Irrsinniges aus der Welt der Grünröcke

Jäger_innen…Bei dem Wort denken die meisten Leute an Personen, die ihr halbes Leben im Wald auf einem Hochsitz verbringen und von dort aus Tiere wie Wildschweine, Rehe oder Füchse erschießen. Das typische Bild von einem Typen mit grün-brauner Kleidung, Hut und Gewehr kommt einem in den Sinn. Während sich viele nichts weiter dabei denken, sieht mensch als Tierfreund_in in diesen Menschen gleichzeitig Mörder, die viele unschuldige Lebewesen auf dem Gewissen haben.

Womit sich aber sonst vermutlich kaum jemand beschäftigt, ist die Frage: Was machen Jäger_innen in der Zeit, in der sie nicht jagen? Auch, wenn sie alle dasselbe „Hobby“ bzw. denselben „Job“ haben, wird viel zu oft vergessen, dass jede_r auch noch eine eigene Persönlichkeit mit eigenen Interessen hat. Um auf diese heute mal genauer einzugehen, habe ich hier einige verschiedene „Typen von Jäger_innen“ zusammengefasst. Mit Sicherheit gibt es noch viele mehr, aber die Folgenden sind jene, die aufgrund ihrer atemberaubenden Fähigkeiten und außergewöhnlichen Taten in den letzten Wochen sogar in den Medien für Schlagzeilen sorgten:

Der Maisexperte

Heimlich Mais klauen will gelernt sein: An einem Montag Abend chillte ein Jäger gemeinsam mit seinen Freunden in einem Maisfeld. Angeblich wollten sie so das von dem Mähdrescher aufgescheuchte Wild erschießen, doch plötzlich wurde einer von ihnen selbst von der Maschine erwischt. Dumm gelaufen! Aber immerhin hatten sie eine gute Ausrede dafür gefunden, dass sie auch selber mal heimlich etwas Veganes probieren wollten.

Der Archäologe

Ein österreichischer Jäger versuchte sich als Wissenschaftler und fand im Gebirge menschliche Knochen. Ob diese von einem Mann oder einer Frau stammen oder sogar zu einer Vermisstenmeldung passen, ist bislang jedoch ungeklärt. Genauso zweifelhaft ist, ob ihm dieser mysteriöse Fund zu einer Archäologen-Karriere verhelfen wird, aber einen Versuch war es dennoch wert (die Knochen vorher bei einem Friedhof auszugraben und sie dann so zu platzieren, als hätte er sie dort zufällig gefunden).

Der „Tierfreund“

Ja, auch die gibt es unter den Jäger_innen, so widersprüchlich es vielleicht erst einmal klingen mag. Doch der eindeutige Beweis dafür ereignete sich vor ein paar Wochen: In den USA fiel einem Schwarzbär auf, dass ein Jäger seine Präsenz doch tatsächlich verschlafen hatte. Da der Bär seinen Mörder so zum Fressen gern hatte, biss er ihm kurzerhand in den Kopf. Welch Liebesbeweis! Der Jäger verstand diesen etwas falsch und erschoss den Bären gleich darauf – leider eine sehr einseitige und kurzlebige Freundschaft.

Der Kletterkünstler

Ja, es gibt bei den Jägern auch richtige Sportskanonen. Gleich früh am Morgen wollte ein Jäger in Südtirol seine Kletterkünste üben und stieg über einen Zaun. Dummerweise schoss er sich dabei mit seinem Gewehr versehentlich selbst in den Arm. Das ging wohl nach hinten los! Er wurde jedoch medizinisch versorgt, sodass er sich bald wieder sportlich betätigen kann. Aber vielleicht wäre nächstes Mal professionelle Unterstützung empfehlenswert.

