir haben eine 400 EUR Kraft, die sich aufopfernd um unser Tierheim kümmert sowie einen Festangestellten, der bei uns von Geschäftsführung über Grafikdesign und die Homepage hin zu Kampagnenführung und unseren bundesweiten Aktionsgruppen alle Belange regelt, die ehrenamtlich nicht mehr zu leisten wären. Wir haben keinen kostenintensiven Verwaltungsapparat, arbeiten fast ausschließlich mit Ehrenamtlichen und wirtschaften so sparsam wie möglich (nur nicht an und bei den Tieren). Spenden an unseren Verein kommen somit wirklich da an, wo sie gebraucht werden: Bei den Tieren, unserer Arbeit für sie und unserem steten und unermüdlichen Kampf für ihre Rechte.

Welche Transparenz-Maßnahmen gibt es?

Viele unserer Projekte laufen über transparente Spendensysteme wie betterplace, bei welchen Einnahmen wie auch Ausgabeposten mit konkreten Zahlen klar von uns und den Systemen benannt werden. Künftig möchten wir weitere Transparenzbemühungen anstrengen und die Initiative Transparente Zivilgesellschaft unterzeichnen und uns somit selbstverpflichten, das 10‑Punkte-Programm zur Transparenz mit Informationen über unsere Organisation zu veröffentlichen.

 

Fragen & Antwortvorschläge zu Tierrechtsthemen

Völlig gleich, ob ihr noch keinerlei Erfahrungen mit Tierrechten habt, seit Jahren für Tiere aktiv seid oder grundsätzlich alles kritisch beäugt: Wir wollen euch ein paar Anworten zu häufigen Fragen in Sachen Tierrechte liefern und somit versuchen, das Thema Tierrechte zu ergründen und für allerlei Fragen gewappnet zu sein. Unsere Antworten erheben selbstverständlich keinerlei Anspruch auf Vollumfänglichkeit und Allwissenheit. Sie sollen ausschließlich erste Reflektionen zu Tierrechten anregen und eine Hilfestellung darstellen bei der Suche nach der eigenen Meinung. Wir sind jederzeit offen für professionellen Input eurerseits, um dieses Angebot weiter auszubauen und zu optimieren! Also werft einen Blick auf unsere häufigen Fragen und Antwortvorschläge zum Thema Tierrechte:

“Was versteht ihr unter Tierrechten?”

Wir sind der Meinung, dass Tiere um ihrer selbst Willen existieren und nicht dem Menschen in irgendeiner Form dienen sollten – sei es als Nahrung, Kleidung, für Forschungszwecke, zur Unterhaltung oder in jeglicher anderer Form. Wir sprechen uns dagegen aus, dass Menschen Tiere für ihre Zwecke gebrauchen und für ein Lebensrecht für alle empfindungsfähigen Tiere – frei von Schmerz und Leid und erfüllt von Glück, Freude, Freiheit und Unversehrtheit. Jedes Leben ist dabei gleichermaßen zu berücksichtigen (Anti-Speziesismus). Jedes Tier ist für uns ein eigenständiges Individuum und nicht nur eines von zig Konsumgütern, die wir nach unserem Willen verwenden und verbrauchen dürfen. Völlig gleich, ob es einen Nutzen für den Menschen hat, für den Menschen nicht wichtig erscheint, als süß und kuschelig oder als gefährdete Spezies angesehen wird. Unter Rechten für Tiere verstehen wir nicht Rechte im Sinne der von Menschen geschaffenen Gesetze, sondern vielmehr moralische Rechte, die nicht aufhebbar sind. Das vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftssystem ist der Grund für die Abwesenheit von Rechten für Tiere. Wir müssen diese daher einfordern und diese hierarchischen Systeme als Ursache der Ausbeutung identifizieren, enttarnen und somit einen Wandel herbeiführen.

“Auf tierische Produkte zu verzichten birgt doch ein Gesundheitsrisiko, oder?”

