Mit fremden Federn schmücken bringt Leid und Tod

Seit einiger Zeit fällt mir auf, dass es viel Schmuck aus oder mit echten Federn gibt. Sehr beliebt sind z.B. Ohrringe mit möglichst großen Federn dran. Aber genauso gibt es Ketten und Kleidungsstücke wie Pullover, Jacken oder Kleider, die mit Federn verziert sind. Es gibt sogar Federextensions für die Haare. Auch bei Dekoartikeln, besonders bei Oster- oder auch Weihnachtsschmuck, werden gerne Federn verwendet. Es gibt Federn sowohl in ihrer natürlichen Färbung als auch in den knalligsten Farben. Diese Farben können schnell den Eindruck erwecken, dass es sich hierbei um Kunstfedern handelt. Ähnlich wie bei gefärbtem Echtpelz ist das aber oft ein Trugschluss. Zwar gibt es künstliche Federn, sie können aber nicht mit echten Federn mithalten, sehen eher “billig” aus und sind schnell “zerrupft”, da sich die Härchen nicht wieder zusammenfügen, wie das bei echten Federn der Fall ist. Aber woher kommen eigentlich die ganzen Echtfedern?

Federn ohne Ende, aber kaum Infos zu ihrer Herkunft

Irgendwann fing ich an, im Internet zu recherchieren und fand erstmal nichts. Es kamen etliche Händler_innen, bei denen mensch Federn und Federschmuck kaufen kann. Hier mal einige Beispiele für die verschiedenen Federarten, die so angeboten werden: Coquetips, Dschungelhahn, Edelfasan, Eichelhäher, Emu, Ente, Feldfasan, Gans, Geierperlhuhn, Goldfasan, Goldspecht, Grauer Pfaufasan, Hahn, Henne, Himalaya Königsglanzfasan, Hinduracke, Königsfasan, Kranich, Lady Armherstfasan, Marabout, Ohrfasan, Perdrix, Perlhuhn, Numidie, Pfau , Pfauentruthahn, Pute, Rebhuhn, Reiher, Schwan, Silberfasan, Strauß , Swinhoefasan, Tragopan, Truthahn, Wyandotte. Manche dieser Arten kenne ich nicht mal. Eine ganze Palette also, aber kaum weitere Infos.

Ich suchte weiter, fand aber zunächst nur einen Hinweis bei einem der Händler_innen. Laut dessen Aussagen werden nur Federn von toten Tieren verwendet, die ihres Fleisches wegen getötet wurden. Nun, das kann mensch glauben oder auch nicht. Selbst wenn die Federn ein “Abfallprodukt” sind, sie kosten Geld, das dann in die gleiche Tasche fließt, wie das für das Fleisch. Die zweite Aussage war, dass der andere Teil der Federn von Einheimischen gesammelt würde. Da stelle ich mir die Frage, ob die Federn wirklich nur gesammelt oder ob nicht auch Vögel extra gefangen werden. Das wäre einfacher als mühsamst und zeitaufwendig Federn zu suchen und aufzusammeln. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das irgendwie kontrolliert wird…wie auch. In Europa ist das schon schwieriger, hier müsste die rechtmäßige Herkunft einer Feder gegenüber einer Behörde jederzeit nachgewiesen werden können. Denn nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 BNatSchG sind alle europäischen Vogelarten besonders geschützt. Einige davon sind zusätzlich streng geschützt (insbesondere alle Arten des Anhangs A der Verordnung (EG) 338/97, also konkret fast alle Greifvögel und Falken, ausgenommen Harris Hawk, Rotschwanzbussard, etc.). Aber ob es hier wirklich zu Kontrollen kommt? Ich bezweifle es, selbst bei Pelz gibt es kaum Bemühungen.

Gerupft, geschlachtet und geschmuggelt

Bei meiner weiteren Recherche fand ich auch einige Infos zu Federextensions für Haare. Diese werden oft aus Hahnenfedern gemacht. Die Tiere werden extra nur für die Federn getötet und sogar genetisch verändert. Es sollen besonders schöne und lange Federn auf Ihrem Rücken wachsen. Ähnliches bei Pfauen. Speziell bei diesen wird immer wieder darauf hingewiesen, die Federn würden alle nur gesammelt werden. So fand ich einen Bericht über einen Mantel aus Pfauenfedern von Burberry. Es wurde behauptet, die Federn würden ausschließlich von in Indien gezüchteten Pfauen stammen. Nur ist der Export von den Tieren und deren Federn im ganzen Land verboten. Trotzdem werden wohl mehrere tausend Tiere jährlich geschlachtet und ins Ausland geschmuggelt. Kaum jemand wartet auf die natürliche Mauser einmal im Jahr, bei der die Tiere ihre Federn verlieren. Zeit ist eben Geld. Es stellte sich heraus, dass die Federn aus China kamen und nach Indien exportiert wurden, um dort nur noch weiterverarbeitet zu werden. Laut der Daily Mail ist es in China üblich, Zuchtvögel lebendig zu rupfen. Trotz der meist daraus resultierenden blutenden Fleischwunden, wächst das Gefieder mehrmals wieder vollständig nach. Die Haltungsbedingungen sind, wie soll es anders sein, untragbar. Die Tiere sollen auf riesigen Farmen eingeengt leben. Bis zu fünf der bis sechs Kilo schweren Vögel sind auf etwa 5qm zusammengepfercht. Auch bei kleineren Vogelarten sind die Bedingungen hier wohl nicht besser.

Unnötiger Luxus mit genug Alternativen

Und das alles nur damit mensch sich mit fremden Federn schmücken kann. Dabei gibt es so viel Auswahl, gerade bei Schmuck. Natürlich sehen Federn toll aus, auch mir gefallen sie sehr, aber eben am besten an den Vögeln selbst. Es gibt zahlreiche Alternativen. So besitze ich z.B. Ohrringe, bei denen in einem ovalen Rahmen verschiedenfarbige Fäden gespannt sind. Es gibt sie in vielen Farbvariationen und mir wurde bereits mehrfach gesagt, dass sie wie Federn aussehen. Nur das es eben keine sind. Es gibt auch Anhänger aus beispielsweise Metall, die wie Federn geformt sind. Ich besitze eine Fingerring in der Form einer Feder. Sonst gibt es auch noch Schmuck aus Blättern oder mit Lebensbäumen, der ebenfalls an die Natur erinnert. All diese Sorten sind Augenweiden und völlig frei von Tierleid. Bei Kleidung sieht das nicht anders aus.

Mensch kann sich also mit Federn schmücken, ohne dass arme Vögel dafür leiden und sterben müssen. Kauft daher bitte keinen Schmuck, keine Accessoires und keine Kleidung mit Federn und am besten immer öko und aus fairem Handel, denn auch viele menschliche Tiere leiden grausamst, dass wir billig kaufen können! Danke!



Sandra

Sandra

Weh dem Menschen, wenn nur ein einziges Tier im Weltgericht sitzt. (Christian Morgenstern)
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