(Klima-)Wandel und Agrarwirtschaft – eine verblüffende Beziehung

Dürre, Hitze, Ernteausfälle und Notschlachtungen. Der diesjährige Sommer ist auffallend heiß und trocken, was Konsequenzen nach sich zieht. Ernten fallen aus, die Lebensmittel- und Futterpreise steigen. Landwirt_innen können das Futter für “ihre” Tiere nicht mehr zahlen und schlachten Tiere frühzeitig. Bauernverbände fordern nun eine Nothilfe von rund 1 Milliarde Euro von Land und Bund. Heute hielt Bundesagrarministerin Klöckner eine Pressekonferenz ab, laut der aufgrund der Ernteschäden bundesweiten Ausmaßes den Landwirt_innen Hilfen von 150 bis 170 Millionen Euro zuzüglich der unterstützenden Länderprogramme zugesichert werden sollen. Gesamt nun also rund 340 Millionen Euro. Doch war es tatsächlich nicht vorhersehbar, dass es früher oder später zu einer solchen Dürre kommen wird?

Brütende Hitze schlägt zu

Die Temperaturen steigen und steigen. Regen ist vor Ende der Woche keiner zu erwarten, nur in manchen Gebieten könnte es zu leichten Gewittern kommen. Seit Tagen wandert die Temperaturanzeige im Bereich zwischen den 30 und 40 Grad herum, nur nachts kühlt es auf etwa 20 Grad herab. Vielerorts in Europa und auch in Deutschland kamen bereits menschliche und nichtmenschliche Tiere aufgrund der Hitze zu Tode – sei es aufgrund von Waldbränden, Dehydrierung oder anderem. Gräser, Blumen und Ernten vertrocknen, da die Gärtner_innen gar nicht so viel gießen und schützen können, wie die Sonne von oben herabstrahlt. Panik bricht in der Gesellschaft aus – aufgrund der Ernteausfälle bei Kartoffeln sei die Pommes-Versorgung bedroht!

Spaß beiseite, die Ernteausfälle bringen neben erhöhter Lebensmittelkosten eine viel schwerwiegendere Konsequenz auf den Plan: Die Landwirt_innen können das Futter nicht mehr zahlen und lassen nun Tiere frühzeitig schlachten.

Globale Erwärmung

Es vergeht kaum ein Tag, an dem mensch nicht eines der Schlagwörter wie Klimawandel, Erhöhung der Temperaturen, Klimaschutz, Ozon oder Ansteigen des Meeresspiegels in einer Schlagzeile liest. Das Sterben der Korallenriffe oder das Schmelzen der Gletscher sind zwei der Themen geworden, die zwar omnipräsent sind und doch in die hinterste Ecke des Bewusstseins der Gesellschaft gerückt zu sein scheinen.

Die Temperaturen steigen und immer extremere Wetterphänomene treten auch in gemäßigteren Zonen in Erscheinung – das dürfte auch die größten Klimawandelkritiker_innen bereits bemerkt haben. War es nicht also absehbar, dass es früher oder später zu solchen Dürren kommen würde? Sind die tierführenden Landwirtschaftsbetriebe nicht sogar eine der Hauptursachen für diese Entwicklung?

Wolf im Schafspelz?

Die tierführende Agrarwirtschaft trägt mit ihrer enormen Produktion von Methan und Kohlenstoffmonoxid, insbesondere für die Futtermittelbeschaffung, maßgeblich zur Erwärmung der Erde bei – bei weitem mehr als der gesamte globale Straßenverkehr. Gülle lässt die Nitratbelastung des Trinkwassers auf ungesunde Werte steigen. Regenwälder, die grünen Lungen der Erde, werden für den Import von Futtermitteln gerodet. Regelmäßig gibt es Skandale um Ei, Fleisch & Co. Multiresistente Keime und Antibiotikaresistenzen sind auf dem Vormarsch.

Und doch ist von Einsicht keine Spur. Im Gegenteil! Es werden neben Subventionen und Fördermitteln nun auch noch Nothilfezahlungen in Milliardenhöhe von Land und Bund gefordert. Kosten, die letztendlich auch die deutschen Steuerzahler_innen betreffen, da sie auf diese zurückfallen. Spätestens jetzt sollte auch der tierführenden Agrarindustrie klar werden, dass sie auf nachhaltigere Landwirtschaft (wie beispielsweise die biovegane Landwirtschaft) umstellen sollte, bevor sie in ein paar Jahren in brütender Hitze in ihre selbst gegrabene Grube stolpert.

Ihr habt die Wahl!

Egal, wie die Regierung in der Sache entscheidet, den größten Einfluss haben letztendlich immer noch wir Steuerzahler_innen selbst: Jeden Tag am Supermarktregal haben wir die Wahl, welche Landwirtschaft wir unterstützen wollen. Dem Klima, den Tieren und auch euch und eurer Gesundheit selbst zuliebe – wählt pflanzliche und möglichst regionale Produkte, um das Leben auf unserem Planeten noch möglichst lange lebenswert zu erhalten!



Julia

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Du mußt dein Ändern leben. (Rainer Maria Rilke)
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