Wird auf eine ausgewogene Ernährung geachtet, so ist eine Versorgung mit allen nötigen Nährstoffen auch mit rein pflanzlichen Lebensmitteln möglich. Beim Blick auf die Nährstofftabelle bieten pflanzliche Alternativen sogar meist Vorteile gegenüber dem tierischen Standardprodukt. Im Vergleich zu üblicher Kuhmilch bietet Pflanzenmilch für den Menschen zahlreiche Vorteile: Bei ungefähr gleichem Eiweißgehalt enthält Pflanzenmilch kein Cholesterin und nur halb so viel Fett. Lediglich Vitamin B12 sollte möglicherweise supplementiert werden, welches heutzutage aber auch in tierischen „Lebensmitteln“ nur deshalb in ausreichender Menge vorkommt, weil den Tieren B12-Präparate zugefüttert werden.

“Um mich gesund zu ernähren, brauche ich Fleisch!”

Es ist mehr als zweifelhaft, ob Fleisch einen Platz auf einem gesunden Ernährungsplan verdient. Fleischkonsum fördert die Entstehung verschiedenster Krankheiten – das ist längst allgemein bekannt. Unter anderem bestätigt dies sogar eine Studie der WHO, die einen klaren kausalen Zusammenhang zwischen Krebsentwicklung und Konsum des Muskelfleisches von Säugetieren zeigt. Auch ein Blick in die “China Study” lohnt sich – denn diese zeigt, dass der Konsum jeglichen tierischen Proteins mit der Entstehung von Krebs korreliert. Vollgepumpt mit Hormonen und Antibiotika riskiert die Intensivtierhaltung unter anderem die Entstehung multiresistenter Keime. Aufschreie als Antwort auf Skandale sind meist nur von kurzer Dauer – erinnert ihr euch noch an Fipronil? Außerdem ist auch das gesunde Image von Milch lediglich Resultat des guten Marketings der letzten Jahrzehnte. Die darin enthaltenen Nährstoffe können nur kaum vom menschlichen Körper aufgenommen werden und ferner bestätigen Studien, dass der Konsum von Milch unter anderem Knochenbrüche fördert.

“Kühe müssen doch gemolken werden, oder?”

Es ist faszinierend, dass der weit verbreitete Irrglaube, dass Kühe gemolken werden müssen, immer noch Bestand hat. Der Euter einer Kuh produziert nicht einfach so aus dem Nichts Milch. Zweck der Milchproduktion von Säugetieren ist die Weitergabe an die eigenen Kinder, so ist auch die Milch der Mutterkuh für ihr Kälbchen bestimmt. Logische Konsequenz: Das Rind muss ein Kind gebären, damit die Laktation beginnt. Deshalb hat sich die Milchindustrie einen sehr barbarischen Kreislauf zum Standard gemacht: Die Kuh wird zwangsgeschwängert und gebärt ihr Kind. Das harmonische Bild von Mutter und Kalb währt nur wenige Minuten bis Stunden, denn anschließend wird der Kuh ihr Kind entrissen – dieses würde sonst die Milch trinken, die immerhin verkauft werden soll. Das Kalb wird, abhängig vom Geschlecht, geschlachtet oder selbst in diesen Kreislauf geschleust. Die Milchgabe einer Kuh versiegt mit einer bestimmten Zeit, weshalb der Prozess von Zwangsschwängerung und Kindsmord regelmäßig wiederholt werden muss. Die hohe Milchleistung der heutigen Kühe ist lediglich Resultat der jahrzehntelangen Verzüchtung und fernab jeglicher Natürlichkeit. Wir, der Mensch, sind die einzige Spezies, welche die Milch anderer Arten konsumiert und darüberhinaus auch im Erwachsenendasein. Die Milch einer Mutterkuh ist für ihr Kalb bestimmt – nicht für einen erwachsenen Menschen. Stellt euch vor, selbst am Euter einer Kuh zu trinken, eine mehr als groteske Vorstellung, oder?

