+++Danke an alle Teilnehmer_innen+++ Große Umfrage zum “Belastungserleben von Tierrechtsaktiven”

+++ Vielen Dank an alle Teilnehmer_innen – die Umfrage ist erfolgreich abgeschlossen! +++

Ihr seid aktiv für Tiere und ihre Rechte? Euer Aktivismus macht glücklich und stolz aber zerrt auch stark an euch? Macht mit bei unserer großen Online-Umfrage zum “Belastungserleben von Tierrechtsaktivist_innen”! Unter den Teilnehmer_innen verlosen wir einen Anti-Pelz-Regenschirm, eins unserer coolen Shirts und einen unserer tollen Pullover. Nur 15 Minuten eurer Zeit genügen, um Tierrechtsarbeit zu analysieren und optimieren. Neugierig geworden? Hier gehts zur Umfrage!

Leid erkennen & mittragen – “sekundäre Traumatisierung”

In unserer Organisation und auch in repräsentativen Studien wird immer wieder deutlich, dass Tierrechtler_innen einerseits zu einer hohen Arbeitsmotivation neigen, andererseits allerdings auch stark belastet sind. Die Belastung hat unterschiedliche Wurzeln. So sind viele Tierrechtler_innen durch die traumatisierende Realität des karnistischen Systems belastet. Der Begriff Karnismus wurde von der Sozialpsychologin Melanie Joy geprägt und beschreibt eine gewaltvolle, unterdrückerische und tierausbeuterische Ideologie.

Denn Menschen, die sich mit Tierrechten auseinander setzen, sehen die Realität unverblümt. Sie wissen, was sich hinter den Mauern der Schlachthäuser abspielt, um das Leid der Wildtiere in Gefangenschaft und die Qualen der Tiere in Tierversuchslaboren. Sie wissen um dieses Trauerspiel durch Bilder, Berichte, Videos oder, da sie selbst miterlebt haben, wie Tiere gequält wurden. Dieses Wissen motiviert, allerdings kann es auch traumatisieren, in einer derartigen Welt zu leben.

So wird von einer “sekundären Traumatisierung” gesprochen, wenn ein Lebewesen miterlebt, wie ein anderes Lebewesen einem überfordernden Reiz wehrlos und hilflos ausgesetzt wird. Durch sogenannte Trigger können sekundär traumatisierte Menschen immer wieder an das Erlebte erinnert werden. Trigger, die sekundär traumatisierte Tierrechtler_innen tangieren, können beispielsweise Pelzjacken, abgepacktes Fleisch in Supermärkten oder Werbespots der Tierindustrie sein.

Diskriminierungserfahrungen als Tierrechtler_in

Darüber hinaus haben viele Veganer_innen und auch Tierrechtler_innen mit Diskriminierungserfahrungen zu kämpfen. Oft wird ihnen “Extremismus” nachgesagt oder der Veganismus wird in ihrem Beisein verspottet. Auch bei Tierrechtsaktionen begegnen ihnen oft verbal aggressiven Menschen, bei welchen sie sich stets bemühen, ruhig zu verfahren. Allerdings gelingt das nicht immer. Und so kann es auch mal vorkommen, dass ein_e Tierrechtsaktivist_in aus der Haut fährt. Für eine_einen selbst mag das vollkommen verständlich und nachvollziehbar sein. Die Wut, die Trauer, das Unverständnis – all die Gefühle, die eine_n täglich begleiten. Für alle anderen Menschen ist es hingegen lediglich ein Ausdruck unseres “Extremismus” und erreicht wird damit eher wenig.

Ist gesunder Tierrechtsaktivismus möglich?

In einer Umfrage wurde festgestellt, dass der interne Leistungsdruck in Organisationen so hoch war, dass Tierrechtler_innen die unterschiedlichen Gruppen verließen. Wir wollen dem entgegenwirken. Wir wollen auf unsere Aktivist_innen eingehen und wir möchten, dass es ihnen gut geht. Dass sich die Tierrechtsarbeit nach einer erfüllenden Aufgabe anfühlt, denn das ist sie. Es gibt unendlich viel Leid auf dieser Welt. Vermutlich werden wir es leider nicht schaffen, dieses in einem Leben zu beenden. Aber wir können es schaffen, der Gesellschaft ein gutes Vorbild für die Zukunft zu sein.

Die Frage, die sich unserer Leiterin der Aktionsgruppe Hamburg, Lydia, seit ihrer Bachlor-Arbeit und schon seit Beginn ihres Tierrechtsaktivismus stellt, lautet: Wie kann ich einen effektiven, effizienten und gesunden Tierrechtsaktivismus ein Leben lang aufrechterhalten? Sie ist der Meinung, dass es einige Anhaltspunkte gibt, die wir in unserem Leben und unserem Aktivismus verändern können, um dieses Ziel zu erreichen.

Große Umfrage soll Antworten liefern

Mit Sicherheit werden schon viele großartige Ideen in verschiedenen Gruppen oder auch individuell umgesetzt, welche genau auf dieses Ziel hinarbeiten. Daher hat sie einen Fragebogen entworfen. Zum einen interessiert es sie, wie belastet wir sind. Zum anderen findet sie es interessant, welche Maßnahmen ergriffen werden, um aktiv aber gesund zu bleiben. Sie frägt sich u.a.: Wie fühlt ihr euch in euren Organisationen, wie steht es um den Zusammenhalt und welchen Rückhalt habt ihr auch in eurem privaten Umfeld? Was können wir als Organisation tun, unsere Aktiven zu schützen und wo könnt ihr etwas in eurem Alltag oder in euren Arbeitsstrategien verändern? Wo gibt es Anlaufstellen für jene unter uns, denen es schwer fällt, den Belastungen der karnistischen Ideologie Stand zu halten, wie beispielsweise Selbsthilfegruppen für Tierrechtler_innen oder vegane Therapeut_innen?

Jeder ausgefüllte Fragebogen kann uns mehr Aufschluss zum Thema “Belastungserleben im Tierrechtsaktivismus” geben und hilft dabei, einen gut konzeptionierten Tierrechtsaktivismus für Mensch und Tier zu ermöglichen. Also macht mit und sagt es weiter! Für euch und alle anderen, die für Tiere und ihre Rechte kämpfen. Danke!

Literaturempfehlungen zum Weiterlesen:

  • Bota, Anne (2015): Traumata und posttraumatischer Stress in der Tierrechtsbewegung, in: Tierbefreiung das aktuelle Tierrechtsmagazin, Jg. 23, Nr. 88, 8-10.
  • Harper, A. Breeze (2010): Sistah Vegan. Black female vegans speak on Food, Identity, Health and Society. Brooklyn NY: Lantern books.
  • Joy, Melanie (2010): Why we love dogs, eat pigs and wear cows. An introduction to carnism. San Francisco: Conari Press.
  • Lewis Herman Judith (2003): Die Narben der Gewalt. Traumatische Erfahrungen verstehen und überwinden. Paderborn: Junfermann.
  • Reddemann Luise und Cornelia Dehner-Rau (2004): Trauma. Folgen erkennen, überwinden, an ihnen wachsen. Stuttgart: TRIAS.


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