Die Hemmungslosen

In einer Wiener U-Bahn sorgte ein Mann, der wie ein Jäger gekleidet war und Jagdgewehr und Jagdhund bei sich hatte, für Aufsehen: Er schleppte einfach eine tote Ente, die er am Hals gepackt hatte, mit sich herum. Ob er gerade auf dem Weg zum „Peinlichstes Outfit des Jahres“ – Casting war oder Leiter des Kurses „Wie blamiere ich mich am leichtesten in aller Öffentlichkeit“ ist, bleibt unklar. Begeistert waren die anderen Fahrgäste über dieses Erscheinungsbild jedenfalls nicht.

Für noch mehr Ekelerregen sorgte ein Haufen tierischer Eingeweide, den eine Pilzsammlerin im Wald fand. Es wird vermutet, dass es sich auch hierbei um eine Hinterlassenschaft eines Jägers handelt. Da es jedoch keine gesetzlichen Vorschriften darüber gibt, ob es erlaubt ist, die Eingeweide nach dem sog. „Aufbrechen“ eines Tieres offen liegen zu lassen, sorgte auch dieser Vorfall für Diskussionen.

Der abenteuerliche Ameisenbär

All diese Geschichten toppt ein Australier, der sich in der Wüste verirrte, als er ein Kamel jagte. Ohne Wasser und Proviant ernährte er sich dort knapp eine Woche lang nur von Ameisen – und überlebte. Und dann soll nochmal jemand sagen, dass vegane Ernährung einseitig sei.

Die „Kannibalen”

Immer häufiger kommt es in letzter Zeit vor, dass Jäger_innen auf Menschen anlegen oder diese sogar anschießen. Erst vor einigen Wochen schoss ein Jäger in Richtung eines 14-jährigen Jungen. Zwar blieb dieser unverletzt, doch nach eigener Aussage will er gesehen haben, wie der Jäger in seine Richtung angelegt hätte. Dieser hingegen behauptet, „nur“ auf ein Wildschwein gezielt zu haben.. Ein Einzelfall? Leider nein. Erst im September diesen Jahres schoss ein Jäger in Brandenburg auf ein Liebespaar in einem Maisfeld. Der Mann wurde dabei getötet, die Frau schwer verletzt. Anfang Oktober wurde in Frankreich ein Spaziergänger durch einen Jäger getötet. Selbst vor ihren Kollegen machen sie nicht halt: Vor knapp einem Jahr erschoss in Slowenien ein Jäger einen anderen, weil er ihn angeblich für ein Wildschwein hielt. Schon wieder? Sind da so viele Gemeinsamkeiten? Wildschweine sind doch viel schöner als Jäger_innen, ganz einfach. Einige Monate zuvor ereignete sich ein ähnlicher Vorfall in Brandenburg, vor knapp 2 Jahren in Bayern: Auch hier erschossen Jäger ihre Kollegen bei der Wildschweinjagd. Kannibalismus? Man könnte es fast meinen, doch auch vor sich selbst machen sie nicht halt: Anfang des Jahres erschoss sich ein Jäger aus Versehen selbst mit seinem eigenen Gewehr, als er von seinem Hochsitz kletterte.

Die ersten Geschichten mögen ja noch ganz witzig klingen, doch ich denke, bei letzteren – egal, ob sie aus Dummheit, Blindheit oder reiner Jagdlust entstanden sind – kann mensch sich einig sein, dass hier der „Spaß“, mit dem viele Jäger_innen ihr „Hobby“ neben dem vorgegaukelten Nutzen für Naturschutz und Arterhalt begründen würden, aufhört. Niemand sollte es für lustig empfinden, ein Lebewesen zu töten – ganz egal welcher Art. Auch Wildschweine, Wölfe, Rehe, Füchse und Co. fühlen Schmerzen genau wie wir. Auch sie haben Familien und ein Recht auf Leben! Tiere sind keine Zielscheiben, keine Trophäen und keine Lebensmittel! Sie sind Lebewesen, die leben wollen und sich seit jeher selbst zu versorgen und regulieren wissen!

Was muss noch alles passieren, dass nach all den eben erwähnten schlimmen „Unfällen“ die Politik endlich eingreift und die Jagd auf unschuldige Lebewesen verbietet?!



Larissa

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Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse deine Spur. (Jean Paul)
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