“Hühner legen ohnehin Eier, wieso sollte ich sie dann nicht essen?”

Erst seitdem Hühner domestiziert wurden, wurde die Menge der Eiablage durch Zucht derart erhöht, sodass in der heutigen Intensivtierhaltung von jedem Huhn nahezu jeden Tag ein Ei gelegt wird. Die Urform des gezüchteten Haushuhns ist das Bankivahuhn, welches lediglich zu instinktiv festgelegten Brutzeiten Eier legte – und diese Eier hatten die Funktion, ein Küken heranzuziehen, nicht die, gegessen zu werden. In der industriellen Intensivtierhaltung legen die Hennen derart viele Eier, dass die Kloaken oft entzündet sind und eitern. Aufgrund der Enge sind Brutinstinkte in keiner Weise auszuleben. Ferner legen Hühner nicht ausschließlich unbefruchtete Eier, denn manchmal landen befruchtete, mit abgestorbenen Embryonen, im Supermarkt. Ein erschreckendes Ausmaß der Tötung von Küken hat die Zucht – In der Hälfte der befruchteten Eier entwickeln sich männliche Küken, welche am Tag des Schlupfes geschreddert oder vergast werden. Die weiblichen Tiere treten, wie ihre Mütter, in ein trauriges Dasein, geprägt von Leistung, Stress und Schlachtung. Auch der Bezug von Eiern von kleinen ländlichen Höfen ist keine Alternative, denn auch hier geht mit der “Haltung” die Schlachtung der Tiere einher.

“Aber Bio-Produkte kommen von glücklichen Tieren, das ist doch wohl vertretbar?”

Das „glückliche“ Leben von Tieren auf biozertifizierten Höfen ist bereits etliche Male widerlegt worden. Zahlreiche Recherchen zeigen, dass die Auflagen nur zu oft nicht eingehalten werden – und selbst wenn: die fundamentalen Strukturen der Intensivtierhaltung bleiben immer gleich. Hierzu gehören unter anderem Zwangsschwängerung und frühes Entreißen des Kindes bei Kühen, das millionenfache Töten männlicher Küken und die Schlachtung der Tiere, welche immer mit Angst und Stress verbunden ist, denn auch bei „Bio“ wird kein Tier in den Tod gestreichelt und gesungen.

“Fische spüren doch ohnehin keinen Schmerz, daher kann ich sie doch einfach essen, oder?”

Obwohl die breite Bevölkerung der Auffassung ist, Fische könnten keinen Schmerz verspüren, beweist die Wissenschaft längst das Gegenteil. Auch Fische verfügen über ein zentrales Nervensystem, welches über Nozizeptoren Schmerz wahrnehmen kann. Die Konsequenz ist, dass die Wasserbewohner_innen, die oft Hobbyangler_innen zum Opfer fallen, sehr wohl in der Lage sind, Leid zu empfinden. Leid welches durch das eigene Konsumverhalten leicht vermieden werden kann.

“Du isst meinem Essen das Essen weg!”

Wohl eher isst dein „Essen“ uns allen das Essen weg. Die Futtermittel für die industrielle Intensivtierhaltung werden meist in Monokulturen angebaut, für die Regenwälder weichen mussten. Somit wird der Großteil des weltweit angebauten Sojas an Rinder, Schweine & Co. in westlichen Ländern verfüttert – und nicht an Hunger leidende Menschen, die nur über mangelnde Versorgung verfügen. Der Wirkungsgrad dieses „Veredelungsprozesses“ ist viel geringer, als die direkte Versorgung von Menschen über pflanzliche Lebensmittel. So kostet jede Kilokalorie in einem Ei vier Kilokalorien Getreide. Würden weniger tierische Produkte „produziert“, könnte der Rodung von Regenwäldern Einhalt geboten werden, die Natur geschützt und zudem der Welthunger eingedämmt werden.

“Pelzkrägen sind meistens aus Kunstpelz, oder?”

Viele Geschäfte bieten Echtpelz an, ohne es zu wissen, denn die meisten Kleidungstücke sind nicht mit einem Vermerk wie „Echter Pelz“ oder „Real fur“ versehen. Das liegt daran, dass es für Echtpelzmaterialien in Deutschland keine Kennzeichnungspflicht gibt. Auf eine fachkundige Beratung kann man sich daher nicht verlassen. Auch nicht, wenn die nette Frau hinter dem Ladentisch versichern möchte, dass dieses kleine Accessoire, der Kragen oder das Innenfutter auf keinen Fall echt sein kann. Gerne wird dann der günstige Preis als Argument genannt – dies ist allerdings nicht stichhaltig. Fellbommel an Mützen, kleine Pelzaccessoires an Handtaschen und vieles mehr sind heute für jeden erschwinglich und für nur wenige Euros zu haben. Ihr dachtet immer, ihr seid mit „Kunstpelz“ auf der sicheren Seite? Leider falsch. Jedes Jahr gelangen Hunde- und Katzenfelle als “Kunstpelz” oder “Fake Fur” deklariert in den Handel. An eurem Parka, Stiefel oder an eurer Mütze – echter Pelz lauert überall. Mehr Infos findet ihr auf www.gelabelt.de

“Schafe müssen doch geschoren werden!”

Ja, jedoch nur, weil diese seit Jahrhunderten für die immens hohe Leistung gezüchtet wurden. Die meiste erhältliche Wolle wird im Ausland hergestellt; hierbei gehört Australien zu den größten Wolleproduzenten. In riesigen Betrieben werden die Tiere gehalten und im Akkord geschert. Nicht selten werden sie dabei ernstzunehmend verletzt. Tiefe Schnitte, welche ein Infektionsrisiko bergen gehören zum Standard. Ganz abgesehen davon gibt es mutwillige Gewalttaten, wie das sogenannten Mulesing. Bei dieser Praktik wird, ohne Betäubung, die Haut um den Schwanz des Schafes entfernt. Auf diese Weise soll einem Parasitenbefall vorgebeugt werden.
Zahlreiche Händler werben mit Betrieben, denen scheinbar das Tierwohl am Herzen liegt. Derartige Bemühungen sind meist höchst intransparent und nicht vertrauenswürdig. Ohnehin werden die Schafe, wie alle „Nutztiere“ geschlachtet ohne ihre natürliche Lebenserwartung zu erreichen.

“Leder ist ohnehin ein Abfallprodukt der Fleischindustrie!”

Nein, für Leder hat sich eine eigene umsatzstarke Branche entwickelt. Das meiste in Deutschland zu kaufende Leder stammt heute aus asiatischen Ländern. Auf den Schlachthöfen werden die Rinder vor den Augen ihrer Artgenossen getötet und bluten aus. Bei der Häutung sind viele Tiere noch nicht tot und erleben diese bei vollem Bewusstsein. Auch in Deutschland sind die Schlachtungen, meist mit defektem Betäubungsgerät, niemals human.
Um die Verwesung der Haut aufzuhalten werden im Gerbereiprozess viele Chemikalien wie z.B. Chrom 3 eingesetzt aus dem das toxische Chrom 6 entstehen kann – dieser Stoff ist in Deutschland in der Kleidungsbrache verboten. Trotzdem kommt es regelmäßig zu Rückrufen von belasteten Lederprodukten.
Die Arbeiter_innen in den Gerbereien, welche übermäßig im Ausland sind, leiden ebenfalls unter der Lederindustrie. Es kommt zu schlimmen Arbeitsunfällen an den Maschinen, die Chemikalien zerstören die Gesundheit, die Lebenserwartung liegt nur bei gut 50 Jahren und das alles für wenige Euro Lohn im Monat. Auch Kinderarbeit ist gang und gäbe.
Die Chemikalien und Abfälle aus den Produktionsstätten werden ungefiltert in die Flüsse gespült. Daraus resultiert eine katastrophale Umweltverschmutzung, denn viele Orte sind schon stark verseucht. Leder ist kein Naturprodukt, sondern schädlich für Tier, Mensch und Umwelt.

“Wieso sollte ich auch keine Daunen tragen?”

Es gibt zwei verschiedene Varianten Daunen zu gewinnen: Zum einen gehört der „Schlachtrupf“, bei dem den Tieren, nachdem sie ihres Lebens beraubt wurden, die Federn entfernt werden. Manchmal sind sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht tot und erleben somit den Rupf bei Bewusstsein. Die andere Variante ist der „Lebendrupf“, bei dem den Tieren bei lebendigem Leibe die Federn ausgerissen werden. In Agrargesellschaften wurde dies genau zum Zeitpunkt der Mauser durchgeführt, wodurch weniger Schmerzen auftraten. Doch der Großteil der Daunen entstammt Betrieben der Intensivtierhaltung. Die geringe Bezahlung der Arbeitskräfte fordert grobe Akkordarbeit, wodurch den Vögeln Hautlappen ausgerissen und Knochenbrüche zugefügt werden. Trotz immensem Tierleid ist der „Lebendrupf“ weiter als der bloße „Schlachtrupf“ verbreitet, da hier den Tieren mehrmals im Leben die Federn ausgerissen werden können, statt nur einmal nach der Schlachtung.

“Was ist falsch an Seide?”

Seide wird immerzu als besonders exquisites und hochwertiges Material angepriesen – die „Produktion“ hingegen ist nichts anderes als barbarisch. Vor Jahrhunderten haben Menschen begonnen Seidenraupen zu züchten. So hat mensch sie flugunfähig gemacht und sie wurden empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen, weshalb sie in der Natur nicht mehr überlebensfähig sind. Die Seide wird aus den Kokons der Tiere im Puppenstadium gewonnen. Damit das wertvolle „Produkt“ nicht durch den Schlupf beschädigt wird, werden die Seidenraupen meist bei lebendigem Leibe im Kokon gekocht. Unzählige Tiere sterben auf diesem Wege für ein schlichtweg überflüssiges „Produkt“. Auch wenn die Leidensfähigkeit von Wirbellosen noch nicht endgültig wissenschaftlich verifiziert worden ist, kann diese nicht ausgeschlossen werden und durch den Verzicht auf Seide kann dem Risiko entgangen werden, für Leid verantwortlich zu sein.

“Wenn eines eurer Familienmitglieder schwer krank wäre und eine Ratte im Tierversuch sein_ihr Leben retten könnte, dann würdet ihr doch wohl auch die Ratte opfern, oder?”

Eine Antwort auf diese Frage ist überflüssig, wenn der Gedanke konsequent bis zum Ende gedacht wird. Diese utilitaristische Denkweise würde nämlich auch fordern, dass ich meine Familienangehörigen im Versuch töten lassen müsste, um eine Großzahl anderer Menschen retten zu können. Das würde wohl keiner von uns tun wollen – da fällt es natürlich leichter die anonyme Laborratte dem Tod zu weihen. Doch wirklich wichtig ist es, weg von der emotionalen Ebene zu kommen. Um die Situation wahrheitsgetreu betrachten zu können, müssen wir objektiv bleiben. Diesbezüglich ist eine deontologische Sichtweise die pflichtgemäße: Einem Lebewesen, das Schmerz und Leid empfinden kann, darf nichts derartiges willentlich zugefügt werden. Ganz egal, ob Mensch oder “Labortier” – die Leidensfähigkeit ist bei beiden gleichermaßen ausgeprägt. Beide sind schützenswert – das eine für das Wohl des anderen zu töten entbehrt jeglichem Sinn. Vor allem, wenn Alternativen vorhanden sind und erforscht werden!

“Tierversuche retten Leben und sind notwendig für den medizinischen Fortschritt!”

Nicht unbedingt. Die Übertragbarkeit von Prozessen im nichtmenschlichen Organismus auf den menschlichen sollte hinterfragt werden. Ein Organismus ist ein Gesamtsystem mit Wechselwirkungen, die nicht alle verstanden werden können. Deshalb haben Tierversuche die Forschung bereits zahllose Male auf den Holzweg geführt. Alternativmethoden sind schon vorhanden und könnten weiter ausgebaut werden. Hierfür müssten Gelder aus der Tierversuchsforschung in die tierversuchsfreie Forschung umgeleitet werden. Mit Biochips und in-vitro-Verfahren entsteht kein Leid und ungeahnte Wechselwirkungen können nicht übersehen werden, da explizit einzelne Prozesse betrachtet werden. Schaut mensch sich alleine die Zahlen an ist der „Nutzen“ von Tierversuchen mehr als fraglich: Fast drei Millionen Tiere wurden im Jahr 2016 in deutschen Laboren getötet, ob im Gegenzug mindestens 3 Millionen Menschen gerettet wurden kann in Zweifel gezogen werden.

“Wie kann ich Produkte boykottieren, für die Tierversuche durchgeführt wurden?”

Durch den eigenen Konsum die Tierversuche in der Medizin zu stoppen ist kaum möglich, hier hilft nur politischer Druck. Boykottieren kann mensch trotzdem Firmen von Kosmetika und Haushaltsprodukten, die Tierversuche unterstützen oder selbst durchführen. Hier reicht es nicht aus nach „Vegan“-Labels Ausschau zu halten, da diese sich lediglich auf die Inhaltsstoffe des Produkts beziehen. Deshalb sind „cruelty-free“ Labels zwingend notwendig, um tierversuchsfreie Produkte zu finden. Es gibt zahlreiche Firmen, die sich bewusst und deutlich von Tierversuchen distanzieren. Für Kosmetik gehört z.B. LUSH zu den „Guten“ und bei Haushaltsprodukten ecover und Frosch.

“Zirkusse werden regelmäßig von Amtsärzten kontrolliert, wieso sollte es den Tieren schlecht gehen?”

Korrekt, die Tierbestände von Zirkussen werden regelmäßig kontrolliert. Der Haken an der Sache ist jedoch, dass bei rund jeder zweiten Kontrolle Mängel in der Haltung dokumentiert werden. Außerdem sind die Haltungsvorschriften für „Zirkustiere“ sehr locker, sie sind bei Weitem weniger streng als die von Zoos. Der wichtigste Punkt ist, dass all die Veterinäramtskontrollen nichts am Grundprinzip der Tierhaltung im Zirkus ändern: Ständige Transporte, die Stress auslösen; beinharte Dressur sowie die Existenz in Gehegen, die dem Bedarf von natürlichen Revieren niemals gerecht werden. Näheres hierzu gibt’s unter www.circus-ohne.de

“Zoos setzen sich für Artenschutz und Bildung ein!”

Artenschutz und Bildung sind geschickte Marketingstrategien der Zoos – mit der Realität haben diese meist nur wenig zu tun. Es gibt kaum ernstzunehmende Artenschutzprojekte von Zoos. Zwar werden bedrohte Arten zuhauf nachgezüchtet, doch ihren Platz in freier Wildbahn erhalten sie nie. Wahrer Artenschutz schützt Tiere um ihrer selbst willen, nicht um sie für die Zurschaustellung im Zoo zu nutzen. Selbstverständlich kann die Wildtierhaltung in Zoos nicht von heute auf morgen abgeschafft werden, doch langfristig angelegte Projekte könnten eine Zukunft ohne Gefangenschaft gewährleisten! Dennoch strebt mensch danach, Zoos zu erhalten und zu “verbessern” – alles aus dem Wunsch nach Profitmaximierung und Schaulust!
Inwieweit ein Zoo einen Bildungswert haben soll ist zudem mehr als fraglich. Kinder sehen lediglich verhaltensgestörte, apathische Tiere, die die natürlichen Gegebenheiten in keinster Weise widerspiegeln. Betrachtet mensch zum Beispiel Eisbären wird deutlich, dass die Haltung im Zoo keineswegs „artgerecht“ ist: Eisbären leben in Streifgebieten von bis zu 300.000 Quadratkilometern. Folglich legen sie täglich Strecken in vergleichbaren Dimensionen zurück. Die meist rund 0,002 Quadratmeter großen Gehege werden den Bedürfnissen der Langstreckenläufer und -schwimmer in keinster Weise gerecht.

“Ponykarussells gehören zu den schönsten Kindheitserinnerungen!”

Möglich, dennoch gilt es die vermeintliche „Schönheit“ hinter dieser Erinnerung zu hinterfragen. Ponys müssen tagelang teils bei glühender Hitze, oft ohne Wasser, Futter und Rast ihre eintönigen Runden drehen. Dabei tragen sie meist schwere gesundheitliche Schäden davon. Das ständige monotone Im-Kreis-Laufen löst sowohl physische Belastungen wie Haltungs-, Muskel-, Gelenk- und Wirbelschäden als auch psychische Probleme wie Traumata und Stress aus. Letztere führen nicht selten zu Herzrasen und Panik, Symptome, die durch den hohen Lärmpegel auf dem Volksfest unterstützt werden. Dabei gibt es auf jedem Volksfest genügend Schaustellerbetriebe und Attraktionen, die Besucher_innen jeden Alters begeistern – ohne, dass dafür Tiere leiden müssen!

“Delfinarien sind die einzige Möglichkeit diese schönen Tiere erleben zu können!”

In Anbetracht der massiven Tierquälerei, die Delfinarien auslösen ist ein Dokumentarfilm wohl die lehrreichere und leidfreiere Lösung. In freier Wildbahn schwimmen Delfine mehrere hundert Kilometer am Tag und können sogar 300 Meter tief tauchen. Sie sind hochintelligente Tiere, viele Wissenschaftler sind sogar davon überzeugt, dass sie sich selbst im Spiegel erkennen können und somit ein Ich-Bewusstsein haben. In Wasserparks und Delfinarien sind die Becken klein und beengt, die Tiere sind dauerhaft von Beton und Glas umgeben. Für die sensiblen Säugetiere bedeutet dies dauerhaften Stress. Gerichtlich erwirkte Akteneinsichten ergaben, dass Delfinen in Gefangenschaft deswegen Medikamente wie Antibiotika oder Psychopharmaka verabreicht werden. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Meeressäuger_innen in Delfinarien Wildfänge. Außerdem ist die Sterberate in Delfinarien sehr hoch, auch wenn es immer wieder Nachwuchs gibt, wird dieser oft nicht sehr alt.

“Wir brauchen Jagd um die Bestände zu regulieren!”

Es ist unmöglich zu leugnen, dass es Überpopulationen von einzelnen Wildtierarten in Deutschland gibt. Diese sind jedoch nur dem menschlichem Eingreifen geschuldet. Mit der sogenannten Hege weden Tiere zum Teil sogar zusätzlich künstlich gefüttert, die Population folglich künstlich erhöht. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass die Jäger_innen ihre hohen Abschusszahlen erhalten und wirtschaftliche Interessen verfolgen können, indem sie das gewonnene Wildbret verkaufen. Der Natur würde es helfen, die Jagd ausschleichen zu lassen, denn langfristig regulieren sich Populationen von selbst durch Seuchen oder Futtermangel. Jäger_innen haben jedoch den Erhalt ihres Berufszweiges im Sinn und lassen dabei außer Acht, dass die Jagd für den Naturschutz oft sogar kontraproduktiv ist. So fördert die Bejagung die Ausbreitung von Krankheiten und die Geburtenrate der Tiere steigt. Kurzfristig betrachtet mag die Jagd eine scheinbar nützliche Maßnahme sein, doch werden langfristige Ziele des Naturschutzes betrachtet, werden diese verfehlt.
Außerdem sind verschiedenste Formen der Jagd offenkundig Tierquälerei: Treibjagden stressen die Wildtiere immens und bringen sie an ihr physisches sowie psychisches Limit. Oft sitzen die Schüsse nicht korrekt, wodurch der oft angepriesene „schnelle Tod“ zum lange währenden Todeskampf wird.

“Was ist falsch daran Rassetiere beim Züchter zu kaufen?”

Selbst wenn die Zucht selbst auf den ersten Blick einwandfrei erscheint, gibt es tieferliegende Gründe, die den Kauf eines Tieres beim Züchter inakzeptabel machen. Dass spezielle Rassen gezüchtet werden hat nämlich keinen anderen Zweck als dem Menschen ein „besonders schönes“ Tier zu bescheren, das ihm als Gefährte dient. Rassetiere sind meist anfälliger für Krankheiten und oft bereits mit Defekten geboren. Der Übergang zur Qualzucht ist oft fließend, was zum Beispiel Perserkatzen mit flachem Gesicht und französische Bulldoggen zeigen: Diese leiden oft unter Atembeschwerden, deformierten Gebissen und Gaumensegelspalten. Mischlinge sind robustere Tiere und genießen ein Leben mit mehr Lebensfreude. Außerdem sollten Zuchten schon alleine deshalb nicht gefördert werden, da es ohnehin schon genügend Tiere gibt, die im Tierheim sehnlichst auf ein neues Zuhause warten.

“Aber die Tiere aus dem Tierschutz sind doch oft psychisch geschädigt?”

Das ist zwar gut möglich, aber keineswegs der Regelfall. Selbst wenn sie unter psychischen Problemen leiden, sollte das kein Grund sein einem Tier ein neues Zuhause zu verwehren. Denn ein Tier, welches womöglich schneller verängstigt ist oder nur langsam Vertrauen aufbaut, kann genauso wie ein gesundes ein wertvoller Gefährte sein. Gibt mensch dem Hund oder der Katze die entsprechende Fürsorge und Liebe, so sind auch psychische Schwierigkeiten zu überwinden. Dem Tier wird somit doppelt geholfen: Es hat nicht nur ein neues Zuhause, sondern gewinnt auch das Vertrauen in den Menschen zurück.

“An was muss ich alles denken, bevor ein tierischer Mitbewohner bei mir einzieht?”

Die „Anschaffung“ eines neuen tierischen Mitbewohners muss gut überlegt und langfristig geplant sein. Es gibt zahlreiche Fragen, die zuvor beantwortet werden müssen: Kann ich dem Tier genügend Zeit widmen? Habe ich dauerhaft die finanziellen Kapazitäten für die Versorgung? Wer kümmert sich um das Tier, wenn ich verreise oder krank bin? Kann ich mögliche Tierarztkosten stemmen? Sind diese Fragen nicht im Vorhinein geklärt, so kann das Tier womöglich bald wieder im Tierheim landen und damit ist niemandem geholfen.

“Warum ist Kastration so wichtig und warum sollte ich meinen tierischen Mitbewohner keine Babys bekommen lassen?”

Es gibt zahllose Tiere, die auf ein neues Zuhause warten und sich eine liebevolle Familie oder einen Gefährten wünschen. Nur weil Tierbabys süß sind, sollte der vorherige Aspekt nicht außer Acht gelassen werden. Bevor also noch mehr Tiere in die Welt gesetzt werden, die möglicherweise selbst im Tierheim landen, sollte bereits existierenden Tieren geholfen werden. Denn nicht nur Tierbabys sind süß und liebenswert. Alle Tiere verdienen es gepflegt und geliebt zu werden.